Inwiefern wirkt der Einfluss des katholischen Glaubens (oder der -Kirche) in Deutschland, auf Militarisierung innerhalb des Lands?

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9 Antworten

Inwiefern wirkt

Überhaupt nicht!

der Einfluss des katholischen Glaubens (oder der -Kirche)

Ob der "katholische Glaube" in Deutschland noch einen Einfluss hat, darüber kann man diskutieren. Denn ein bedeutender Teil der Deutschen lässt sich von christlich-katholischen Werten im Alltag und auch politisch beeinflussen.

Die katholische Kirche hat ihrerseits auch nur indirekten Einfluss im Lande, weil sie allenfalls ihr Recht auf Meinungsfreiheit nutzen, ggf. Rat erteilen und sich sozial engagieren darf, aber politisch nichts bestimmt. Sie vermittelt vornehmlich christliche Werte an ihre Kirchenmitglieder.

auf Militarisierung innerhalb des Landes?

Meine vorherigen Ausführungen bedeuten, dass ein gläubiger Katholik und auch die katholische Kirche aufgrund ihrer christlichen Werte eher zum Frieden und zur Gewaltlosigkeit neigen und daher jede Form von "Militarisierung" ablehnen!

Es ist aber nicht nur die katholische oder auch die evangelische Kirche, sondern es sind alle freiheitlich-demokratisch gesonnenen politischen Kräfte und Bürger, die eine erneute "Militarisierung" Deutschlands ablehnen!

MfG

Arnold

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Kommentar von juste55
06.02.2017, 23:12

ArnoldBentheim,

die katholische Kirche spricht sich für die "Modernisierung des gerechten Krieges" aus.

Krieg als "sittlich erlaubte Verteidigung" könne also  gerechtfertigt werden.

Während im frühen Urchristentum Soldaten nicht als Gemeindeglieder aufgenommen wurden, heißt es für Katholiken im "Gaudium et spes":

"Wer als Soldat im Dienst des Vaterlandes steht, betrachte sich als Diener der Sicherheit und Freiheit der Völker. Indem er diese Aufgabe recht erfüllt, trägt er wahrhaft zur Festigung des Friedens bei"

Du hast natürlich insofern Recht, daß auch andere vermeintliche "Christen" schon in den Krieg gezogen sind.

Der Glaube kann nur auf Entmilitarisierung wirken, wenn "die Schwerter zu Pflugscharen geschmiedet werden und die Menschen den Krieg nicht mehr lernen" (Micha 4:3)

Das bedeutet, daß Christi Nachfolger auch nicht mehr in den Krieg ziehen dürfen und damit nach biblischen Grunsätzen handeln  müssen("Liebe deinen Nächsten wie dich selbst")


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Die Informationsstelle Militarisierung eV sieht die Zusammenarbeit zwischen Militär und Kirche zumindest kritisch und stellt zum Beispiel. fest, daß eine Trennung zwischen Militärpfarrer und Militär nicht wirklich vorhanden ist. Das kommt fedenfalls faktisch einer Legitimierung des Militärs und dessen Einsätze gleich:

http://www.imi-online.de/2014/12/02/die-kirche-und-das-militaer/
http://www.imi-online.de/2013/03/25/keinen-segen-fur-das-militar-militarseelsorge-abschaffen/

Inwieweit die geschilderten Verhältnisse den Tatsachen entsprechen, kann ich nicht beurteilen, da ich nicht Christ bin und mir auch diese Armee fremd ist. Aber die Kritik klingt für mich zumindest nicht unplausibel.

Weiterhin ist festzustellen, daß eine wesentliche Funktion der Kirche und des christlichen Glaubens darin besteht, Autorität und Herrschaftsverhältnisse nicht zu hinterfragen sondern zu legitimieren. Genau deshalb hat Karl der Große hierzulande das Christentum eingeführt, und hierauf begründet sich die jahrhundertelange enge Zusammenarbeit zwischen Kirche und weltlicher Herrschaft.

Römerbriefe 13, 1-7:
"Jeder leiste den Trägern der staatlichen Gewalt den schuldigen Gehorsam. Denn es gibt keine staatliche Gewalt, die nicht von Gott stammt; jede ist von Gott eingesetzt. Wer sich daher der staatlichen Gewalt widersetzt, stellt sich gegen die Ordnung Gottes, und wer sich ihm entgegenstellt, wird dem Gericht verfallen. Vor den Trägern der Macht hat sich nicht die gute, sondern die böse Tat zu fürchten; willst du also ohne Furcht vor der staatlichen Gewalt leben, dann tue das Gute, sodass du ihre Anerkennung findest. Sie steht im Dienst Gottes und verlangt, dass du das Gute tust. Wenn du aber Böses tust, fürchte dich! Denn nicht ohne Grund trägt sie das Schwert. Sie steht im Dienst Gottes und vollstreckt das Urteil an dem, der Böses tut. Deshalb ist es notwendig, Gehorsam zu leisten, nicht allein aus Furcht vor der Strafe, sondern vor allem um des Gewissens willen. Das ist auch der Grund, weshalb ihr Steuern zahlt; denn in Gottes Auftrag handeln jene, die Steuern einzuziehen haben. Gebt allen, was ihr ihnen schuldig seid, sei es Steuer oder Zoll, sei es Furcht oder Ehre."

Wenn also von staatlicher Seite entschieden wird, die Bundeswehr aus wirtschaftlichen Gründen im Ausland verstärkt Krieg führen zu lassen (siehe Weißbuch ab 2006), wie Bundespräsident Köhler seinerzeit überraschend ehrlich ausführte, dann ist es eher untypisch für die Kirche als Bewahrer der "gottgewollten Ordnung", dagegen mobil zu machen. So erfolgt denn eine Positionierung der EKD gegen den Afghanistaneinsatz auch eher halbherzig:

http://www.ag-friedensforschung.de/regionen/Afghanistan1/ekd.html

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Da die Zeit der Kreuzzüge schon seit einigen Jahrhunderten vorbei ist dürfte der Einfluß der katholischen Kirche auf die Militarisierung nicht mehr vorhanden sein.

Es werden weder Kanonen gesegnet noch Menschen in der Kirche zum Militär gerufen. Die Militärseelsorge kümmert sich nur um die Soldaten welche freiwillig zu ihnen kommen.

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Kommentar von schmerberg
06.02.2017, 16:42

Manchmal werden Soldaten gesegnet, vorzugsweise Gefallene

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Es mag innerhalb der Kirchen Militaristen geben. Die gibt es aber überall.

Aber die evangelische und die katholische Kirche und die Mehrheit der Gläubigen würde ich klar als friedliebend ansehen.

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Kommentar von 666Phoenix
06.02.2017, 16:47

Die "paar" anderen konnten und können aber auch noch so für genug Unruhe und Unfug sorgen! 

Und ihr "Gott" schaut interessiert zu....

Außerdem war nach Glaube gefragt, nicht nach Kirchen!

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Was hat die jetzige katholische Kirche mit der (nicht existierenden! )  "Militarisierung" Deutschlands zu tun??? Fordert der Papst etwa den Einsatz von Raketen und Bomben gegen andere Länder?

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Kommentar von schmerberg
06.02.2017, 16:41

Franziskus liefert dich permanent Waffen aus dem Vatikan-Arsenal

Unter dem Petersdom lagern Unmengen von Nuklearwaffen aller Größe

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weder sehe ich einen Prozess, den man als "Militarisierung Deutschlands" bezeichnen könnte, noch folglich irgendeinen beitrag der katholischen Amtskirche dazu.

eine systematische Militarisierung in Deutschland gab es allenfals zu zeiten der DDR mit Militärparaden, Wehrkundeunterricht, betrieblichen Kampfgruppen und der GST.

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Überhaupt nicht. Katholische Kirchenvertreter sind hierzulande etwa so militaristisch wie Hippies im Jahr 1969.

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Etwa genau so, wie das Judentum auf die Armee Israels.

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Die (kath.) Kirche treibt die Militarisierung nicht voran, nutzt sie indes aus, so z.B. dass sie die Soldaten im Feld segnet.

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Kommentar von schmerberg
06.02.2017, 16:44

Meist segnet sie Soldaten (sofern sie Gläubige sind) in der Kirche, auch gelegentlich im Wald. Das Feld ist zu dreckig für die schwarzen Schuhe des Pfarrers.

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Kommentar von Katsa1
06.02.2017, 17:02

Es geht nicht um ausnutzen der Situation sondern darum gläubigen Soldaten einen Seelsorger anzubieten mit dem sie über psychische Probleme sprechen können und um ihnen Kraft und Mut zuzusprechen

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