Inwiefern sollte man als Christ das Alte Testament lesen?

19 Antworten

Man sollte schon den Fokus auf das Neue Testament legen und vor allem beachten, dass das Gesetz des Mose aus dem Alten Testament dem Volk Israel gegeben wurde und nicht den Christen. Dieses Gesetz wurde von Jesus erfüllt (Matthäus 5,17) und zu seinem Ende bzw. Endziel gebracht (Römer 10,4). Deshalb stehen Christen nicht unter diesem Gesetz.

Trotzdem kann man aus dem Alten Testament viel lernen.

Das Alte Testament etabliert Prinzipien, die im Neuen Testament veranschaulicht werden. Das Alte Testament enthält viele Prophezeiungen die im Neuen Testament erfüllt werden. Das Alte Testament liefert Geschichte über ein Volk, während das Neue Testament sich auf die Person fokussiert. Das Alte Testament zeigt den Zorn Gottes gegen Sünde (mit kurzem Blick auf Seine Gnade); das Neue Testament zeigt die Gnade Gottes gegenüber Sündern (mit kurzem Blick auf Seinen Zorn)

Das Alte Testament sagt einen Messias voraus (Jesaja 53), und das Alte Testament offenbart wer der Messias ist (Johannes 4,25-26). Das Alte Testament zeigt Gottes Gesetz auf, das Neue zeigt wie Jesus, der Messias, das Gesetz erfüllt (Matthäus 5,17; Hebräer 10,9). Im Alten Testament handelt Gott meist mit Seinem auserwählten Volk, den Juden; im Neuen geht es hauptsächlich um Gottes Umgang mit Seiner Gemeinde (Matthäus 16,18). 

Das Alte Testament sah das Paradies für Adam verloren; das Neue zeigt wie das Paradies wiedergewonnen wurde durch den zweiten Adam (Christus). Das Alte Testament verkündet, dass der Mensch durch seine Sünde von Gott getrennt wurde (1. Mose) und das Neue Testament verkündet, dass die Beziehung zwischen Mensch und Gott wieder hergestellt werden kann (Römer 3; 6). 

Das Alte Testament legt also die Basis für das Kommen des Messias nieder, der sich Selbst geopfert hat für die Sünden der Welt (1. Johannes 2,2). Das Neue Testament zeichnet den Dienst von Jesus Christus auf und schaut zurück, auf was Er getan hat und wie wir darauf reagieren müssen. Beide Testamente eröffnen den gleichen heiligen, barmherzigen und gerechten Gott, der Sünde verdammt und sich wünscht Sünder zu retten durch das Sühnopfer. In beiden Testamenten eröffnet sich Gott selbst für uns und zeigt uns, wie wir zu Ihm kommen können durch unseren Glauben. (1. Mose 15,6; Epheser 2,8).

Danke für deine ausführliche Antwort

Was ist denn das Gesetz Mose und inwiefern wurde es durch Jesus erfüllt?

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@tmontana11

Das Gesetz des Mose steht in den Mose-Büchern am Anfang der Bibel (ab dem Auszug aus Ägypten, der im 2. Buch beschrieben wird) . Es besteht aus insgesamt 613 Einzelgesetzen.

Jesus hat als einziger völlig sündlos gelebt und als Jude auch das Gesetz des Mose eingehalten.

Dazu hat Jesus die Vorhersagen für den kommenden Messias (= Jesus selbst) erfüllt, die sich in den 5 Büchern Mose und an vielen anderen Stellen des Alten Testaments finden. Hier finden sich viele Beispiele dafür: 332 Vorhersagen im Leben Jesu erfüllt

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Das Christentum und im speziellen das NT baut auf dem AT auf. Ohne Kenntnis des AT kann man viele Dinge des NT nicht verstehen.

Ein ganz simples Beispiel, der allererste Satz des NT in Mt 1,1: "Buch des Ursprungs Jesu Christi, des Sohnes Davids, des Sohnes Abrahams."

Hier sind drei Dinge die wir ohne AT nicht verstehen könnten: Was ist ein "Christus", wer waren Abraham und David? Und wieso ausgerechnet diese beiden?

Darauf kann uns nur das AT Antworten liefern.

Das alte testament ist im prinzip eine andere Religion - der jüdische Glaube.

Im Hinblick auf das Versprechen was Gott dem Abraham gab, das aus einem seiner Nachkommen ein Segen für Menschan aller Arten entstehen würde, sowie das dies im AT prophetisch immer mal wieder aufgegriffen wurde, ist das m. E. interessant mal nachzuvollziehen.

Weil das AT die Grundlage für das NT darstellt. Beide Bücher stellen eine untrennbare Einheit dar.

Treffend hat Augustinus die Bedeutung des AT und des NT zum Ausdruck gebracht.

"Das Neue ist im Alten verborgen und das Alte ist im Neuen offen."

Man wird die Bibel nur dann richtig verstehen können, wenn man sie in ihrem Kontext betrachtet. Mit anderen Worte: Vorhersagen(Schattendienst) und Erfüllung.

So findet der Heiligtumsdienst(Tempel in Jerusalem), d.h. der Opfer- und Priesterdienst seine wahre Erfüllung in Christus. Denn alle die dargebrachten Opfer konnten die Sünden nicht wegnehmen. Das ist erst durch das einmalige Opfer Jesu möglich geworden. Deshalb wird dieser Tempeldienst als Schattendienst bezeichnet(Hebräerbrief), der erst in Christus seine wahre Erfüllung fand.

Er setzt auch den Hohenpriester Dienst im himmlischen Heiligtum fort(Hebr.8,1), indem ER die Menschen mit seinem Blut mit Gott versöhnen kann.(Versöhnungsdienst). Darum die Aussage Jesus: "Niemand kommt zum Vater, denn durch mich." (Joh.14,6)

Denn die Menschen konnte die Versöhnung mit Gott nicht herbeiführen, dass kann nur Jesus, weil Er mit seinem Opfer dazu in der Lage ist.

Deshalb ist es wichtig die Bedeutung des AT zu verstehen, weil das was zur Erlösung des Menschen dient im Tempeldienst symbolhaft dargestellt wurde aber seine wahre Erfüllung erst in Christus gefunden hat.

"So ist das Alte im Neuen offen."

Woher ich das weiß:Studium / Ausbildung

Darauf kann ich dir nur als Nicht-Christ antworten, falls du das denn lesen möchtest.

Während das Neue Testament meiner Ansicht nach Vieles enthält, das das Leben eines Menschen positiv beeinflussen kann, sehe ich das Alte Testament als die Behausung eines jähzornigen, rachsüchtigen alten Zausels an, der seine Geschöpfe nicht liebte, sondern sich an ihnen manchmal grausam rächte (wofür eigentlich?).

Das AT wäre für mich bestenfalls ein eher abschreckendes Geschichtenbuch, das man als Kulturzeugnis mal gelesen haben sollte, das aber, was das eigene Leben betrifft, eher auf den Müll gehört. Beim NT sehe ich das - zumindest in weiten Teilen der Schrift - anders.

Mein Votum ist also glasklar: ein Votum für das Neue Testament. Gott 2.0 schlägt Jehova. Aber sowas von.

Gruß, earnest

Da kennt sich jemand wohl so überhaupt nicht mit dem Alten Testament aus. Dann muss du auch die Offenbarung diskreditieren, da auch dort, der Tod aller bösen Menschen beschrieben wird. Wie wird Jesus gleich noch mal wiederkommen? Als ein Kriegsmann, der alle unverbesserlichen bösen Menschen für immer vernichten wird! (Offenbarung 6:2, 21:8)

„Denn ich bin JHWH, ich ändere mich nicht. (Maleachi 3:6)

Wer hat gehandelt und das getan, wer hat die Generationen von Anfang an zu sich gerufen? Ich, JHWH, bin der Erste, und bei den Letzten bin ich immer noch derselbe.“ (Jesaja 41:4)

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@Bannanenesser

LOL.

Du kannst Unterstellungen wie in deinem ersten Satz gern knicken.

Na, und wenn sich der böse alte Mann aus dem AT nie ändert, dann droht uns bald die nächste Sintflut.

;-)

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