Inwiefern kann man sagen, dass Kant mit seiner Rechts/Staatsvorstellung die Schwächen des Hobbes-schen Konzepts überwunden?

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1 Antwort

Thomas Hobbes lebte als politisch aktiver Mensch von 1588 bis 1679. In seine Zeit fällt die religiöse Selbstzerfleischung in Europa, Hugenottenkriege in Frankreich, Bürgerkrieg in England und 30jährige Krieg in Deutschland. Hobbes Ausbildung liegt noch in der Scholastik, die er nach Studium des Epikureismus selbstständig überwunden hat.

Immanuel Kant lebte als einsamer Professor im abgeschiedenen Königsberg von 1724 bis 1804 und erlebte die aufgeklärte Zeit unter Friedrich II, dem "Alten Fritz", der seine Sympathie zu Epikur nicht verheimlichte. Die teils noch an den Feudalismus geknüpften Vorstellungen von Hobbes waren da von Locke und David Hume bereits kritisiert und überwunden.

Die Verdienste beider sind historisch zu sehen. Ohne Hobbes als Mitinitiator der Aufklärung hätte es vielleicht Hume und erst recht Kant nicht gegeben, der sagte, dass ihn die Lekture von Hume aus dem "dogmatischen Schlaf" geweckt habe. In unserer heutigen Staatsauffassung ist Hobbes ein Meilenstein genauso wie Kant und Hegel und weitere. Einer steht auf den Schultern des andern. Ohne die Stärken von Hobbes hätte Kant kein stärkerer werden können! Das als "Schwäche" zu bezeichnen, halte ich für überheblich und unaufgeklärt.

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