Inwiefern kann man die Industrielle Revolution mit dem Marxismus erklären?

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Der Marxismus kann nicht vorhersagen oder erklären, wann und warum Dampfmaschinen und Fabriken erfunden werden und die feudalistische Ordnung durch den Kapitalismus ersetzen. Aber er sagt voraus, dass die Misstände in so einer kapitalistischen Gesellschaftsordnung zwangsläufig zu Umstürzen und zur Vergesellschaftung der Produktionsmittel führen muss und somit in den Sozialismus und schließlich den Kommunismus mündet.

  • Im Kapitalismus werde die lebendige Arbeit zur Ware – hier spiegelt sich, laut Marx, auch das Hauptproblem des Kapitalismus wieder. Im freien Markt müssen die Unternehmen gegen die Konkurrenz bestehen. Dies kann nur erreicht werden, wenn möglichst billig produziert wird, was sich wiederum auf den Lohn des Arbeitnehmers, der seine Arbeitskraft als Ware anbietet, auswirkt. Neben der Konkurrenz hat das Profitstreben (also der Gewinn) einen großen Einfluss auf die Ausbeutung des Arbeiters. So sei die „Akkumulation von Reichtum auf dem einen Pol […] also zugleich Akkumulation von Elend, Arbeitsqual, Sklaverei, Unwissenheit, Brutalisierung und moralischer Degradation auf dem Gegenpol, d.h. auf der Seite der Klasse, die ihr eignes Produkt als Kapital produziert.“[16] Dies bedeutet zusammengefasst, dass Reichtum der einen Seite (also der Arbeitgeber) das Elend der anderen Seite (der Arbeitnehmer) hervorruft.

http://geschichte-wissen.de/zeitgeschichte/77-russische-revolution-und-kommunismus/137-der-kommunismus-marxismus.html#2.3

Super vielen Dank!

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Ich habe da immer folgende Verbindung gesehenen! Marx war ja stets für faire und höhere Bezahlung der Arbeiter weil vorher der Firmenbesitzer wie ein König lebte und den Arbeitern Hungerlöhne zahlte! Aber Marx machte klar: dass Leute die nichts verdienen sich auch nichts von den produzierten leisten können wenn der Chef das ganze Geld behält. Also war es nötig dem arbeitetn mehr Geld zu geben damit die Fabriken auch was verkaufen. Als Folge der Lohnerhöhung wurde mehr verkauft und mehr produziert wodurch man neue Wege finden musste mehr zu produzieren

Die Aussagen sind rihtig, aber nicht die Antwort auf die Frage.

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Kleine Korrektur, wenn ich kurz klugscheißen darf: Marx war nicht primär für Lohnerhöhung. Gemäß seinem Vortrag "Lohn, Preis, Profit" S. 50: "Statt des konservativen Mottos: 'Ein gerechter Tagelohn für ein gerechtes Tagewerk', sollte sie (die Arbeiterklasse) auf ihr Banner die revolutionäre Lösung schreiben: 'Nieder mit dem Lohnsystem!'" Er wollte, kurz gefasst, den Sozialismus erreichen, nicht den Kapitalismus reformieren.

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Im Zuge der industriellen Revolution ist die "Klasse" entstanden, die nach den Lehren des Marxismus die Klassengesellschaft überwinden soll: die Arbeiterklasse. Insofern haben industrielle Revolution und Marxismus schon etwas miteinander zu tun. Problematisch ist, dass mit weiteren technischen Entwicklungen die klassische "Arbeiterklasse" auch wieder fast verschwunden ist. Ob man mit dem Marxismus die industrielle Revokution erklären kann, dürfte eine Auslegungssache sein. De facto operieren heute viele Ökonomen mit Kategorien, die dem Marxismus entstammen, aber sie operieren auf nicht-marxistische Weise. Das heißt, dass nicht jeder, der Arbeit in der ökonomie als Ware deklariert, auch ein Marxist sein muss.

Alles klar vielen Dank!

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