Inwiefern hat die Inflation von 1923 zum Scheitern der Weimarer Republik beigetragen?

6 Antworten

Durch die Inflation verlor die Mittelschicht fast ihr ganzes Vermögen. Die, die immer brav gespart haben und auf ihr Geld geschaut haben, waren jetzt die Verlierer und die, die auf Pump lebten und einen Berg an Schulden hatten waren die Gewinner (zum. Kurzfristig). Die Mittelschlicht fand das ganze, wie man sich denken kann alles nicht so toll. Also musste ein Sündenbock her. Dieser fand sich dann in der Regierung (und in der Republik). Darüber hinaus assoziierten viele Deutsche die Republik mit der Niederlage von 1918 im Ersten Weltkrieg, weswegen man sie als Sündenbock schnell akzeptiert hatte. Folge war, dass die radikalen Parteien einen großen Zulauf hatten, einfach weil die Regierung es in den Augen des Volkes "falsch macht", also wählte man schnell mal eben NSDAP um der Regierung (Weimarer Koalition: SPD, DDP und Zentrum) eins auszuwischen.
Na? Fällt was auf? Ähnlich lief's bei uns in den letzten Jahren auch: die Regierung verbockt's also mal eben AfD gewählt, als Protest ... vor 80/90 Jahren ist so ne Protestwählerei ganz gewaltig nach hinten losgegangen ...

Schwere wirtschaftliche Entwicklungen, die mit Arbeitsplatz- und Vermögensverlusten verbunden sind, führen dazu, dass ein Schuldiger gesucht wird. Diese Situation verwenden Populisten, um sich als Heilsbringer zu gerieren. Dies kann man in Rußland oder Venezuela beobachten, wo der "böse Westen" für die Probleme verantwortlich gemacht wird.

In der Weimarer Republik haben Kommunisten und Nazis die demokratischen Parteien für die Verarmung verantwortlich gemacht. Als dann Ende der 20ger Jahre die Weltwirtschaftskrise kam und die Arbeitslosigkeit stieg, fürchteten viele, die Probleme die in der Inflationszeit da waren, kommen wieder und wählten beide extremistischen Parteien, die den demokratischen Parteien die Mehrheit im Parlament entzogen.

Am Anfang der 1920er Jahre war das Deutsche Reich völlig überschuldet: Die Siegermächte verlangten extreme Reparationszahlungen und die Kriegsschulden, die man bei der Bevölkerung gemacht hatte, mussten bedient werden.

Um diesen Zahlungsverpflichtungen nachzukommen, brachte die Regierung mehr und mehr Geld in Umlauf, das im gleichen Maße auch an Wert verlor.

Dadurch begann der Teufelskreis der Inflation. Geld war immer weniger wert, Preise und Löhne explodierten.

Mühsam gemachte Rücklagen wurden wertlos, sodass es die deutsche Bevölkerung war, die die Lasten und Schulden des Ersten Weltkriegs schließlich bezahlte und die Schuld dafür bei der Weimarer Regierung sah.

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