Inwiefern entweicht Plasma aus dem Sonnenkern?

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3 Antworten

Da hast du was missverstanden. Die Strahlungszone der Sonne ist der Bereich um den Sonnenkern, wo die im Kern entstehende Energie (vorallem als Gammastrahlung) nach außen getragen wird, die Strahlungszone besteht aber ebenfalls aus sehr heißem Plasma, nur das darin keine Kernfussion abläuft. Auch die über der Strahlungszone liegenden Schichten der Sonne bestehen aus Plasma, weil es immernoch zu heiß ist um neutrale Atome entstehen lassen zu können. Erst wenn Plasma soweit abgekühlt ist, dass es wieder Elektronen aufnehmen kann, dann entstehen neutrale Atome. Das würde also weit außerhalb der Sonne passieren, sofern Elektronen da sind, die von den Atomkernen des Plasmas eingefangen werden können (vielleicht liegt hier das Missverständnis). Im All liegen aber über 90% der Materie als Plasma vor. In den Sonnenwindteilchen finden sich vereinzelnt auch ein paar neutrale Atome, aber sehr gering. Im Sonnenkern entsteht übrigens nicht nur Strahlung, sondern auch Teilchen wie z.B. Elektronen, Positronen und Neutrinos. Elektronen und Positronen löschen sich aber quasi aus und es entsteht dabei wiederum Gammastrahlung, genau wie bei der Proto-Proton Reaktion auch, die Neutrinos verlassen aber den Kern und auch die Strahlungszone problemlos, da sie mit der Materie so gut wie nicht in Wechselwirkung treten. Damit sorgen Neutrinos auch dafür das (simpel ausgedrückt) überschüssige Energie aus dem Kern schnell nach außen getragen und abgestrahlt wird, denn im Gegensatz zu den Gammaphotonen erreichen sie die Sonnenoberfläche schon nach ein paar Sekunden.

Hey,

einen wirklichen Massenstrom aus dem Sonnenkern gibt es in der Form grundsätzlich nicht. Mit dem von dir zitierten Satz ist etwas anderes gemeint. Eine Erklärung:

Wenn ein Gas sehr heiß wird, gibt es eine kritische Temperatur bei der es anfängt in einen ionisierten Zustand überzugehen. Den Atomen, die sich im Gasgemisch befinden kommen dann ihre Elektronen abhanden, sie werden quasi vom Atomkern getrennt. Da aus den theoretischen Modellen des Sternaufbaus (mindestens seit Eddington et al. ,1925) bekannt ist, dass Temperatur, Druck und Dichte mit zunehmender Annäherung an den Sternkern ansteigen ist davon auszugehen, dass der Ionisationsgrad eines Elementes nach außen, also mit einer Annäherung an die Sonnenoberfläche abfällt.

Während es im Innern des Sterns heiß genug ist um auch schwere Elemente vollständig zu ionisieren, sind in den oberflächennahen Schichten plötzlich nur noch teilweise Ionisationen vorzufinden. Letztlich markiert das auch ein entscheidendes Kriterium beim Übergang des radiativen Energietransportes hin zu Konvektionsströmungen, da letztere bevorzugt in Gebieten auftauchen, in denen jene Opazität durch eine teilweise Ionisation oder Dissoziation von Atomen/Molekülen sehr hoch ist.

Einen Massestrom beobachtet man nur durch den von der Sonne ausgehenden Teilchenwind und durch magnetische Eruptionen/koronale Massenauswürfe etc. und selbst da, ist er im Vergleich zur Gesamtmasse eher ziemlich gering und rechnerisch zu vernachlässigen.

Lg Nikolai 

Ich denke nicht, dass das so gemeint ist, dass irgendwas sich nach außen bewegt. Es ist so, wie wenn man sagen würde: Der Erdmantel geht in die Erdkruste über. Da entweicht ja auch nichts nach außen.

Kann ich es so verstehen, dass die Entstanden Produkte der Kernfusion im Sonnenkern auch ein Plasma sind? Dann macht das nämlich irgendwie mehr Sinn, oder nicht?

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@t1m17

Klar, egal was die Kerne sind, ob Wasserstoff, Helium oder andere Elemente, solang sie keine Elektronen einfangen können (und das können sie im Kern nicht, dort ist es zu heiß dafür), sind sie Plasma.

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@t1m17

Also das entstehende Produkt (z. B. Helium) muss sich aufgrund der hohen Temperatur und den herrschenden Druck sicherlich im Plasmazustand befinden. Allerdings wenn alles bis zum Element Eisen fusioniert ist, ist es wahrscheinlich kein Plasma mehr und aufgrund des fehlenden Strahlendrucks überwiegt die Gravitation der Sonne und alles wird stark komprimiert. Was dann übrig bleibt sind tatsächlich neutrale Atome (z. B. Nach Supernova ein Neutronenstern). 

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@PhotonX

Okay, supi, so langsam versteh ich das Ganze, vielen Dank dir :)

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