Inwiefern darf mein Aufgabengebiet in der Arbeit verändert werden?

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7 Antworten

Entscheidend ist, was im Arbeitsvertrag steht. Oft ist es leider so breit (oder schwammig gefasst), dass man sich anderen Aufgaben nur schwer entziehen kann, weil die Zuweisung durch das Weisungs- und Direktionsrecht gedeckt wird.

Andere als im Arbeitsvertrag genannte Aufgaben können nur durch eine einvernehmliche Änderung des Arbeitsvertrages oder eine Änderungskündigung übertragen werden.

Als was bist du denn eingestellt?

 Business-Controller hört sich ja nicht gerade nach einem Ausbildungsberuf an.

Als angelernte Kraft, machst du eigentlich alles, was dein Arbeitgeber von dir verlangt, so lange es nicht ungesetzlich ist.

WeeVivi 01.08.2017, 18:23

Ich bin eingestellt als Business Controllerin und nicht als Call Center Agent..

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WeeVivi 01.08.2017, 18:53

Ich bin gelernte Kauffrau für Dialogmarketing und das ist die offizielle Ausbildung für höhere Tätigkeiten im Call Center. Servicekräfte für Dialogmarketing sind für die Tätigkeiten am Telefon ausgebildet. Wie in den meisten Branchen ist eine Ausbildung kein muss. Wir haben auch andere im Team ohne diese Ausbildung. Für einen Controller gibt es auch keine richtige Ausbildung und wir sind die Zweigstelle zum Controller. Er macht die langfristige Planung und wir immer tagesaktuell.

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Im Vertrag steht sicher, dass Du auch für andere Tätigkeiten eingesetzt werden kannst und wenn der Verdienst nicht dadurch "beschnitten" wird, ist das rechtens und im Rahmen des Direktionsrecht machbar.

WeeVivi 01.08.2017, 18:22

Steht nicht drin... Da steht nur die Tätigkeit als "Business Controller" und falls es nach einem Jahr nicht zum unbefristeten Vertrag kommt, man dann wieder als Call Center Agent eingesetzt werden kann. Ich habe aber meinen unbefristeten Vertrag als Business Controllerin bekommen^^

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Familiengerd 02.08.2017, 13:01
@WeeVivi

Da steht nur die Tätigkeit als "Business Controller"

Dann ist die Sache - rein rechtlich gesehen (die "praktische" Seite ist eine Frage der konkreten Gegebenheiten und Möglichkeiten) - doch völlig klar zu Deinen Gunsten!

Eine Änderung Deiner Tätigkeit ist dem Arbeitgeber nur durch eine Änderungskündigung möglich; und die hätte bei einer gerichtlichen Auseinandersetzung nur Bestand, wenn die Fortsetzung des Arbeitsverhältnisses nur unter den geänderten Bedingungen überhaupt noch möglich wäre.

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Um es in deinem Wortschatz zu sagen:

Wenn du als minderwertige Controllerin mit einem austauschbaren Job den Job weiterer austauschbarer Leute erledigst und dafür trotzdem mehr Geld bekommst sei froh. Dein Chef kann das selbstverständlich entscheiden. Wenn es dir nicht gefällt geh halt in ein anderes Unternehmen.

rezziwrezzeB 01.08.2017, 17:26

Froh sein über eine minderwertige Arbeit, bei gleicher Bezahlung?

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Familiengerd 01.08.2017, 17:49

Dein Chef kann das selbstverständlich entscheiden.

Wieso selbstverständlich?!?!

Das ist dem Arbeitgeber nur erlaubt, wenn die arbeitsvertragliche Formulierung des Aufgabenbereiches eine solche anderweitige Zuweisung überhaupt zulässt!

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WeeVivi 01.08.2017, 18:27

Ich sage Minderwertigkeit, weil es nach den gesetzlichen Grundlagen so benannt wird... soviel dazu. Da geht es nicht um meine persönliche Einstellung. Es heißt minderwertig, weil diese Tätigkeit niedriger steht in der Hierarchie und von der Komplexität. Wenn du das nicht weißt, es dies kein Grund für Unfreundlichkeit ...

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Wenn dir der Lohn nicht gekürzt wird und du auf deine Stunden kommst, geht dies schon.

Es bleibt dir natürlich offen eine andere Stelle zu suchen, die dir mehr Spass macht. Vielleicht sind dies die Hintergedanken der Geschäftsführung....es den Alten zum verleiden zu machen.

Familiengerd 01.08.2017, 17:54

Wenn dir der Lohn nicht gekürzt wird und du auf deine Stunden kommst, geht dies schon.

Kennst Du den Arbeitsvertrag und weißt, was dazu formuliert ist? Nein? Na also!

Denn das ist dem Arbeitgeber nur erlaubt, wenn die arbeitsvertragliche Formulierung des Aufgabenbereiches eine solche anderweitige Zuweisung von Aufgaben/Arbeiten überhaupt zulässt!

Es bleibt dir natürlich offen eine andere Stelle zu suchen [...]

Das ist einer von so vielen wirklich dämlichen Sprüchen!

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Prinzessle 01.08.2017, 18:03
@Familiengerd

Nun gut, man kann auf sein Recht pochen, allerdings ist dann das Arbeitsverhältnis meist so vergiftet, dass man wirklich lieber geht als sich dies fünf Tage die Woche anzutun.

Zu dem schrieb ich auch , dass dies vermutlich die Absicht der Geschäftsleitung ist, die alte Belegschaft weg zu ekeln.

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Nightstick 01.08.2017, 20:00
@Familiengerd

Ganz so "dämlich" wie Du ihn hier darstellst, ist dieser Spruch nicht, @Familiengerd ==> siehe hierzu meinen Kommentar zur Antwort von @steefi !

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Familiengerd 01.08.2017, 20:12
@Nightstick

Mit einem "Wenn es Dir nicht passt ..." kann man alles abbügeln.

Und dieser Spruch ist so dämlich wie "Er ist der Chef, der darf das!", "Wer feiern kann, kann auch arbeiten!", "Wenn Du das unterschrieben hast, dann gilt das auch!" - ohne Rücksicht darauf, was die Fakten und die rechtlichen Gegebenheiten sind.

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Familiengerd 01.08.2017, 20:16
@Prinzessle

Nun gut, man kann auf sein Recht pochen

Das ist - wenn überhaupt - dann erst der 2. Schritt!

Zunächst aber muss erst einmal geprüft werden, wie die rechtliche Situation ist, um überhaupt zu wissen, welche Rechte man (neben den Pflichten) auch hat.

Denn nur so kann man wissen, welche Handlungsalternativen bestehen, kann man eine Entscheidung treffen, wie man sich verhalten soll - pragmatisch, diplomatisch, "stur" ... ..

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WeeVivi 01.08.2017, 18:21

Ich komme eben mit meinen Aufgaben entsprechend meiner Tätigkeiten zur Rolle des Business Controllers nicht auf meine Stunden. Deswegen sollen wir ja zusätzlich einer anderen Tätigkeit nachgehen... Es ist auch nicht so gedacht uns raus zu ekeln - ich wurde ja vor kurzem für diese Arbeit erst unbefristet übernommen, was sie nicht hätten machen müssen... Aber wegen meiner Leistung wollten sie mich in dieser Abteilung behalten.

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Prinzessle 01.08.2017, 18:40
@WeeVivi

Das ist doch schön wenn du diese Anerkennung bekamst....wie gesagt auch wenn du dich wehren könntest, falls dein Vertrag diese Lücke aufweisen sollte...

So bleibt die Frage dennoch, ob du dich noch wohl fühlen könntest ?

Persönlich suche ich mir in einer solchen Situation eine neue Stelle die meinen Arbeitsvorstellungen entspricht und erkläre diese meine Absicht dem Arbeitgeber...

Wenn er dich nicht verlieren will, macht er dir ein neues Angebot oder fragt, was er tun muss, um dich behalten zu können.

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WeeVivi 01.08.2017, 19:05
@Prinzessle

Würde ich nicht machen, klar könnte es passieren, dass sie versuchen mich los zu werden - aber so einfach geht das nicht. Wenn ich deshalb direkt gehen würde, hätte ich die Nachteile. Ich habe einen unbefristeten Vertrag, wozu das Risiko und das Engagement erneut einen befristeten Vertrag einzugehen, mit der Möglichkeit nicht unbefristet übernommen zu werden. Wir haben in unserer Firma mehrere solcher Fälle gehabt, wo es danach trotzdem für uns geklappt hat. Ich arbeite in einem riesen Konzern und trotzdem versuchen sie immer alles abzuändern, ohne sich rechtlich abzusichern. Es kommt immer dazu, dass sie zurück rudern müssen...

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Prinzessle 01.08.2017, 21:31
@WeeVivi

Du musst dich wohl fühlen.....ich suchte mir jeweils einfach eine neue Stelle, wenn mir etwas gar nicht mehr passte und kündigte dann.

Es besteht kein Risiko wenn man den neuen Vertrag bereits in der Tasche hat...selbst wenn dann noch Verhandlungen kommen...am neuen Ort hast du eine Probefrist die auch du in einer Woche kündigen kannst...

Aus diesem Vertrag bist du schneller raus als drin, denn keine Firma hat Interesse dich eine Woche ein zu arbeiten und dann bist du wieder weg. Also wird er nichtig und die Firma nimmt die zweite Wahl, diese Unterlagen behalten sie, jedenfalls tun wir dies so.

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Nightstick 01.08.2017, 21:45
@Prinzessle

Nicht ganz, @Prinzessle !

Du vergisst dabei, dass der Lebenslauf (der berufliche Werdegang) bei solch einer Vorgehensweise - milde ausgedrückt - sehr schnell "unschön" aussehen kann.

Deshalb schrieb ich "... je nach Arbeitsmarktsituation und unter Berücksichtigung Deines bisherigen und zukünftigen beruflichen Werdegangs...".

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Prinzessle 01.08.2017, 23:36
@Nightstick

Hööö....echt das ist mir zu Komplex....es ist doch einfach schlechthin so, dass ich gehe wenn mir etwas nicht mehr behagt.....der Andere muss sich nicht verändern für mich...will er mich behalten, fragt er automatisch.....ach du schönes Huhn, was kann ich für dich tun.

Und dann kannst du mit deinem Begehr kommen, einen machbaren Vorschlag unterbreiten, der Marktgerecht ist...es ist echt zuviel Aufwand jemand bekehren zu wollen....da zieht man doch lieber weiter.

Ich leiste mir diesen Luxus auch noch mit 56 Jahren, denn ich weiss ich bin sehr gut und meine Referenzen  sind vom Feinsten.....man kann wechseln wenn es nicht mehr passt.....ausser man ist eine faule Nuss.....

Das ist eine andere Geschichte

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Nightstick 01.08.2017, 23:53
@Prinzessle

Mit 56 Lenzen kannst Du so denken - das Arbeitsende ist nah, gar keine Frage, aber nicht, wenn Du am Anfang (oder in der Mitte) Deines Arbeitsleben stehen würdest.

Das ist der Unterschied - und ich gehe davon aus, dass die Fragestellerin erheblich jünger ist!

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Prinzessle 02.08.2017, 01:56
@Nightstick

Da irrst du dich..ich wurde zwar aufgenommen in der Gilde der Strasse und darin bin ich echt eine Klasse, die sich abhebt..

ich liebe genau diese Herausforderdung , egal wie banal sie klingen mag...

wie stellst du dir dies vor, dass ich es einfacher hätte, so mit 56 auf dem Arbeitsmarkt, als Frau in einem Männerberuf

 ? ich nahm mir nur den Mut, mich  mit der Situation die ich vorfinde zu arrangieren-

 ja nicht, dass ich alles wüsste.......ich gucke immer noch staunend...zum anderen ich wuchs im Lastwagen auf, es ist mein Leben 

Ich glaube sobald du etwas korrigieren willst, stimmt soviel nicht, dass es besser ist, du gehst....weil warum solltest du dir dies antun.....es macht keinen Sinn unter dem Strich

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Prinzessle 02.08.2017, 02:01
@Prinzessle

Nachtrag, ich sagte nur wie ich handeln würde.........ich würde einfach eine neue Stelle suchen und Formgemäss kündigen.

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Hallo.

Das ist deine Entscheidung.
Wenigerwertige Arbeit für mehr Geld würde es machen aber jeder sieht es anders. Ich kann das nicht beurteilen.

Wenn es dir nicht gefällt, dann such dir doch was anderes.

WeeVivi 02.08.2017, 13:17

Ja das kommt immer darauf an, aber im Call Center ist das vielleicht etwas anders? Ich möchte nicht 8 Stunden am Tag durchgehend Kundentelefonate führen. Denke diese Arbeit macht den wenigsten Spaß und vor allem dann, wenn die Qualifikation eine höhere ist. Ich mache keine drei jährige Ausbildung um die Arbeit einer zwei jährigen Ausbildung zu verfolgen^^ Geschweige denn, dass ich den ganzen Bewerbungsprozess für eine höhere Tätigkeit durchlaufe und ein Jahr lang mehr gebe, als ich muss, um unbefristet zu werden um dann wieder der niedrigeren Tätigkeit nachzugehen.

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Wenns im Arbeitsvertrag steht geht das - und das steht ganz bestimmt drin.

WeeVivi 01.08.2017, 18:17

Naja steht eben nicht drin... allgemein ist unser Arbeitsvertrag lächerlich, was wegen einem anderen Ereignis raus kam. In den Verträgen steht nur "Tätigkeit als Business Controller" und falls man nicht nach einem Jahr mit Ablauf der Befristung als unbefristeter Business Controller übernommen wird, man zurück in die Tätigkeit des Call Center Agents zurück geht. Ich bin mittlerweile aber unbefristeter Business Controller.

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Nightstick 01.08.2017, 19:56
@WeeVivi

Dann beantrage ein Personalgespräch mit Deinem Personalvorgesetzten und sprich das Thema offen an - ansonsten schleppst Du diese Unzufriedenheit jeden Tag mit zur Arbeit, und das ist nicht gut - für beide Vertragsparteien!

Dann wirst Du hören, was die Meinung des Unternehmens dazu ist - und @Prinzessle hat im Endeffekt grundsätzlich Recht: Wenn sich das Unternehmen Deinen Wünschen nach der höherwertigen (und interessanteren) Arbeit verschließt, solltest Du Dich - je nach Arbeitsmarktsituation und unter Berücksichtigung Deines bisherigen und zukünftigen beruflichen Werdegangs- nach einem neuen Arbeitgeber umsehen.

Zu beachten ist nämlich, dass sich die ausgeführten Tätigkeiten in Deinem Arbeitszeugnis widerspiegeln werden, das Dich dann Dein ganzes Berufsleben "verfolgen" wird!

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