Intoleranz gegenüber Glauben?

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Moin!

Religion/Glaube ist neben Politik das Thema mit dem größten Konfliktpotenzial, das in Internetforen und co. zu finden ist. Auf vielen Plattformen sind diese Themen - eben weil es immer wieder Streit und Zank gibt - per Richtlinie nicht zugelassen.

Glaube/Religion ist ein Ding, dass jeder für sich entscheiden muss. Da hat niemand reinzupfuschen.

Grüße von Schnuffel

Bei Politik kann ich mich auch sehr aufregen über Meinungen, die ich einfach nicht verstehen will. Aber oftmals, weil ich Angst habe vor dem, was passieren könnte, wenn die Politik das tut, was ich eben nicht verstehen kann.Aber Glaube sollte man doch respektieren, weil er tut doch niemandem was, solange nur jeder den Glabuen der anderen auch respektiert.

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@Kosename
Aber Glaube sollte man doch respektieren, weil er tut doch niemandem was, solange nur jeder den Glabuen der anderen auch respektiert.

So sieht die Realität aber nicht aus. Glauben und alles, was es damit an Folgen hat, kann sehr viel Gutes und auch sehr viel Schlechtes anrichten.

Und das ist auch so. Es gibt keinen Respekt zwischen Religionen, sie bekämpfen sich gegenseitig und tun so als ob das nicht der Fall wäre. Die Geschichte lehrt einem aber die Wahrheit.

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Nun, ich bin der Denkform des historischen und dialektischen Materialismus verbunden und versuche immer die Gründe für ein Verhalten, dass ja ein Verhältnis ist, zu ergründen dh. in der wirklichen und damit produktiven Form des menschlichen Seins. Die Menschen verändern die Natur und damit die eigene menschliche Natur.

Das zu Entstehungszeit der Religionen zumeist antike Sklaverei herrschte ist eine wichtige Voraussetzung. Der antike Despotismus ist für die Abbildung eines übermächtigen und rätselhaftes Wesen eine der Vorbedingung. Vieles was heute durch die Entfaltung der Produktivkräfte, zumindest für die Menschen in der "ersten, besten" Welt, bekannt ist, war damals einfach unbekannt. Hinzu kam die Entstehung in einer Gegend in welcher gerne Geschichten und Märchen erzählt wurden. Die Sklaverei war fundamental, so wie heute die Lohnsklaverei fundamental ist und keine Verwunderung hervorruft. Wer wann die Bibel geschrieben hat bleibt ein unerquicklicher Streit in welchen ich mich durchaus nicht einmische, weil ich denke das ist im Zusammenhang nicht wirklich spannend. Spannend wäre das: Wem nützt es? Ich setze hier einen bejahrten Text im Fremdzitat ein der dem Suchenden ein Angebot macht ihn aber nicht auffordert dem zu Folgen:

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Die Philosophen haben die Welt nur verschieden interpretiert, es kommt darauf an sie zu verändern."

 

Karl Marx (1818-83) entwickelt in seinem berühmten Text nicht nur die These von der Religion als Opium des Volkes. Für ihn ist die Religion Ausdruck des gesellschaftlichen Elends und zugleich auch Protest gegen dieses Elend. Marx bezieht sich in seinen Ausführungen auf den Philosophen Feuerbach, der Gott und die Religion als Werk des Menschen herausgestellt hatte.  Aufgabenstellungen

Karl MarxReligion als Opium des Volkes

Für Deutschland ist die Kritik der Religion im Wesentlichen beendigt, und die Kritik der Religion ist die Voraussetzung aller Kritik.

Die profane Existenz des Irrtums ist kompromittiert, nachdem seine himmlische oratio pro aris et focis widerlegt ist. Der Mensch, der in der phantastischen Wirklichkeit des Himmels, wo er einen Übermenschen suchte, nur den Widerschein seiner selbst gefunden hat, wird nicht mehr geneigt sein, nur den Schein seiner selbst nur den Unmenschen zu finden, wo er seine wahre Wirklichkeit sucht und suchen muss.

Das Fundament der irreligiösen Kritik ist: Der Mensch macht die Religion, die Religion macht nicht den Menschen. Und zwar ist die Religion das Selbstbewusstsein und das Selbstgefühl des Menschen, der sich selbst entweder noch nicht erworben oder schon wieder verloren hat. Aber der Mensch, das ist kein abstraktes, außer der Welt hockendes Wesen. Der Mensch, das ist die Welt des Menschen, Staat, Sozietät. Dieser Staat, diese Sozietät produzieren die Religion, ein verkehrtes Weltbewusstsein, weil sie eine verkehrte Welt sind. Die Religion ist die allgemeine Theorie dieser Welt, ihr enzyklopädisches Kompendium, ihre Logik in populärer Form, ihr spiritualistischer Point-d'honneur ihr Enthusiasmus, ihre moralische Sanktion, ihre feierliche Ergänzung, ihr allgemeiner Trost- und Rechtfertigungsgrund. Sie ist die phantastische Verwirklichung des menschlichen Wesens, weil das menschliche Wesen keine wahre Wirklichkeit besitzt. Der Kampf gegen die Religion ist also mittelbar der Kampf gegen jene Welt, deren geistiges Aroma die Religion ist.

Das religiöse Elend ist in einem der Ausdruck des wirklichen Elendes und in einem die Protestation gegen, das wirkliche Elend. Die Religion ist der Seufzer der bedrängten Kreatur, das Gemüt einer herzlosen Welt, wie sie der Geist geistloser Zustände ist. Sie ist das Opium des Volks.

Die Aufhebung der Religion als des illusorischen Glücks des Volkes ist die Forderung seines wirklichen Glücks: Die Forderung, die Illusionen über seinen Zustand aufzugeben, ist die Forderung, einen Zustand aufzugeben, der der Illusionen bedarf. Die Kritik der Religion ist also im Keim die Kritik des Jammertales, dessen Heiligenschein die Religion ist.

Die Kritik hat die imaginären Blumen an der Kette zerpflückt, nicht damit der Mensch die phantasielose, trostlose Kette trage, sondern damit er die Kette abwerfe und die lebendige Blume breche. Die Kritik der Religion enttäuscht den Menschen, damit er denke, handle, seine Wirklichkeit gestalte wie ein enttäuschter, zu Verstand gekommener Mensch, damit er sich um sich selbst und damit um seine wirkliche Sonne bewege. Die Religion ist nur die illusorische Sonne, die sich um den Menschen bewegt, solange er sich nicht um sich selbst bewegt.

Es ist also die Aufgabe der Geschichte, nachdem das Jenseits der Wahrheit verschwunden ist, die Wahrheit des Diesseits zu etablieren. Es ist zunächst die Aufgabe der Philosophie, die im Dienste der Geschichte steht nachdem die Heiligengestalt der menschlichen Selbstentfremdung entlarvt ist, die Selbstentfremdung in ihren unheiligen Gestalten zu entlarven. Die Kritik des Himmels verwandelt sich damit in die Kritik der Erde, die Kritik der Religion in die Kritik des Rechts, die Kritik der Theologie in die Kritik der Politik.

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Die Kritik der Religion endet mit der Lehre, dass der Mensch das höchste Wesen für den Menschen sei, also mit dem kategorischen Imperativ, alle Verhältnisse umzuwerfen, in denen der Mensch ein erniedrigtes, ein geknechtetes, ein verlassenes, ein verächtliches Wesen ist, Verhältnisse, die man nicht besser schildern kann als durch einen Ausruf eines Franzosen bei einer projektierten Hundesteuer: Arme Hunde! Man will euch wie Menschen behandeln.

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Nun ist aber die Welt nach wie vor von der Anwendung menschlicher Arbeitskraft im Verhältnis der Ausbeutung gekennzeichnet. Damit haben alle möglichen Religionen und weltanschaulichen Bezüge einen materiellen Grund. Wir Menschen verhalten uns. Dabei ist eine riesige Palette von Verhaltensweisen möglich. Jedes Subjektive Verhalten ist vom Standpunkt des Subjekts, also des Menschen wie er da so steht und geht, immer nicht Irrational. Denn dieser Mensch hat jeweils seine Prämissen und nicht die Meinen oder die "Angesagten" welche gerade Modern sind.

Ich würde mich als unpolitische Kommunistin betrachten, weil keine der heute existierenden ökonomischen Klassen eine Lösung für sich allein zu Stande bringen kann, weil hier eben die Arbeit in ihrer Form der Arbeitsteilung zutiefst wirkt. Der junge Karl Max machte eine kurze Bemerkung, dass wenn die Arbeiter sich als Arbeiterklasse aufheben wollten sie die Arbeit negieren, also Aufheben müssten. Später klang das dann unter dem Druck eines politischen Herangehens anders. Doch wenn die Menschen sich gegenüber der bisherigen Metaepoche der klassengesellschaftlichen Gesellschaften emanzipieren, demzufolge sehr viel mehr von den Naturkräften verstehen und diese dann als Produktivkräfte wirken lassen und dies nicht nur in gesellschaftlicher sondern in gemeinschaftlichen Verhältnissen kann und muss dann ist auch jedem illusorischen Herangehen der Boden entzogen und ein tiefes Verständnis an dessen 'Stelle getreten.

Das nun die unterschiedlichen Menschen, wirklich mit gegensätzlichen Meinungen auftreten ist nunmehr nicht mehr "unerklärlich" sondern notwendige Folge einer in Zerrissenheit lebenden Menschheit. Die Religionen sind der Vorwand für Kriege nicht deren Grund. Damit also ist Begründung und Gründe fundamental auseinander zu halten.

Meine Großmutter hatte gute Sachen in petto, so diese: "Wer brüllt hat Unrecht". Danke Oma dafür und für viele kluge Lebensweisheiten, wenn ich diesen auch später eine ausufernde Form verpasst habe. Aber das hat frau davon wenn sie soviel Bücher vor der Nase hat und dann auch liest. Aber es gibt eben Menschen welche eben mit einem Buch auskommen. Schade das die Neugier so leicht zu besiegen ist. Bleibt schön Neugierig oder besser Interessiert. Was war vor dem Urknall?

Ich weiss nicht, welche Art der Toleranz du erwartest. Wenn du meinst, dass du jeden Blödsinn posten kannst und keiner ihn kommentieren darf, dann ist das sicherlich nicht meine Definition von Toleranz. Denn Toleranz ist nicht einseitig und schon gar nicht einseitig zugunsten von Unsinn.

Wenn jemand etwas glaubt ist das ersteinmal sein persönliches Ding. Sobald er aber in die Diskussion mit anderen tritt und erwartet, dass die Antwort, die er auf eine Frage hat, als sinnvoll angesehen werden soll, hat man seinen "Glauben" einzupacken und sich Mechanismen unterzuordnen, die einer Überprüfbarkeit durch jeden standhält. Und das sind Glaubensaussagen meistens nicht, sobald sie Übernatürliches mit einschließen.

Wenn also die Aussagen selber nicht schon Unsinn sind, dann ist es zumindest dumm anzunehmen, dass intelligente Leute jeden Unsinn akzeptieren und unkommentiert lassen.

Glaubensaussagen bewegen sich nicht annähernd auf dem Niveau von Aussagen, die zum Beispiel aus dem methodischen Naturalismus entspringen. Deshalb tun mir die Leute auch ein wenig Leid, die anfangen irgendwelche Bibelzitate um sich zu werfen, das als gebildetes Vorgehen verstehen und nicht den Hauch einer Ahnung haben, wie man strukturiert von Vermutungen zu validen Aussagen kommt. Noch mehr tun mir aber die Menschen leid, die in ihrer Gänze und Mühseligkeit den Schwachsinn von Glaubensaussagen identifizieren und transparent machen und trotzdem scheitern, weil die andere Seite eben genau sich nicht dieselbe Mühe gibt.

Wenn man meint, man muss Gott in eine Diskussion hineinnehmen, kann man das in dafür vorgesehenen Foren machen. Auf öffentlichen Foren keinen Gegewind zu erwarten ist wahrlich einfältig und dumm.

Dass manche Leute nichts mit dem Glauben an Gott anfangen können, ist ganz normal und für mich auch nicht schlimm. Jeder darf an das glauben, an was er glauben will. Eine "richtige" bzw. "die richtige" Religion gibt es nicht.

Du nennst in deiner Frage lediglich den Begriff "Gott" und bezeichnest diejenigen, die gegen Christen hier kommentier(t)en als "Ungläubige" - aber vielleicht glauben sie ja etwas anderes? Muslime, Buddhisten etc. sind ja keine Ungläubigen.

Was du anführst sind Aggressivitäten nichtchristlicher Personen gegenüber Christen - aber anders herum gehts auch und ist genau so weit verbreitet. Das fällt einem (jedenfalls mir) als Christ nur nicht so auf, weil man ja die mehr oder weniger gleiche Meinung vertritt. Aber ich bin mir sicher, in diesem Punkt stimmen mir einige Leute zu, die nicht an Gott glauben.

Ich für meinen Teil glaube an Gott, daran dass Jesus für die Vergebung der Sünden gestorben und auferstanden ist und wiederkehren wird, um Gottes Werk zu vollenden. Das bekenne ich und dafür schäme ich mich nicht.

Ganz liebe Grüße

Und die Kommentare laufen oft darauf hinaus, dass der Gläubige als einfältig und geradezu dumm dargestellt wird.

Meiner Meinung nach ist das der Beweis dafür, wie peinlich diese Gruppe von Menschen ist. Du musst dazu nur die Rollen vertauschen. Stell dir vor du hast kein Interesse an Sport aber treibst dich in Sport-Foren/Fragen herum und erzählst den Leuten, wie sinnlos Sportart XY ist :D

Warum ist das so?

Menschen erzählen andere Menschen gerne etwas, wenn Sie etwas tolles entdeckt haben, das liegt in unserer Natur und das in jedem Bereich. Hier aber sind die nicht so von Ihrer Sachen überzeugt und belügen sich teilweise gegenseitig in Gruppen.

Aber wieso können sich Gläubige und ungläubige oftmals einfach nicht respektieren?

Würdest du dich mehrere Stunden in einem Bereich herumtreiben, der dir so ziemlich egal ist? Ich bin zum Beispiel hier um bei Islamfragen zu helfen, weil ich damit helfen kann und mich gleichzeitig prüfe. So lerne ich dazu und kann dem einem vielleicht sogar helfen. Jemand, der überzeugt ist, das es keinen Gott gibt, der wird sich hier nicht herumtreiben aber das ist eben das Problem und gibt es keine Argumente, dann verliert man oft den Respekt gegenüber dem Gesprächspartner.

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