Intersubjektivität?

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Intersubjektivität= Für mehrere Personen gleichermaßen subjektiv nachvollziehbar und anerkennbar. Also: Völliger Blödsinn, kann gar nicht existieren.

Dankeschön für die gute Antwort! ich kanns zwar immer noch nicht mit dem Kontext(also diesem Textabschnitt der von Xenophon handelt) in Vebindung bringen, aber zumindest weiss ich jetzt, was der Begriff bedeutet.

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Eine "intersubjektive" Beziehung ist eine Subjekt-Subjekt-Beziehung im Gegensatz zu einer Subjekt-Objekt-Beziehung - so viel, wie gewünscht, in einem Satz.

Für jeden, der mag, dazu eine Erläuterung:

Bis Anfang des 20. Jahrhunderts hatten Naturwissenschaftler die Denkgewohnheit, dass die Natur und all ihre Erscheinungen sich quasi von außen betrachten und erforschen lassen, ohne dass der Beobachter (Betrachter oder Forscher) selber in das Beobachtete verwickelt ist. Spätestens die Quantenphysik hat dieses Naturbild verrückt. Im klassischen Sinn gibt es überhaupt keine "Objekte" mehr, das heißt keine Gegenstände, die einfach Ruhe halten, um von unsereins "objektiv" beschrieben werden zu können. Vielmehr sind ausnahmslos alle Dinge - auch alle "toten" - zumindest ein winziges bisschen renitent. Wir Menschen sowieso, obwohl wir auch im zwischenmenschlichen Umgang uns immer wieder einmal eine "Verdinglichung" des anderen anmaßen, ja, sogar im Umgang mit uns selbst. Aber all diese gewaltsamen Relativierungen menschlicher "Subjektivität" - so etwas scheint neuerdings ein Spielfeld von Hirnforschern zu sein - verkennen nicht nur das Wesen des Menschen, sondern das Wesen (des Seienden) überhaupt. Am angemessensten wäre es wohl, fernerhin weder vom Objektsein noch vom Subjektsein zu reden, was dann auch den Ausdruck "Intersubjektivität" beträfe. Denn in der Konsequenz der Rede von Subjektivität wie von Objektivität liegt, dass es kein Subjekt ohne Objekt und kein Objekt ohne Subjekt geben und somit der Begriff "Intersubjektivität" nur eine Finte sein kann. Einen wesentlichen Schritt weiter ging da etwa die Dialogphilosophie (Martin Buber u.a.), wonach Personen füreinander ein "Du" sind. Diesem und der entsprechenden "dialogischen" Beziehung sind gleichermaßen das "Es" (Objekt und Objektivität) und das "Ich" (Subjekt und Subjektivität) nachgeordnet. Einer solchen Ordnung wird sich ein Mensch freilich erst dann (wieder) fügen wollen, wenn er die ganze Welt persönlich nimmt und annimmt. Bis dahin bleibt ihm kaum etwas anderes, als sich im Tohuwabohu unterwürfig (objektiv) und unterwerfend (subjektiv) einzurichten.

Herzlichen Dank für den ausführlichen Hintergrund, ist ja interessant! Weisst du zufällig auch, was die Intersubjektivität in der Antike (besonders Griechenland) zu bedeuten hatte...? Auch wenn die damals den Begriff so noch nicht kannten...?

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@Turquenione

Danke für die Sympathie - um gleich ein erstes "intersubjektives" Wort aus dem Griechischen ins Gespräch zu bringen. Ein anderer Kandidat war ja schon "Dialog". An beiden Ausdrücken, achtet man auf ihre alte Bedeutung, ist bemerkenswert, dass sie nicht bloß etwas Zwischenmenschliches bezeichnen. Das gilt übrigens auch für die "philia" (Freundschaft) - siehe "Philosophie". Die Dreidimensionalität solcher Begriffe - Beziehung zu sich selbst, zum anderen und zu 'alles in allem' (Naturzusammenhang, Ideenwelt, Gott) lag wohl der "kindlichen" Antike noch wesentlich näher als der "aufgeklärten" Moderne. So weit ein erster Ansatz im Blick auf deine Nach-Frage.

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