Interpunktion bei wörtlicher Rede?

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2 Antworten

Deine Beobachtung ist richtig: der Punkt fehlt nun, nicht aber Frage- oder Ausrufezeichen. Diese Änderung wurde durch die Reform vorgenommen und soll (eigentlich) die Interpunktion erleichtern.
Die Dudenregel dafür ist K11. Dort heißt es in Punkt 1: "Vor dem Komma zwischen wörtlich wiedergegebenem Text und Begleitsatz (übergeordnetem Satz) verliert der wörtlich wiedergegebene Satz seinen Schlusspunkt."

Hier ganz kurz die aktuellen Möglichkeiten:
http://www.udoklinger.de/Deutsch/Grammatik/W.Rede.htm

Das ist neuester Duden. Und der sollte wohl richtunggebend sein. // Wenn nach dem wörtlich wiedergegebenen Text der Begleitsatz (übergeordnete Satz) folgt oder weitergeführt wird, setzt man ein Komma nach dem Schlusszeichen <§ 93>. •„Sie fahren sofort nach Hause!“, befahl er. •Sie rief: „Weshalb darf ich das nicht?“, und sah mich wütend an. •Als er sagte: „Das war ja wohl eine Schnapsidee!“, wurde ich sehr verlegen. // Also, lagst du ganz richtig. Und nun kannst du dich in Ruhe um dein Buch kümmern. Viel Erfolg!

Zeelas 06.12.2013, 09:02

Huhu

Danke dir schonmal für deine Antwort. Aber die Frage im Bezug auf den Punkt bei der Wörtlichen Rede ist leider immer noch nicht beantwortet. Ausrufe- und Fragezeichen sind mir soweit klar. Allerdings fehlt mir die Erklärung, warum bei einer wörtlichen Rede mit hinten angestelltem Begleitsatz der Punkt IN der wörtlichen Rede weggelassen wird (zumindest in den Romanen, die ich in den letzten Jahren gelesen habe.)

Beispiel: Patricia Cornwell - Totenbuch, S. 380, Z. 31
"Ich hole ihn", erbietet sich Lucy.

Das ist das Problem. Bei dem oben genannten Beispiel fehlt der Punkt. Und so ist das bei allen einfachen wörtlichen Reden mit angestelltem Begleitsatz, die eine einfache Aussage enthalten (also kein Ausruf, keine Frage). Aber warum ist das so? Wird das nur in der Literatur so verwendet oder lag mein damaliger Lehrer völlig falsch? Ich mein, der Unterricht ist schon über 15 Jahre. Da kann sich ja viel ändern. Aber es irritiert mich total.

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Sjuscha 06.12.2013, 10:02
@Zeelas

Ich würde dir vorschlagen, dir einen Duden zu kaufen. Den gibt es nicht nur für die Rechtschreibung, sondern auch als Grammatik-Duden. Ich würde den Duden u. nicht das, was du bei anderen siehst, als Richtschnur nehmen. Man kann übrigens auch bei der Duden-Redaktion anrufen. Das hab mich mal vor ein paar Jahren gemacht, als ich im Rechtschreib-Clinch mit einem Kollegen stand. Die haben mich durchgestellt, und unsere Frage wurde sofort - verbindlich und mit Regeln belegt - beantwortet. // "Ich hole ihn", erbietet sich L. : Da gibt es nix zu verstehen. Das ist eine Regel, die wir - egal ob logisch oder nicht - zu akzeptieren haben. Manches ändert sich sehr sehr lange nicht. Ich wurde vor 1950!!! eingeschult und lernte es auch schon so. Und es gilt immer noch. Freu dich, dass du die Regel kennst. Nicht immer gibt es Begründungen. Und nur der Lauf der Zeit, sprich der dauernde falsche Gebrauch der "Deutsch-Benutzer", könnte irgendwann diese Regel umstoßen. // Warum du die Zeile darüber "Beispiel: Patricia ... " mit aufgeschrieben hast, erschließt sich mir übrigens nicht. Tschüs

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Zeelas 06.12.2013, 10:11
@Sjuscha

Also heißt das, dass ich den Punkt wegzulassen habe (ich hab nicht nur einen Duden, allerdings keinen für die Grammatik. Währ vlt mal eine Anschaffung wert). Offenbar hab ich die Regel eben nicht verstanden, wenn ich jahrelang dem nachgegangen bin, was mir meine Lehrer beigebracht haben. Nämlich Punkt, Redezeichen, Komma, Begleitsatz.

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Zeelas 06.12.2013, 10:16
@Sjuscha

Auf die Idee bei Duden direkt anzurufen, bin ich auch schon gekommen. Da erreich ich aber niemanden .__.

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Sjuscha 06.12.2013, 10:44
@Zeelas

Ich hab nur einen Rechtschreib-Duden VOR der Reform. Da steht noch folgende Nr. drin: 0190870098, mo - fr v. 9 h - 17 h, allerdings nicht billig (zu DM-Zeiten waren das 3,63 DM/min). So, nachdem ich das reingeschrieben habe, hab ich versucht die Nr. anzurufen - gibt es nicht mehr. Ich würde bei kniffligen Fragen zu Rechtschreibung/grammatik etc. entweder jeweils Duden online aufrufen (= zeitaufwändig) o. mir tatsächlich einen Duden zulegen. Wie auch immer: Alles Gute!

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merrypotter 06.12.2013, 17:52
@Zeelas

@Zeelas

Dafür braucht man doch nicht im Dudenverlag anzurufen! Regel- und Korrekturseiten findet man genügend im Netz, z.B.

http://www.wörtlicherede.de/regeln-zeichensetzung.htm
(Scrollen bis Überschrift: Nachgestellter Begleitsatz)

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Sjuscha 07.12.2013, 14:51
@merrypotter

natürlich findet man genügend im Netz. Aber wenn man OFT einen Ratgeber nutzen will, ist es immer noch bequemer, in einem Buch nachzuschlagen als auf irgendwelchen sites rumzuscrollen.

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