Interpretation von "Die Küchenuhr", richtig geschrieben?

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2 Antworten

Inhaltlich ist das gute Stück schon gute 12 Jahre bei mir her, sodass ich nur unschöne stilistische "Patzer" mal korrigiert habe:

"eine Küchenuhr findet, welche genau in dem Zeitpunkt stehen blieb, wo er alles verlor."
eine Küchenuhr findet, welche/die genau zu dem Zeitpunkt stehen blieb, in dem er alles verlor.

"dieser Geschichte den Moment, wo man wichtiges"
dieser Geschichte den Moment, in dem man wichtiges

"Zunächst geht der junge Mann, welcher erst zwanzig war zu den anderen und setzt sich zu denen in der Bank."
Zunächst geht der junge Mann, welcher/der erst zwanzig ist, auf eine (kleine) Gruppe Menschen zu und setzt sich zu ihnen auf die Bank.

"Er zeigt denen seine Küchenuhr und beschreibt diese ein wenig."
Er zeigt ihnen (besser) seine Küchenuhr und beschreibt diese ein wenig.

"Einige Zeit später wird er gefragt, ob er alles verloren hätte, was er auch bejahte."
Einige Zeit später wird er gefragt, ob er alles verloren hätte, was er auch bejaht.

"Er erwähnte, dass es für ihm diese Uhr, welche kaputt ist ein Zeichen
des Paradieses ist, da genau zu diesem Zeitpunkt, wo die Uhr kaputt
ging, auch seine Eltern starben. Nämlich um halb drei. Er außerdem erwähnte, dass dieser Zeitpunkt eigentlich immer genau der Zeitpunkt war, wo er nach Hause von der Arbeit kam und das der eigentliche Witz bei dieser Sache sei."

Schreib die Sätze um. Zu verschachtelt. Zu viele Infos. Zu wirres Deutsch.

"Danach sagte er nichts mehr und sah ganz alt aus."
Meines Wissens nach, sah er vorher bereits deutlich älter bzw. alt aus. Nicht erst jetzt.

"Der Mann neben ihm, sah auf seine Schuhe, konnte diese aber nicht sehen, Er dachte immerzu an das Wort Paradies."
Was willst du damit mitteilen? Dass Borchert die Geschichte so enden ließ, hat einen (dramaturgischen) Grund. Nicht einfach das Satzende irgendwie abschreiben sondern den SInn dahinter erklären. Auf Kommafehler achten.

"Die Hauptfigur scheint in einem traurigen Zustand zu sein, da er alles verlor."
Was heißt scheint? Sie ist es.

"Er ist ca. zwanzig Jahre alt, hat alles verloren und hat trotz seines
jungen Alters ein altes Gesicht, weshalb man ihn eigentlich nur von
seiner Gehart als jungen Mann erkennen konnte."

Du wiederholst dich zu oft. Wir wissen bereits mehrfach, dass er alles verloren hat. Besser: ... weshakb man ihm nur aufgrund seiner Gehart als  ....

"Wie seine Beziehung zu denen auf der Bank ist, kann man nicht genau
sagen, meine Vermutung ist, dass es fremde Leute sind, welche jedoch mit ihm reden, da sie ihn anfangs nämlich keine Beachtung geschenkt haben."

Eigentlich schon. Die Beziehung lässt sich sehr gut anhand der Reaktionen der Menschen "konstruieren". Der Satz mit "meine Vermutung ist" ist für eine Interpretation eher unglücklich.

"Die Leute , welche auf der Bank , haben keine richtige Beziehung zu ihm und sahen ihn auch anfangs nicht an. Einer sah auf seine Schuhe, die andere ihn Ihren Kinderwagen. Nach einiger Zeit kamen sie jedoch ins Gespräch. Das Gespräch blieb kurz und es wurde keine richtige Beziehung oder eine Freundschaft aufgebaut, nur halt ein normales Gespräch zwischen den drei."
Hast du den Text überhaupt mal Korrektur gelesen? Oft fehlen mittendrin Wörter oder die Sätze klingen furchtbar. Die Leute auf der Bank haben keine richtige Beziehung zu ihm und sehen ihn auch anfangs nicht an. Einer sieht auf seine Schuhe, eine andere ihn ihren Kinderwagen. Nach einiger Zeit kommen sie jedoch ins Gespräch. Das Gespräch bleibt kurz und es wird keine richtige Beziehung oder eine Freundschaft aufgebaut, nur halt ein normales Gespräch zwischen den drei. Letzterer Satzabschnitt geht so gar nicht. Er ist völlig umgangssprachlich und während du oben noch von 5 Personen sprichst, sind es nun nur noch drei.

"Es scheint so, als wäre der Mann der Leidtragende und die Leute auf der Bank die Seelsorger, Schaut man sich die Sprache an, merkt man, dass der Satz überwiegend als Paratax geschrieben wurde, jedoch in Form einer „Kunstsprache“. Der Mittelteil besteht hauptsächlich nur aus wörtlicher Rede, wohingegen der Anfang so gut wie keine wörtliche Rede enthält."
Satz eins kannst du ohne Erklärung nicht einfach so stehenlassen. Inhaltlich kann ich zu den anderen Sätzen nichts mehr sagen, da das Thema zu lange her ist.

"Der Schluss ist halt ein Mix aus wörtlicher Rede und normalem erzählen."
Der Satz ist wieder zu umgangssprachlich. Der Schluss ist eine Mischung aus wörtlicher Rede und normalem Erzählen.

"Die Erzählperspektive ist hier die des personalen Erzählers und zwar aus der Sicht der Leute aus der Bank. Der Zeitpunkt, wo die Uhr stehen
bleibt, wird immer wieder wiederholt, weshalb ich die Vermutung habe,
dass der Zeitpunkt eine Art Anspielung oder ein Symbol für etwas sein
soll. Die Uhr an sich scheint, wie ich dem Text entnehmen konnte eine
Art Symbol für das Wort Paradies zu sein."

... und zwar aus der Sicht der Leute, die auf der Bank sitzen. Der Zeitpunkt, an dem die Uhr stehen geblieben ist, wird immer wieder wiederholt, weshalb ich die Vermutung habe, dass der Zeitpunkt eine Art Anspielung oder ein Symbol für etwas sein soll. Die Uhr an sich scheint, wie ich dem Text entnehmen konnte eine Art Symbol für das Wort Paradies zu sein. Hör mit Sätzen wie "ich habe die Vermutung" oder "ich konnte dem entnehmen" auf und schreib prägnant was du wo und warum entnehmen konntest. Der Satz mit "oder ein Symbol für etwas sein soll" geht gar nicht. Wieder zu allgemein und umgangssprachlich. Sag doch einfach an dieser Stelle, für was die Uhr oder der Zeitpunkt Symbol ist und nicht, was es sein könnte.

"Denn die Küchenuhr ist ein Symbol, dass die Eltern des jungen Mannes im
Paradies sind, da diese nämlich genau in dem Moment stehen blieb, wo
seine Eltern starben."

Denn die Küchenuhr ist ein Symbol, dass die Eltern des jungen Mannes im
Paradies sind, da diese nämlich genau in dem Moment stehen blieb, in dem
seine Eltern starben.

"Der Auto will den Leser auffordern"
Der Autor ...

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Kommentar von ralphdieter
26.12.2015, 18:07

Eine tolle Korrektur, die ich nur unterstreichen kann! Nur beim "Gehart" fragte ich mich, ob es auch ein "Geweich" gibt :-) "Gangart" finde ich unverfänglicher.

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In der Kurzgeschichte „Die Küchenuhr“ geschrieben von Wolfgang Borchert in einem unbekannten Jahr, geht es um einen jungen Mann, der in seiner alten Schublade eine Küchenuhr findet, welche genau in dem Zeitpunkt stehen blieb, wo er alles verlor.
Der Autor thematisiert in dieser Geschichte den Moment, wo man wichtiges aus dem Leben verliert und kritisiert die Ignoranz anderer Leute.
Kommen wir nun zum Hauptteil und der Inhaltsangabe: Zunächst geht der junge Mann, welcher erst zwanzig war zu den anderen und setzt sich zu denen in der Bank. Er zeigt denen seine Küchenuhr und beschreibt diese ein wenig. Einige Zeit später wird er gefragt, ob er alles verloren hätte, was er auch bejahte. Er erwähnte, dass es für ihm diese Uhr, welche kaputt ist ein Zeichen des Paradieses ist, da genau zu diesem Zeitpunkt, wo die Uhr kaputt ging, auch seine Eltern starben. Nämlich um halb drei. Er außerdem erwähnte, dass dieser Zeitpunkt eigentlich immer genau der Zeitpunkt war, wo er nach Hause von der Arbeit kam und das der eigentliche Witz bei dieser Sache sei. Das einzige, was ihm übrig blieb, war diese Uhr und nicht mehr. Danach sagte er nichts mehr und sah ganz alt aus. Der Mann neben ihm, sah auf seine Schuhe, konnte diese aber nicht sehen, Er dachte immerzu an das Wort Paradies. Kommen wir nun zu den Figuren: insgesamt werden ca. 5 Figuren beschrieben. Die Hauptfigur scheint in einem traurigen Zustand zu sein, da er alles verlor. Er ist ca. zwanzig Jahre alt, hat alles verloren und hat trotz seines jungen Alters ein altes Gesicht, weshalb man ihn eigentlich nur von seiner Gehart als jungen Mann erkennen konnte. Wie seine Beziehung zu denen auf der Bank ist, kann man nicht genau sagen, meine Vermutung ist, dass es fremde Leute sind, welche jedoch mit ihm reden, da sie ihn anfangs nämlich keine Beachtung geschenkt haben. Die Leute , welche auf der Bank , haben keine richtige Beziehung zu ihm und sahen ihn auch anfangs nicht an. Einer sah auf seine Schuhe, die andere ihn Ihren Kinderwagen. Nach einiger Zeit kamen sie jedoch ins Gespräch. Das Gespräch blieb kurz und es wurde keine richtige Beziehung oder eine Freundschaft aufgebaut, nur halt ein normales Gespräch zwischen den drei. Es scheint so, als wäre der Mann der Leidtragende und die Leute auf der Bank die Seelsorger, Schaut man sich die Sprache an, merkt man, dass der Satz überwiegend als Paratax geschrieben wurde, jedoch in Form einer „Kunstsprache“. Der Mittelteil besteht hauptsächlich nur aus wörtlicher Rede, wohingegen der Anfang so gut wie keine wörtliche Rede enthält. Der Schluss ist halt ein Mix aus wörtlicher Rede und normalem erzählen. Die Erzählperspektive ist hier die des personalen Erzählers und zwar aus der Sicht der Leute aus der Bank. Der Zeitpunkt, wo die Uhr stehen bleibt, wird immer wieder wiederholt, weshalb ich die Vermutung habe, dass der Zeitpunkt eine Art Anspielung oder ein Symbol für etwas sein soll. Die Uhr an sich scheint, wie ich dem Text entnehmen konnte eine Art Symbol für das Wort Paradies zu sein. Es wird im Text Allegorie verwendet, Zitat: [Sie ist nur wie ein Teller, so mit weißem Lack] Zeile 8. Es finden im Text außerdem noch Wiederholungen statt, wie beispielsweise: [Nein, lieber Herr, nein, da irren Sie sich. Das hat mit den Bomben nichts zu tun. Sie müssen nicht immer von den Bomben reden. Nein.] Zeile 28-29. Schaut man sich den Titel an, merkt man, dass dieser sehr passend gewählt ist, aufgrund der Tatsache, dass die Küchenuhr eine tragende Rolle hier spielt und es in der ganzen Geschichte darum geht. Denn die Küchenuhr ist ein Symbol, dass die Eltern des jungen Mannes im Paradies sind, da diese nämlich genau in dem Moment stehen blieb, wo seine Eltern starben. Vergleicht man den Anfang und das Ende der Geschichte, so fällt auf, dass die Stimmung sich dramatisch verändert hat, denn anfangs sieht man, dass niemand den Mann beachtet und ihn nicht mal anguckt, wohingegen es am Ende genau andersherum ist. Alle schauen ihn an und reden mit ihm. Der Auto will den Leser auffordern darüber nachzudenken, wie schnell doch das Leben vergehen kann und man nicht alles so stressig sehen sollte, sondern über etwas auch mal hinweg sehen sollte. Desweiteren möchte er dem Leser mitteilen sich nicht von anderen leiten zu lassen, sondern auch mal selbstständig und damit unabhängig zu werden. Die Gesamtaussage der Geschichte ist heute noch aktuell, da immer wieder wichtige Leute aus der Familie sterben und es immer solche Momente gibt. Meiner Meinung nach ist die Geschichte sehr gelungen und auch realitätsnah, da auch in 100 Jahren Leute sterben werden, sofern sie noch leben und man davon auch sehr viel für sein eigenes Leben lernen kann.


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