Interpretation einer Strophe. Wie würdet ihr diese interpretieren?

3 Antworten

Kritik an einer Stadt, die auf ihren maßlosen Reichtum stolz ist und stets in der Begierde nach noch mehr Reichtum lebt. Gerade dieser äußerliche Prunk ist im Grunde "elend", also wertlos, erbärmlich, und wird zu recht geschmäht. Die schweren Straßen: breite, protzige Straßen, die den Menschen erschlagen.

"Verzerrter Zierde": Die Häuser sind überladen mit Verzierungen, verschnörkelt, geschmacklos, unecht, Man denkt an ein "verzerrtes" Gesicht, ein schiefes Lächeln, eine Grimasse, eine Maske, die das eigentliche Elend, die geistige Schäbigkeit und Leere verhüllen soll. 

Vielen vielen Dank! Du hast mir soo sehr weiter geholfen!!! 

Wenn du Zeit hast und möchtest würde ich dich bitten mir noch einen Vorschlag für eine weitere Und letzte Strophe zu geben. 

"Schamloser Tag entdeckt dir die Konturen.
Die Häuser stehn befleckt mit Staub und Ruß,
Es flirrt um Eilende und Wagenhaufen
Furchtsame Weiber, Männer, blasse Hu*en..."

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@lion246

Nach Tagesanbruch zeigt der helle Tag schonungslos die Wahrheit, die bisher im Halbdunkel verborgen war. 

Die protzigen, scheinbar glänzenden Häuserfassaden sind befleckt, d. h. unrein, auch im Sinne von sündig. Staub und Ruß: Gegenteil von Sauberkeit, Reinheit. Ruß kommt aus Industrievierteln, in denen nicht nur der Reichtum und der scheinbare Glanz der Innenstadt produziert wird, sondern auch die Abfallprodukte die sich dem genauen Blick nun zeigen. 

"Es flirrt": Man kann nicht genau sagen, was da flirrt, d. h. alles flirrt, betäubt die Sinne, trübt den klaren Blick. 

Die Menschen sind nur "Eilende", sie haben kein Gesicht, keine Individualität, sind hektisch in Bewegung. Wagenhaufen: Eine Metapher für das wilde Getriebe des Großstadtverkehrs. Haufen: etwas Zusammengeworfenes oder gar ein Abfallhaufen, Hundehaufen, also ganz abwertender Sinn. 

Letzter Vers: Eine gefährliche, bedrohliche Stimmung. Frauen (Weiber = Objekte, ohne eigenen Willen, unterworfen) haben Angst, Männer stehen zwischen diesen "Weibern" und den Hu.en, den käuflichen, schamlosen Frauen. Die Stadt als Ort  von Männern, die entweder Frauen beherrschen oder Frauen kaufen. Kauf ist auch eine Art der Herrschaft. 

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Hallo!

Ich würde es so interpretieren, dass die "stolze Stadt" zwei Gesichter hat: Einmal grenzenloses Elend, einmal Überfluss und Völlerei. Aber das ist subjektiv!

Hoffe ich konnte dir dennoch helfen :) Liebe Grüße!

Kannst du mir deine Interpretation noch näher erklären? Bzw.: wieso ein Gesicht des grenzenlosen Ehlends 

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@lion246

Das "Gesicht des grenzenlosen Elends" ist eine Metapher und in meiner Definition können es heruntergekommene Häuser, armselig hausende Menschen, hohe Kriminalitätsraten und Alkoholismus/Arbeitslosigkeit sein.

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@rotesand

Könntest du mir noch eine einzelne Interpretation zu diesem Vers geben? "Und schwerer Straßen sehr verzerrte Zierde." 

Danke sehr!

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Ich würde das so interpretieren, dass von einer Stadt die Rede ist, die vor Prunk nur so überquillt und daneben sieht man das Elend der Armenviertel/ Slums. Eine reiche Stadt die nicht in der Lge ist die Ärmsten zu versorgen. Sie nimmt es sogar den armen um es den reichen zu geben. 

Beispiel könnte vllt Sao Paulo sein

Interpretation Erich Frieds (Nähe)

Hallo ich suche dringend jemand der mir dieses Gedicht grob interpretieren kann, ich versteh glaub ich fast nichts außer, dass die beiden beim leibesspiel sind ab der zweiten strophe.. die 3. Strophe bereitet mir am meisten schwierigkeiten Wäre auch super wenn mir jemand die Metrik dazu sagen könnte danke schon mal!!

Nähe von Erich Fried

  1. Strophe

Wenn ich weit weg bin von Dir

und wenn ich die Augen zumache

und die Lippen öffne

dann spüre ich wie Du schmeckst

nicht nach Seife und antiseptischen Salben

nur nach Dir

und immer näher nach Dir

und immer süßer nach Dir

je länger ich an Dich denke

und manchmal nach uns

nach Dir und nach mir und nach Dir

.2. Strophe

Aber wenn ich bei Dir bin

wenn ich Dich küsse und trinke

und Dich einatme

und ausatme und wieder einatme

wenn ich mit offenen Augen

fast nichts von Dir sehe

ganz vergraben in Dich

in Deine Haut und in Deine

Haare und Decken

die duften nach Dir

dann denke ich an Dein Gesicht

weit oben

wie es jetzt leuchtet

oder sich schöne verzieht in rascherem Atem

und denke an Deine Worte

und an Dein Weinen zuletzt

im Fenster des Zuges

.3. Strophe

Wenn ich bei Dir bin

ist vieles voller Abschied

und wenn ich ohne Dich bin

voller Nähe und Wärme von Dir

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