Internetseite für LANGFRISTIGE Aktienkursentwicklung gesucht

5 Antworten

Recherchiere mal nach dem Stichwort "historische Aktienkurse". Es gibt diverse Websites, auf denen derartige Daten für einzelne Werte oder Marktsegmente zu finden sind. Allerdings meist nicht über den kompletten Zeitraum, sondern nur für bestimmte Abschnitte. Man muss sich diese Daten dann selbst zusammensammeln und z. B. in eine Datenbank importieren.

Vorsicht: das sind RICHTIG fette Datenberge. Ich habe hier z. B. noch ein Archiv von Tagesdaten vom "Neuen Markt" rumfliegen aus der Boomzeit um die Jahrtausendwende. Das sind etliche Millionen Einzeldatensätze. Wenn Du sowas auswerten willst, brauchst Du schon eine gute Idee, wie man diese Datenberge bändigt - und ggf. auch einen fähigen Programmierer, falls Du nicht selbst Software entwickeln kannst.

das hatte ich gemacht, allerdings finde ich da auch nur eine Historie bis bestenfalls Ende 80er/Anfang 90er. Welche Seite liefert weiter zurückliegende Historien ?

Also je mehr Daten, desto besser. Am besten in Form eines Excel-Sheets, da kann man dann gut Auswertungen mitmachen. Das Problem ist nur, woher bekommt man die längerfristigen Kurshistorien ? Die Zeiten des "Neuen Marktes" liegen ja vergleichsweise noch nicht lange zurück.

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@checkhack

Also Indexdaten habe ich hier bis anno dunnemals rückwirkend rumliegen - allerdings nur für diejenigen Indizes, die es halt auch wirklich schon so lange gibt. Dow Jones Transportation ist z. B. ein Uralt-Index, Daten ab 1896 habe ich hier im Archiv. Ggf. Mail, falls Interesse.

Du wirst aber generell das Problem bekommen, dass Du die Daten, die Du zusammensammelst, selbst konsolidieren musst. Bedenke, dass wir in der Zwischenzeit Währungsreformen hatten, bei Aktien Kapitalmaßnahmen erfolgt sind (die in den Kursdaten nicht ausgewiesen werden) usw. Es ist durchaus nicht-trivial, historische Aktienkurse wirklich ernsthaft auszuwerten.

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Vorsicht: das sind RICHTIG fette Datenberge.

Nana, nicht übertreiben. ;)

Ich habe hier z. B. noch ein Archiv von Tagesdaten vom "Neuen Markt" rumfliegen aus der Boomzeit um die Jahrtausendwende. Das sind etliche Millionen Einzeldatensätze. 

Welche sich sogar in Access problemlos auswerten lassen. Da braucht man nicht mal eine Datenbank.

Wenn Du sowas auswerten willst, brauchst Du schon eine gute Idee, wie man diese Datenberge bändigt - und ggf. auch einen fähigen Programmierer, falls Du nicht selbst Software entwickeln kannst.

Naja. Ich hab schon Programme entwickelt, welche täglich Testerdaten im Umfang von 60 - 100 GB verarbeiteten. Einmal wars auch eine Abfrage für eine harmlose Tabelle mit grad mal reichlich 30.000 relevanten Datensätzen: In dieser mußte ich die Tabelle viermal mit sich selbst verknüpfen. Bei dieser runden Trillion von Datensätzen dauerte die Abfrage etwa eine halbe Stunde. Daher halte ich das vom Fragesteller angesprochene Projekt für relativ trivial, was die Datenmengen angeht. Die anderen von dir angesprochenen Probleme wiegen deutlich schwerer.

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@cg1967

Ja, die Aufbereitung der Daten ist sicher nicht ganz simpel. Es geht mir aber auch nicht um eine vollständig exakte Erfassung (die hat man auch in der heutigen Zeit nicht (also man bekommt in der Praxis nie exakt die Performance des DAX hin wegen Transaktionskosten für Dividendenwiederanlage, Steuern etc., die bei der DAX-Berechnung ja nicht berücksichtigt werden)).

Wichtig wären mir neben der Kurshistorie vor allen Dingen Informationen über die Dividende.

Die Kapitalerhöhungen sollten idealer Weise natürlich auch berücksichtigt werden. Im Vergleich zum Dividendeneinfluss ist dieser Einfluss aber eher gering. Sie spielen für meine Betrachtung (aus Anlegersicht) zumindest bei Auschluss des Bezugrechts auch keine Rolle. (war früher das Bezugsrecht nicht meist eh ausgeschlossen ? Früher gab es ja nur physische Aktien und dann hätten alle diese Aktienbesitzer kontaktiert werden müssen, von denen man aber oft gar nicht weiss, um wen es sich handelt)

Hätte man nun zB tägliche Datensätze, dann könnte man bei einer grösseren Abweichung zum Vortag nochmal genauer hingucken.

Aber ohne Datensätze geht das nicht.

Das Datum der Währungsreformen ist ja allgemein bekannt und sollte für die Auswertung kein Problem darstellen. Ohnehin gehe ich davon aus, dass wenn, man wohl Daten zu amerikanischen Unternehmen bekommt, und da gabs ja seit Gründung des DOW den Dollar.

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@cg1967

Tagesdaten aber auch Minutendaten sind ja auch Mumpitz. Professionelle Chartprogramme kommen da mit längeren Historien problemlos klar. Wirklich groß sind diese Datenmengen auch nicht. Problematisch wird es mit Futures, Optionen und Timefrimes < M1 und der Zuverlässigkeit hinsichtlich Kurslücken, Adjustierung bei Futures, Indexanpassungen, Währungsschwankungen und Änderungen des Marktverhaltens. Letzteres aufgrund der enorm gestiegenen Automatisierung (Algo-Trader) insbesondere etwa ab dem Jahr 2000. Damit relativiert sich die Aussagekraft einer historischen Datenserie bis ins Unbrauchbare, insbesondere auch für die meisten 'Forschungs'-Zwecke.

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@cg1967

@cg1967, @Mich12:

Nochmal zum Thema Datenmengen: es ist schon klar, dass man die selbst mit dem "guten" alten Access verarbeiten kann, und in Zeiten von Gigahertz-getakteten CPUs auch in brauchbarer Zeit Auswertungen darauf fahren kann. Und Chartprogramme haben meist eh eine eigene, spezialisierte Datenverwaltung. Allerdings habe ich in meinem beruflichen Leben als EDV-Mensch schon genug Leute gesehen, die bereits bei Datenreihen mit einigen hundert Datensätzen Herzklopfen bekommen haben. Und auch vernünftige SQL-Abfragestatements formulieren sich nicht von selbst.

Wenn der Fragesteller mehr machen will, als einfach nur alte Charts anschauen bzw. gegeneinander abgleichen, dann muss er selbst auf Ebene der Rohdaten ran. Und da wird's spannend, wenn man nicht gewohnt ist, auf größeren Datenbeständen zu arbeiten.

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@dan030

es spielt ja auch immer eine Rolle, was man unter "größeren Beständen" versteht. Wer mit ein paar hundert Datensätzen oder einfachen Joins nicht klar kommt, dürfte sich für obiges auch nicht interessieren. Chartprogramme akzeptieren oft neben dem eigenen Format, einen adjustierbaren CSV-Import. Ich habe mir mal Spasseshalber aus meinem Archiv den Dow auf Tagesbasis angeschaut, von 1920 - 2009. Das sind 1044 kB bei 20096 Zeilen. Enthalten sind die üblichen Verdächtigen: Datum, OHCL auch V u. OI, doch erstaunlich klein. Und genau das meinte ich, diese paar Daten, das ist Mumpitz.

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@checkhack

Noch zum Thema Kapitalerhöhungen usw.: wenn Du Dich innerhalb der deutschen DAX-Landschaft bewegst, kannst Du Dir evtl. einiges an Arbeit bezogen auf Einzelwerte ersparen, wenn Du Dir nicht nur den DAX Performance Index, sondern parallel auch den Kursindex anschaust. Oder etwas breiter aufgestellt halt CDAX, den es auch wieder doppelt gibt.

Als der DAX eingeführt wurde, hat man ihn "virtuell historisch zurückgerechnet". D. h. man hat quasi nach der DAX-Einführung versucht, das Indexberechnungsschema auf historische Kursdaten anzuwenden. Dafür sind Zeitreihen rückwirkend bis ca. 1960 verfügbar.

Für US-Werte sowie auch die paar dort gehandelten ADRs deutscher Wertpapiere kannst Du dir übrigens historische Dividendenzahlungen und Kapitalmaßnahmen bei Yahoo Finance ab ca. 1990 rausziehen, sogar je Wertpapier mit CSV-Downloadmöglichkeit. Aber man muss eben werteweise durch. Achtung: Dividenden auch für deutsche ADRs dort in USD.

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> langfristige Entwicklungen von nach Möglichkeit 100 Jahren und mehr

Das dürfte bei den meisten IT-Unternehmen schwerfallen ;-)

Ich sehe zwei Möglichkeiten, wo Du suchen könntest. Zum einen auf der Website des Unternehmens. Zum anderen im Archiv einer größeren Tageszeitung - die Ausgaben nach 1945 sind manchmal auch im Internet zu finden, die davor wohl nicht.

https://www.uni-bamberg.de/ub/ausleihe-und-online-zugriff/online-zugriff/online-zeitungsarchive/

Ja klar gibt es keine lange Kurshistorie im IT-Bereich. Aber es würde schon langen, an Daten zu den grössten Unternehmen der jeweiligen Zeit zu kommen.

Ich hatte bereits bei BMW und Siemens auf der HP geschaut. Das ging wohl noch nichtmal ganz bis zur Gründung des DAX '87 zurück, obwohl diese Unternehmen ja schon weitaus früher auch börsennotiert waren.

Das mit dem Archiv einer grossen Zeitung ist sicherlich vielversprechend. Allerdings konnte ich - wie du ja auch schreibst - über Internet net viel erreichen. Sich das dann irgendwo vor Ort rauszusuchen, ist sicherlich auch ziemlich aufwendig.

Dennoch bin ich überzeugt, dass diese Daten irgendwo bereits gesammelt sein müssten (und womöglich online abrufbar). Auch wenn es jetzt nicht völlig alltäglich ist, hatten diesen Bedarf sicherlich auch schon einige andere vor mir gehabt (und hoffentlich etwas zusammengestellt)

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Tagesdaten aber auch Minutendaten sind hinsichtlich Datenmenge nicht die Rede Wert. Professionelle Chartprogramme kommen da mit längeren Historien problemlos klar. Hinsichtlich der Daten selbst muss man dazu sagen, dass das ein sehr einträgliches Geschäft ist und Daten, insbesondere historische Kursdaten (alles, was über einen kurzfristigen Zeitraum von wenige Tagen bis ein paar Wochen hinausgeht) i.d.R. nicht günstig zu erwerben sind. Da einfach mal so Historien der letzten 100 Jahre und dann noch möglichst umsonst aber trotzdem zuverlässig. Das beisst sich mit den Geschäftsmodellen verschiedener Datenanbieter.

Ein solcher Anbieter ist z.B. https://www.cqgdatafactory.com/   Laut deren Seite bis in die 1930er Jahre hinein. CQG bietet hochwertige Daten an und ist einer der momentanen Topanbieter für professionelle Datenversorgung

Bei historischen Daten wird es problematisch bei Futures, Optionen und Timefrimes < M1 sowie der Zuverlässigkeit hinsichtlich Kurslücken, Adjustierung bei Futures, Indexanpassungen, Berücksichtigune/Nichtberücksichtigung von Ausschüttungen, Währungsschwankungen und Änderungen des Marktverhaltens. Letzteres aufgrund der enorm gestiegenen Automatisierung (Algo-Trader) insbesondere etwa ab dem Jahr 2000. Damit relativiert sich die Aussagekraft einer historischen Datenserie bis ins Unbrauchbare, insbesondere auch für die meisten 'Forschungs'-Zwecke. Für Handelssysteme zum Beispiel sind Daten vor 1996-2000 gänzlich unbrauchbar. Weiterhin und immerwieder missverstanden sind einzelne Punkte eines Index von etwa 1990 zu 2015 nicht vergleichbar. Die Berechnungsgrundlagen sind gänzlich andere, lediglich für Schönrechnungen wird das immer wieder gerne genommen.

Für welche Zwecke du auch immer die Daten verwenden möchtest ... wie oben geschrieben gibt es einige Dinge, die eine wirkliche Verwertbarkeit dieser Daten in Frage stellen bzw. das zumindest enorm relativieren. Und mit dem Ziel die Daten nur als Poster zu verwerten, hast du die Frage vermutlich nicht gestellt.

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