Intelligenz: Wie aussagekräftig ist ein IQ-Test?

15 Antworten

Der IQ-Test ist eigentlich ein Test, der das Verständnis und Wissen einer Person im Vergleich mit einer größeren Allgemeinheit aufzeigen soll. Der IQ-Test liefert einen Rahmen in dem sich das geistige Vermögen einer Person bewegt.

Eigentlich hat er relativ wenig Aussagekraft.

Zum einen kann man nicht jeden Menschen einfach mit einem anderen vergleichen. Nichtsdestotrotz müssen aber Vergleichskriterien aufgestellt werden, nach denen beurteilt wird. Einige erfüllen bestimmte Kriterien anders und in anderem Ausmaß als andere, daher kann man nach einem IQ-Test davon ausgehen, dass der Wert um bis zu 30 Punkte (15 höher/drunter) schwanken kann. Bei einem IQ von 100 ist 15% Abweichung nicht gerade eine Punktlandung.

In meiner Branche nennt man so ein "Ergebnis" unzulässig, da der Toleranzwert der Genauigkeit viel zu sehr überschritten wurde.

15% Abweichung ist nicht aussagekräftig!

Dass der Durchschnittswert 100 ist, hat ja prinzipiell erstmal nichts zusagen. 100 wurde wahrscheinlich einfach nur gewählt, damit man niemandem sagen muss, dass er einen negativen IQ hat, wenn er unter dem Durchschnitt ist. (Negativ = Schlecht)

Dass aber genau dieser Wert (Null) der Durchschnitt ist, wurde sicherlich irgendwann einmal über eine Studie, wo man eine größere Zahl Menschen getestet hat festgelegt.

Ob der heutzutage immer noch da liegt... wer weiß :)

Bitte? Wie kommst du auf 15 Prozent? Die Standardabweichung von 15 Prozent bedeutet NICHT!, dass die Messergebnisse eine solche Ungenauigkeit haben, sondern dass die Verteilung der Intelligenz in der Bevölkerung diese Abweichung besitzt.

Wenn solche Tests gemacht werden, interessiert man sich auch nicht für den punktgenauen Wert, sondern für den Bereich, in dem die Intelligenz liegt.

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@neutrino666
Beim IQ Test sagt man, dass Schwankungen um bis zu 15 Punkte nach oben oder unten normal sind...Der Durchschnitt befindet sich deshalb nicht genau bei 100, sondern in der Spanne von 85 bis 115.

https://www.wissen.de/wie-hoch-ist-eigentlich-die-aussagekraft-eines-iq-tests

Wenn der IQ laut einem Arzt bei 100 liegt, dann kann er auch bei 85 oder 115 liegen.

Wenn man dazu noch Grundschulmathematik beherrscht, kann man ganz leicht durch Subtraktion berechnen, dass eine Abweichung von +- 15% besteht.

Wenn solche Tests gemacht werden, interessiert man sich auch nicht für den punktgenauen Wert, sondern für den Bereich, in dem die Intelligenz liegt.

Wenn es darum geht, ob jemand hochbegabt ist oder nicht, dann wird derjenige mit einem IQ von 115 sehr wahrscheinlich nicht zugelassen, obwohl er damit argumentieren könnte, dass sein IQ durch die Abweichung um 15 Punkte (~13%) trotzdem noch an die 130 kommt, was eine Hochbegabung bestätigen würde.

Demnach ist also nicht zwingend nur der Bereich von Interesse, sondern die Zahl als solche.

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@RobertMeyer87

Und diese Seite schätzt du als seriös ein? Es gibt kein festes Intervall, sondern die Abweichung folgt selbst wieder einer Standardabweichung. Der Standardmessfehler bei heutigen Tests liegt bei ca. 3 Punkten. Wenn jemand also einen IQ von vielleicht 107 bei einem Test erhält, dann sollte sein wahrer Wert mit einer Wahrscheinlichkeit von 68 Prozent innerhalb von 104-110 liegen. Das liest sich doch schon sehr viel genauer.

IQ-Tests werden selbstverständlich auf Reliabilität untersucht. Entweder man lässt die Test wiederholen oder teilt den Test in zwei Hälften und misst die Übereinstimmung der beiden Teilergebnisse.

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@neutrino666
IQ-Tests werden selbstverständlich auf Reliabilität untersucht

Das wäre mir neu.

Ich mein, ich hab mich vor gut 10 Jahren mal testen lassen, aber dieser Test wurde lediglich einmal durchgeführt und nicht öfter.

Da gab es auch keinen Bedarf, weder von ärztlicher noch von meiner Seite aus, diesen Test zu wiederholen.

Des Weiteren weiß ich nicht, wo du deine Werte entnommen hast, da du bis jetzt keinerlei Quellen für deine Angaben angegeben hast aber...

Ziegler zitiert eine frühe Untersuchung, die Honzik-Studie, und empfindet als Argument für geringe Teststabilität, dass danach die Messwerte von 58 % der Probanden zwischen 6 und 18 Jahren um 15 IQ-Punkte schwanken (2004, S. 7). Meines Erachtens liegt dieser Befund eher in einer ermutigenden Höhe, insbesondere wenn man sich in der gleichen Grafik die Angabe klar macht, dass bei etwa 85 % eine Verschiebung um nur 10 Punkte im gleichen Zeitraum stattfindet. 

Eine Studie von einem Typen namens Albert Ziegler... ist das für dich eine seriösere Quelle? http://www.lvh-bw.de/fileadmin/LVH/pdf/LVH_Aktuell/LVH-13_s3-8.pdf

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@RobertMeyer87

Der von dir zitierte Absatz bezieht sich aber nicht auf Schwankungen des Messergebnisses, sondern auf die Veränderung des IQs im Laufe der Kindheit. Wenn sich der wahre IQ im Laufe der Kindheit noch verändert, kann der Test doch nichts dafür. Er soll dies ja sogar feststellen.

Ich hab vorhin nur die Aussage mit dem SEM (standard error of measurement) gefunden, ohne explizite Quellenangabe. Aber hier ist z. B. eine Betrachtung für den Wechsler- und den Stanford-Binet-Intelligenztest:

http://www.iapsych.com/iapap101/iapap1015.pdf

"In the case of the major individually administered standardized norm-referenced intelligence tests with adult norms (i.e., Stanford-Binet—5th Edition; Wechsler Adult Intelligence Scale—IV; WoodcockJohnson Battery III), 1 SEM is remarkably consistent for each battery’s total IQ score for the adult subject norms (1 SEM = 2.12, 2.16, 2.12, respectively). Given that it is professionally recommended best practice (when making MR/ID determination) to bracket an individual’s observed or measured IQ with a 95 % confidence band (+2 SEM), a person’s obtained IQ score would be bracketed with a range of scores extended downward 4-5 points (e.g., 2.12 x 2 = 4.24) and upward a similar 4-5 points. Typically in the MR/ID classification literature (AAIDD, 2010), and almost always when discussed in Atkins MR/ID 7 determination, the rule of thumb of + 5 IQ points (for a confidence band that spans 10 IQ points) is recommended."

Man erhält bei einem IQ-Test nie seinen wahren IQ, sondern nur das Messergebnis. Der wahre IQ liegt dann mit einer Wahrscheinlichkeit von 95 Prozent (2 Standardabweichungen, doppelter SEM) in einem Intervall von +- 5 (SEM läge hier also sogar nur bei 2.5 Punkten). So sollte das Ergebnis bei jedem IQ-Test eigentlich auch angegeben werden.

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Das ist wie bei allen Dingen.

Es wird eine repräsentative Gruppe erstellt, getestet evtl. eine Vergleichstestung durchgeführt und auf die Allgemeinheit übertragen.

Aussagekräftig sind i.d.R. die standardisierten Tests die von eingearbeiteten Psychologen, Sonderpädagogen etc. durchgeführt werden.

Beachte aber, das solche Tests nicht sehr aussagekräftig über den gesamten Intelekt eines Menschen sind.

Sie sagen lediglich etwas darüber aus in welchem kognitiven Bereich die Testperson wie gut oder schlecht zu einer Vergleichsgruppe steht.

Woher ich das weiß:Eigene Erfahrung – gesunder Menschenverstand und Lebenserfahrung für Drei

Du kannst mit einer sinnvollen Auswahl an Probanden ein relativ genaus Bild vom Durschnitts iq zeichnen. Dazu müssen nicht alle Menschen oder auch nur im Ansatz teilgenommen haben.

Bestes Beispiele etwa sind Wahlumfragen die bis auf ungefährt 2% richtig sind, bei diesen werden aber oft nur 1000/2000 Menschen gefragt, nicht 80.000.000.

Grüße

Bei Wahlumfragen kann man nach der Wahl die Prognose mit dem tatsächlichen Ergebnis vergleichen und bei späteren Wahlprognosen entsprechende Erfahrungen einfließen lassen. Beim IQ-Test fehlt dieser Vergleich. Man muss sich auf seine Stichprobe verlassen. Insofern sehe ich beim IQ-Test eine höhere Unsicherheit.

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@gauss58

Der IQ ist ja auch keine exakte Zahl, die 100 entspricht deswegen hier dem Schnitt aller getesteten und auf den Schnitt wird sich dann bezogen.

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IQ Tests werden tatseachlich immer so angepasst, dass der Grossteil der Ergebnisse 100 bedeutet, Bell Kurve halt.

Dabei werden nur die Menschen die getestet werden beruecksichtigt, da hast du recht.

Aber dein Test-Ergebnis ist relativ zu Menschen mit aehnlichem Hintergrund wie du: Menschen aehnlichen Alters ohne medizinische, neurologische, psychiatrische oder physische Bedingungen, die die Wahrnehmung oder den Abschluss der Tests beeintraechtigen wuerden.

Ein Kritikpunkt ist, dass nicht an Punkte wie Muttersprache, Art der Ausbildung, Beruf, Geschlecht oder Ethnizitaet/Kultur angepasst wird.

Was haben Muttersprache, Ausbildung, Beruf, Geschlecht und Ethnie mit Intelligenz zu tun? Ich meine es wäre schön mal zu differenzieren, aber den direkten Zusammenhang, sehe ich da nicht.

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Natürlich werden die angepasst. Du glaubst wirklich, dass ein ausgebildeter Psychologe bei einer Person, die kein oder sehr schlecht Deutsch spricht, einen sprachlastigen IQ-Test machen würde^^?

Wahrscheinlich legt derselbe Psychologe dann einem blinden einen visuellen IQ-Test vor und bescheinigt ihm dann schwerste geistige Behinderung.

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