Integration und Migration

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5 Antworten

MIGRATION bedeutet "Wanderung" (in der Regel ist AUS- bzw. EINwanderung gemeint).

INTEGRATION bedeutet, dass sich eine "Migrant" (Zuwanderer, Einwanderer) an die Gesellschaft, Sitten, Traditionen seines "neuen" Landes anpasst.

Abgesehen davon, dass beide Wörter auf "-gration" enden, sind sie nicht so leicht inhaltlich zu verwechseln.

Integration bedeutet die Einbeziehung einzelner Personen oder von Minderheitsgruppen, die irgendwie "anders" sind, in eine größere Gruppe oder Gesellschaft. Dabei gehen beide Seiten aufeinander zu und nehmen aufeinander Rücksicht, wobei sich jedoch tendenziell die Minderheit eher der Mehrheit anpasst.

Die Andersartigkeit kann sich dabei auf verschiedene Merkmale beziehen. Nicht nur Nationalität oder Herkunft, sondern auch Behinderung, sozialen Hintergrund, Religion, Bildung, verschiedene Talente u.a.

Den Fachbegriff "Integration" gibt es auch in der Mathematik. Da bedeutet es die Berechnung einer Fläche unter einer Kurve.

Migration ist dagegen die "Wanderung" von Land A nach Land B. Wenn man von Land A aus schaut, heißt es "Emigration" (Auswanderung), wenn man von Land B aus schaut, "Immigration" (Einwanderung). Menschen, die ihren Wohnsitz dauerhaft von A nach B verlagertt haben, heißen Migranten, solange sie noch in einem gewissen Sinne fremd im neuen Land sind.

Der Zusammenhang zwischen Integration und Migration ist dann, dass die Migranten sich integrieren sollten bzw. integriert werden sollten, was nicht unbedingt bis zur Assimilation zu gehen braucht.

Den Fachbegriff "Migration" gibt es auch in den Naturwissenschaften (Chemie, Biologie, Physik). Da bedeutet er, dass ein Stoff (eine Kontaminante, eine Verschmutzung) in eine Matrix (Umgebung) eindringt und dadurchwandert.

In der Bevölkerungseographie und auch in der Soziologie bedeutet Migration nicht NUR Aus-/Einwanderung, sondern JEDEN Wechsel des Wohnort (räumliche Mobilität).

Auch ein Umzug von (z.B.) München nach Berlin ist in dem Sinn Migration, genauer gesagt "Binnenwanderung/Binnenmigration".

Richtg ist natürlich, dass durch den häufigen Gberauch des Wortes in den Meidne sich die Bedeutung immer mehr auf Aus-/EINwanderung verengt.

Ähnliches geschieht dem Begriff "Infrastruktur", der durch Medien- und Politikereinfluss immer mehr auf "Verkehrswege" oder sogar "Straßen" verengt wird.

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Suche Zeitstrahl von 1789-1992 :(

Integration= Herstellung einer Einheit, Eingliederung in ein großes Ganzes. Bzw. in der Soziologie, Verbindung einer Vielheit von Einzelnen /Gruppen zu einer gesellschaftl. Einheit, unter Annahme der übergeordneten Einheit geltenden kulturspez. Wertvorstellungen/sozialen Normen durch Einzelne /Gruppe.

Migration= Wanderung (sozialw.-politisch-historischer) Prozess räumlicher Bewegung von Menschen.

Migration ist einfach der Oberbegriff für Ein- und Auswanderungsprozesse. Integration beschreibt in diesem zusammenhang den problembeladenen Prozess des sich Einlebens der Migranten in die neue heimat.

So wird der Begriff meistens in den Medien verwendet.

Wissenschaftlich aber bedeutet Migration JEDE Wohnortveränderung von Menschen - auch innerhalb eines Landes.

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@Bswss

Hallo Bswss,

Binnenmigration ist aber allermeistens nicht gemeint, wenn man von "Migranten" spricht. Siehe auch den folgenden Link:

http://www.bpb.de/gesellschaft/migration/dossier-migration/57302/definition

Hier steht: "Von Migration spricht man, wenn eine Person ihren Lebensmittelpunkt räumlich verlegt". Im Folgenden wird aber Migration nur im Sinne der internationalen Migration verstanden.

Binnenmigration würde ja schon vorliegen, wenn ich als alteingesessener Bewohner einer Stadt innerhalb eines Postleitzahlengebietes umziehe, denn mein Lebensmittelpunkt ist dann ja räumlich verlegt, nämlich 500 m weiter. Wo willst du da die Grenze ziehen: Bei 1000 m, 5 km, 10 km, 100 km, über die Grenze eines Bundeslandes hinweg (das könnten auch theoretisch nur 500 m sein) oder wie?

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@Bswss

Hallo Bswss,

nee, das ist schlicht falsch. Weder gibt es "eine" wissenschaftliche Definition von migration, noch so eine inhaltsleer verhunzte. So eine ist mir jedenfalls noch nie untergekommen. Selber habe ich mich am Migrationsbegriff des BAMF orientiert.

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@Paguangare

Ja, das ist auch in der Logik des Begriffs so - auch wenn man herkömmlicherweise einen Umzug INNERHALB einer Stadt oder eine Gemeinde NICHT als "Binnenmigration" auffasst.

Ähnlicher Fall: In der Bevölkerungsstatistik wird ein Erwerbstätiger, dessen Wohnung auch nur EIN Grundstück neben seinem Arbeitsplatz liegt, als PENDLER bezeichnet, wenn sein Arbeitsplatz auf der anderen Seite des Grundstücks zu einer anderen Gemeinde gehört - auch wenn er zu Fuß geht. Umgekehrt ist jemand, der z.B. in Berlin-Spandau wohnt und in Berlin-Köpenick arbeitet trotz der großen Entfernung von 25 km statistisch KEIN Pendler.

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@Bswss

Aber das ist doch nur die reine Wortbedeutung und keinesfalls der übliche wissenschaftliche Sprachgebrauch! :-)

Check mal z.B. den begriff "Migrationsforschung". Da wird der Wohnortwechsel neben dauerhaft auch gleich mit grenzüberschreitend attributisiert! :-)

http://de.wikipedia.org/wiki/Migrationsforschung

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@Atzei

Sry, Du wirst mich nicht überzeugen. Leider kann ich Dir keine Bücher per GF hinüberschicken, um meinen Standpunkt klarer zu machen.

"Migration" bedeutet - aus dem Lateinischen übersetzt - "Wanderung". In der Geografie aber : Wohnortwechsel in einem Gebiet. Zitat aus dem Buch "Fundamente", S. 112, Verlag Klett:

"Migration ist die auf Dauer angelegte Veränderung des räumlichen Lebensmittelpunktes einer Person."

Ähnliche Definitionen kännte ich Dir dutzendweise liefern.

Für AUSwanderung steht der Begriff** Emi**gration zur Verfügung, und jede Emigration ist - aus Sicht des aufnehmenden Landes - auch IMMIGRATION.

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@Bswss

Zur Definition der Binnenmigration:

Wenn also ein Mensch von einem Dorf, das 4 km von einer Kleinstadt entfernt liegt, in dieselbige Kleinstadt zieht, dann wird dieser Vorgang als Binnenmigration begriffen und würde im Rahmen einer Forschungsarbeit entsprechend erfasst werden (Wohnortwechsel in eine andere Gemeinde). Dies gilt auch, wenn dieser Mensch schon bisher seine ganzen Einkäufe und Erledigungen in der Kleinstadt gemacht hat und auch dort zur Schule gegangen ist.

Wenn jedoch ein Mensch innerhalb einer Großstadt über eine Strecke von mehr als 20 km umzieht, beispielsweise in Hamburg von Blankenese nach Rahlstedt oder von Volksdorf nach Heimfeld, dann ist das keine Binnenmigration, auch wenn sich sein ganzes Umfeld und die von ihm genutzten Strukturen und Einrichtungen ändern.

So wäre es, wenn man nach der Auffassung von Bswss geht.

Einen Sinn oder eine Logik kann ich in dieser Definition des Begriffs "Migration" nicht erkennen.

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@Paguangare

Das hat mit "Auffassung" nichts zu tun - es ist einfach FAKTUM in der Statistik und der Bevölkerungsgeografie.

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@Paguangare

Die amtliche deutliche Statistik versteht unter Migration "jeden Wechsel des Wohnsitzes, bei dem die Gemeindegrenze überschritten wird" und unterscheidet dann "Binnenwanderung" (innerhalb des Landes) und "Außenwanderung"(über Staatsgrenzen hinweg).. So ist es nun einmal - nicht ICH habe diese Definition verfasst.

An anderer Stelle heißt es: Migration: "die auf Dauer angelegte Veränderung ds räumlichen Lebensmittelpunktes einer Person".

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@Bswss

Nach der statistischen Definition müssten schätzungsweise über 50 % aller Deutschen, die noch in Deutschland leben, Migranten sein, weil sie mindestens einmal in ihrem Leben von einer in eine andere Gemeinde gezogen sind. Dann sind bestimmt 90 bis 95 % der Bevölkerung Migranten in zweiter oder dritter Generation, weil sie einen Eltern- oder Großelternteil haben, der einmal von einer Gemeinde in eine andere Gemeinde gezogen ist.

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Migration meint Auswanderung in ein anderes Land. Der Migrant ist ein Auswanderer.- Integration heisst, die übliche Lebensform des Landes anzunehmen, in das der Migrant gezogen ist.

Das stimmt nicht ganz, weil der wissenschaftliche Begriff "Migration" sehr viel weiter gefasst ist.

Ein AUSwanderer ist ein EMIGRANT. Jeder Emigrant ist logischerweise gleichzeitig ein IMMIGRANT (Einwanderer).

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