Insolvenz Wohlverhaltensphase wieviel AVL oder VL darf ich Monatlich legal ansparen

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1 Antwort

Guten Morgen

Ihr zweiter Arbeitgeber handelt richtig. Sparverträge mit Versorgungscharakter können nur aus dem unpfändbaren Einkommen bedient werden. Es wundert mich das Ihre Treuhänderin es zugelassen hat, das das Ihr pfändbares Einkommen um monatlich 90,- verkürzt wurde. Gläubiger die hiervon Kenntnis erlangen, können die Treuhänderin schadsersatzpflichtig machen.

Beim Ansparen git etwas anderes. Der Anspruch des Arbeitnehmers gegen den Arbeitgeber auf Erbringung vermögenswirksamer Leistungen ist nach § 2 Abs. 7VermBG nicht übertragbar und damit gem. § 851 ZPO nicht pfändbar. Ebenso unpfändbar sind die nach § 11 VermBG zur vermögenswirksamen Anlagen bestimmten Teile des Arbeitseinkommens, hinsichtlich deren der Arbeitnehmer ein schriftliches Verlangen nach § 11 VermBG geäußert hat.

Allerdings:

Der Anspruch des Arbeitnehmers gegen das Kreditinstitut, mit dem der Sparvertrag nach § 8 VermBG abgeschlossen worden ist, auf Auszahlung des Sparguthabens ist dagegen grds. pfändbar und fällt in die Insolvenzmasse. Problematisch ist jedoch, ob diese Verträge in der Insolvenz vorzeitig gekündigt werden können. Seit 1989 ist die Idee des Kündigungsrechts in §§ 8 Abs. 3 i. V. m. § 4 Abs. 4 VermBG auf höchstpersönliche Kündigungsgründe beschränkt, sodass – unabhängig von der konkreten Ausgestaltung des Sparvertrages – die Insolvenz eine vorzeitige Kündigung nicht mehr legitimieren dürfte.

Stellen Sie bei Ihrem Sparvertrag also sicher, das dieser nicht vorzeitig gekündigt werden kann (Stichwort Harz4 sicher machen) und das Ihnen die Restschuldbefreiung erteilt wird. Dann können Sie das angesparte Geld im Alter zur Aufbesserung Ihrer Rente verwenden.

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