Insolvenz trotz Unterhaltsschulden?

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5 Antworten

Unterhaltsvorschuss. In wenigen Monaten wird dieser durch das Jugendamt für ein Kind gestrichen. Dann hat er ja Schulden bei mir, oder sehe ich das falsch? 

Es kommt darauf an

  • ob du einen Unterhaltstitel für dieses Kind hast oder nicht... 
  • und ob die im Unterhaltstitel festgelegte Summe den UV überschreitet
  • und ob du den "überschreitenden Betrag" regelmäßig von ihm eingefordert hast, da er sonst inzwischen "verwirkt" sein könnte.

Wenn du keinen geltenden und den UV überschreitenden Titel gegen den Mann hast, so hätte er keine Schulden bei dir (denn den UV selbst würde er ggf. an das Amt zurückzahlen müssen.

Solltest du "nur" den UV erhalten haben, wird er nicht leistungsfähig sein, um mehr Unterhalt als bisher zahlen zu können. In dem Fall wirst du auch keinen Titel gegen ihn erwirken können, aus dem sich durch Nichtzahlung Schulden ergeben könnten....

Wenn er allerdings noch Unterhaltsschulden bei dir hat (die du auch regelmäßig bei ihm eingefordert hast), so kann er diese in eine mögliche Verbraucherinsolvenz aufnehmen lassen - und ggf. während der Wohlverhaltensphase zusammen mit den anderen Schulden teilweise abzahlen...

Da aber laufender Unterhalt Vorrang vor der Schuldentilgung hat, ist zu vermuten, dass er gar keine Schulden tilgen könnte, wenn er nicht mal den Mindestunterhalt leisten kann (sonst hättest du ja keinen UV beziehen müssen....)

Sollten nach der "Wohlverhaltensphase" noch Unterhaltsschulden "übrig" sein, würden diese nicht wie andere von der "Restschuld befreit", sondern könnten auch noch weiterhin eingetrieben werden....

oder ist damit eine Insolvenz ausgeschlossen? 

Er könnte also eine Verbraucherinsolvenz anstreben, aber dadurch würden ihm mögliche Unterhaltsschulden nicht "erlassen".

Er würde ja während der Wohlverhaltensphase weitere Schulden machen. 

...nur. wenn du einen neuen Titel gegen ihn erwirken könntest (was unter den gegebenen Umständen eher zweifelhaft wäre...) oder er einen "alten", bestehenden Titel noch nicht "abändern" lassen hat...

Diese "neuen Schulden"würden eine laufende Insolvenz nicht unbedingt gefährden, aber eben nicht von der Restschuld befreit.

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Kommentar von Lullula
29.02.2016, 15:40

Mein Mann zahlt laut Liste den Mindestunterhalt. Davon aber auch nur einen Teil. Den Rest zahlt das Jugendamt. Da sein Einkommen nicht reicht. ( WARUM WIRD VON DEN MANNERN EIGENTLICH  NICHT ERWARTET, DAS SIE NOCH EINEN MINIJOB ANNEHMEN UM IHREN VATERLICHEN PFLICHTEN NACHZUKOMMEN. ICH KANN MEINE KINDER AUCH NICHT EINFACH IN DIE ECKE STELLEN. ICH GEHE NEBENHER AUCH 6H AM TAG ARBEITEN, NEBEN HAUSHALT, KINDERN, ARZT-, GERICHT-, UND ANWALTSTERMINEN. THERAPIE MACHE ICH NEBENHER AUCH NOCH, WEIL ER GEWALTTATIG GEWORDEN IST, UND DAS ALLES ALLEIN, WEIL ICH KEINE FAMILIE HABE. ZUSATZLICHER UMGANG KOMMT FUR IHN NATURLICH AUCH NICHT IN FRAGE, WEIL ER MIT 8H MASCHINE BEAUFSICHTIGEN TOTAL AUSGELASTET IST, ACHSO, ICH SITZE JETZT AUCH NICHT IM BÜRO, ICH ARBEITE IN LEISTUNG, ALSO HOHER DRUCK) Ich habe vom Jugendamt einen vollstreckbaren Bescheid, über seinen geminderten Unterhalt. Dann hat er also nur Schulden bei mir, wenn er nach der Einstellung des UV seinen geminderten Unterhalt Anteil nicht zahlt? Oder kann ich den Rest gerichtlich einfordern und einen Titel erwirken?

Im Grunde möchte ich wissen, ob er sich mit einer Insolvenz aus dem gemeinsam unterschriebenen Darlehn rausschleichen kann und ich stehe am Ende nicht nur ohne Geld mit den Kindern da, sondern auch noch mit einem Kredit, den ich im Leben nicht abzahlen kann. Nicht zu vergessen dem Haus, welches ich hier in der Region nur sehr schwer los bekomme. Und als Frau das alles allein bewirtschaften? Da komme ich echt an meine Grenzen und darüber hinaus.

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Wenn Der Vorschuss wegfällt, dann kriegst du halt erst mal nichts mehr, es sei denn,du erhälst H4. Das ist halt mal so. Andere bekommen gar keinen Unterhalt und müssen auch damit klar kommen.

Bei mir war es so, als mein Ex-Mann in Insolvenz ging, dass ich bzw. das Jugendamt zustimmen musste, dass die rückständigen Unterhaltsschulden in die Insolvenz eingehen. In den 6 Jahren bekam ich 2 x  am Jahresende dann ein paar Euros aus der Insolvenzmasse. In den restlichen Jahren war nichts zu holen. Damit war nach 6 Jahren die Sache dann erledigt.

Der laufende Unterhalt ist dann aber weiter zu zahlen, falls er genug hat. Ob das aber mehr als jetzt ist, das ist dann die Frage.

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Er würde ja während der Wohlverhaltensphase weitere Schulden machen.

Er kann so viele Schulden machen, wie er will. Das hat nichts mit dem laufenden Insolvenzverfahren zu tun. Rückständiger Unterhalt ist von der Restschuldbefreiung ausgeschlossen, sofern er ihn vorsätzlich pflichtwidrig nicht gewährt hat. Den laufenden Unterhalt muss er ganz regulär bezahlen.

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Von einer privaten Insolvenz sind Unterhaltsschulden nicht betroffen. Die würden trotzdem weiter bestehen bleiben.

Das wäre ja auch zu einfach, sich von seinen Verpflichtungen zu lösen.

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Kommentar von Elfi96
28.02.2016, 18:12

Alle Unterhaltsschulden, die VOR ERÖFFNUNG DER INSOLVENZ angefallen sind, werden bei erfolgreicher Beendigung des Verfahrens erlassen. Alle laufenden Unterhaltsschulden sollte der Unterhaltspflichtige begleichen,  denn diese zählen nicht mit und  würden dazu beitragen, dass die Restschuldbefreiung nicht gewährt wird, da man bei PI keine neuen Schulden anhäufen darf. LG  

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