Insolvenz rauskommen?

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8 Antworten

Geh zur Schuldnerberatungsstelle und lass Dich beraten.

Wir kennen die Fakten, die persönlichen Verhältnisse, die Einkünfte, die Ausgaben, die Gläubiger nicht. Von uns kann Dir Niemand einen vernünftigen Tipp geben.

Du hättest ja vor der Insolvenz die Möglichkeit zur Ratenvereinbarung auszuschöpfen. Oder hast du plötzlich geerbt? 35 tsd sind ja ein Witz wenn man ein Haus hat

warum haste mit Schulden bezahlen sooo lange gewartet bis du insolvent wurdest ? Woher möchtest du denn die 35 T Euro bezahlen ?

Man könnte folgendes versuchen:
Rücknahme des Antrages auf Erteilung der RSB und Rücknahme des Antrages auf Kostenstundung.
Dann könnte eine Einstellung des Verfahrens aus zwei Gründen erfolgen.

Erstens würde mangels Masse eingestellt werden, wenn keine pfändbaren
Beträge vorhanden sind.
Zweitens könnte bei pfändbaren Beträgen nach Zahlung der
Tabellenforderungen und der TH- und Gerichtskosten wegen Wegfall des
Insolvenzgrundes eingestellt werden.

Eine Dritte Variante wäre ein verstoß gegen die Mitwirkungspflicht.
Dann droht aber für die Folgejahre eine Insolvenzsperre.
Der Ausweg für den Notfall wäre dann verbaut.

Eine Privatinsolvenz dauert insgesamt 6 Jahre. Das Verfahren
gliedert sich in drei Abschnitte:

1. Verfahrensvorbereitung – 6 Wochen

Die erste vorbereitende Maßnahmen der Privatinsolvenz ist
eine Einschätzung der Erfolgschancen auf eine möglichst umfangreiche
Entschuldung. Hierfür analysieren wir zunächst Ihre Situation und erstellen
einen individuellen Schuldenbereinigungsplan. Danach ist das erste Ziel die
Sicherung Ihres unpfändbaren Vermögens. Die ersten Schritte hierbei sind die
Eröffnung eines neuen Kontos und die konsequente Einstellung der Zahlungen an
die Gläubiger. Ein konkreter Überblick über Ihre Schulden ist hierbei essentiell
wichtig, um die Entschuldung lückenlos durchzuführen. Wir übernehmen dabei die
Kontaktaufnahme zu den Gläubigern und kontrollieren öffentliche Register auf
möglicherweise vergessene Schuldnern.

Nach sorgfältiger Vorbereitung wird ein außergerichtlicher Schuldenbereinigungsversuch
unternommen. Sollte dieser nicht erfolgreich sein, stellen wir für Sie den
Antrag auf Privatinsolvenz.

2. Privatinsolvenzverfahren – ca. ein Jahr

Ca. 5 Wochen nach Antragstellung wird im Normalfall das
Privatinsolvenzverfahren eröffnet. Das eigentliche Verfahren dauert ungefähr
ein Jahr. Zur Verwaltung Ihres Vermögens wird durch den Richter ein Treuhänder
eingesetzt. Im Folgenden darf er allein über Ihr pfändbares Vermögen verwerten;
unpfändbare Einkünfte dürfen Sie aber selbstverständlich behalten.

3. Wohlverhaltensperiode – 3,5 oder 6 Jahre ab Eröffnung des
Insolvenzverfahrens

Das Kernstück des Insolvenzverfahrens ist die
Wohlverhaltensperiode. Sie beginnt unmittelbar nach der Schlussverteilung und
endet zu unterschiedlichen Zeitpunkten nach der eigentlichen Eröffnung des
Privatinsolvenzverfahrens:

    Nach 3 Jahren –
bei erfolgreicher Tilgung von 35 % der Schulden und der Verfahrenskosten

    Nach 5 Jahren –
bei Tragung der Verfahrenskosten

    Nach maximal 6
Jahren – unabhängig von jeglicher Schuldentilgung

Eine rechtskräftig, eröffnete Insolvenz kann nicht zurückgenommen werden.

Enided 24.02.2017, 21:32

Und was soll ich jetzt machen?

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mepeisen 25.02.2017, 08:30
@Enided

Das Geld bezahlen (inklusive Gerichtskosten und Verwalterkosten) und sofern der Insolvenzverwalter immer noch das Haus verkaufen will, Beschwerde beim Insolvenzgericht einreichen.

Sobald die Schulden beglichen sind, sowie dann auch die Gerichtskosten und Verwalterkosten, darf auch nicht mehr auf weiteres Vermögen zugegriffen werden.

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Enided 25.02.2017, 16:11
@mepeisen

Hab vergessen was zu sagen. Die Kosten betragen jetzt 85.000€. Darf er die Kosten so hoch bringen? Von 35.000€ auf 85.000€?

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mepeisen 25.02.2017, 19:43
@Enided

Nein, darf er nicht.

ABER: Ohne Einblick in die Unterlagen ist das aber extrem schwer zu sagen. Ich vermute mal stark, dass die weiteren 50tsd € keine Gebühren sind, sondern dass es sich um weitere Forderungen anerkannter Gläubiger handelt.

Ggf. solltest du mal deinen Schuldnerberater fragen, mit dem du die Insolvenz beantragt hast. Damit der mal drüber schaut und klärt, was davon korrekt ist und was nicht.

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canesten 25.02.2017, 21:00
@mepeisen

Ergibt sich nach Eröffnung des Insolvenzverfahrens die
Situation, dass die Insolvenzmasse die Kosten des Verfahrens nicht deckt,
stellt das Insolvenzgericht das Verfahren ein (sog. Einstellung mangels Masse).

Mit der Einstellung erhält die Schuldnerin das Recht zurück,
über die Masse frei zu verfügen.

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Warum hast du das Geld dann nicht schon längst vor Eröffnung der Insolvenz beschafft und deine Schulden bezahlt?

Kannst du denn bezahlen?

Enided 24.02.2017, 21:32

Ja ich kann.

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norgur 24.02.2017, 21:42
@Enided

Dann erzähl' das dem Insolvenzverwalter und begleiche mit ihm die offenen Posten.

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