Insgesamt ein Jahr Probezeit im gleichen Betrieb möglich/rechtmäßig?

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5 Antworten

Grundsätzlich darf eine Probezeit auch länger sein als 6 Monate. Nur hat eine über 6 Monate hinaus gehende Probezeit keine Bedeutung für den Arbeitnehmer, weil die Konsequenz einer Probezeit - die grundlose Kündigungsmöglichkeit mit verkürzter Kündigungsfrist - für maximal 6 Monate gilt.

In Deinem Fall gibt es zwei (für den Arbeitgeber) kritische Punkte:

Erstens: Du hast nach Deinem unbefristeten Vertrag einen befristeten erhalten. Nach dem Teilzeit- und Befristungsgesetz TzBfG §14 Abs. 2 Satz 2 ist ein befristete Arbeitsverhältnis unzulässig, wenn mit dem Arbeitgeber zuvor ein unbefristetes bestanden hat.

Zweitens: Wann wurde das befristete Arbeitsverhältnis geschlossen und ab wann sollte es gelten? Grundsätzlich muss eine Befristung vor Beginn des befristeten Arbeitsverhaltnisses (zwingend schriftlich) vereinbart werden (TzBfG § 14 Abs. 4); wenn z.B. die Befristung am 01.02. beginnen soll, der entsprechende Vertrag erst am 03.02. geschlossen und unterschreiben wurde, ist die Befristung unwirksam.

Beide Punkte lassen den Schluss zu, dass es sich um eine unwirksame Befristung handelt und Du rechtlich in einem unbefristeten Arbeitsverhältnis stehst.

Und - wie bereits gesagt - wegen der erneuten (also von 6 auf 12 Monate verlängerten) Probezeit brauchst Du Dir auch keine Gedanken zu machen: Sie ist in ihren Auswirkungen bedeutungslos für Dich (nach 6 Monaten gibt es nämlich keine mehr)!

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die probezeit darf meines wissens nicht länger als 6 monate betragen. wenn der AG unzufrieden ist, dann soll er schauen, ob er rechtmäßig kündigen kann; das hätte er ja innerhalb der probezeit tun können, um zu vermeiden, dass er einen ungeeigneten mitarbeiter zu unangenehmen bedingungen übernehmen muss. da die probezeit abgelaufen ist, kann er nicht einseitig den vertrag ändern; er kann höchstens kündigen, was vor dem arbeitsgericht anfechtbar wäre. ich würde den neuen vertrag nicht unterzeichnen.

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pimpernella 25.03.2014, 16:28

Nein, einseitig kann er den Vertrag natürlich nicht ändern, aber wenn der AN damit einverstanden ist, wohl schon. Allerdings stellt sich dann hier natürlich auch die Frage nach dem Kündigungsschutz, und ob dieser nach 6 Monaten Betriebszugehörigkeit automatisch greift, unabhängig von der Probezeit.

Ein Ablehnen des Vertrages würde ja sicher eine Kündigung nach sich ziehen. Ob das besser ist, bleibt fraglich..

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Schokolinda 25.03.2014, 16:37
@pimpernella

die frist ist abgelaufen, so einfach kann der AG nicht mehr kündigen. er müßte einen grund angeben, der vor gericht geprüft werden könnte. er müßte sich dann vielleicht auch fragen lassen, wenn der mitarbeiter denn so schlecht sei, warum man ihn dann ein halbes jahr behalten habe - ist ja auch ein widerspruch.

ich halte das ganze für lohn-dumping: dem angestellten erzählen, er könnte nichts, aber man wolle ihn, gutherzig wie der AG sei, trotzdem behalten.

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Nichtbestehen der Probzeit heißt eigentlich, dass man gehen darf .... netterweise hat der Betrieb nochmal verlängert, obwohl man offenbar immer noch nicht zufrieden war ... dann der befrsitete Vertrag ....alles für sich gesehen in Ordnung ...

aber Du solltest sehen, dass Du da wegkommst, die werden immer neue Tricks auffahren, um eine festes Arbeitsverhältnis zu verhindern ... und machen kann man dagegen leider gar nichts ....

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ralosaviv 25.03.2014, 17:59

Ein festes Arbeitsverhältnis besteht bereits. Diese Befristung ist unzulässig.

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frodobeutlin100 25.03.2014, 18:08
@ralosaviv

Würde ich so nicht sagen ... es gab ein festes Arbneirtsverhältnis mit Probezeit und Probezeitverlängerung

und dann ein befristetes Arbeitsverhältnis unter anderen Bedingungen .. d.h. das erste Arbeitsverhältnis wurde beendet (mit Ende der Probezeit) und ein befristetes neu eingegangen .... (neuer Verrag etc.)

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Theoretisch könnte man auch eine Probezeit von 5 Jahren vereinbaren oder 5x um 3 Monate verlängern, nur dass die verkürzte Kündigungsfrist gem. § 622 BGB längstens 6 Monate angewendet werden darf und ab dem 7. Beschäftigungsmonat das Kündigungsschutzgesetz greift. Eine Probezeitvereinbarung über mehr als 6 Monate ist also witzlos, wenn auch nicht unzulässig.

Der Hammer ist allerdings die Befristung nahtlos an einen unbefristeten Vertrag anschließend. Das ist nach den Vorschriften des Teilzeit- und Befristungsgesetzes absolut unzulässig und hier besteht ganz eindeutig die Möglichkeit, auf Entfristung zu klagen und dabei in einem Abwasch die Rückstufung gerichtlich prüfen zu lassen. Diese halte ich ohne verhaltensbedingte Abmahnung wegen permanenter Schlechtleistung oder anderen Nachweisen grds. auch für bedenklich.

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Familiengerd 25.03.2014, 18:03

Da sind wir uns ja wieder einmal einig!!! :-)

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Darf er nicht das was er macht ist nur Ausnutzung damit er sich nicht festlegen muss.

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pimpernella 25.03.2014, 16:21

Ist das jetzt eine Vermutung oder gibt es Belege für die Antwort? :)

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Mina0110 25.03.2014, 16:25
@pimpernella

Probezeit beträgt maximal 6 Monate das hat er ja schön ausgenutzt in dem er das erste mal "angeblich" nicht zufrieden war. Er hat ihr einen unbefristeten Vertrag gegeben d.h er beinhaltet auch Verpflichtungen und Rechte die müsstet ihr mal nachlesen denn er kann nicht einfach so von unbefristet auf befristet wechseln weil genauso wie diese AG ihre Rechte haben, haben wir die auch.

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