Innenarchitekt, Inneneinrichter, Raumausstatter,...Unterschiede?

2 Antworten

Ein Innenarchitekt kümmert sich um bauliche Veränderungen in Innenräumen, zum Beispiel, wenn man eine Wand versetzen oder neu einziehen möchte oder wenn man eine zusätzliche Treppe haben möchte.

Inneneinrichter und Raumausstatter sind so ziemlich dasselbe. Sie kümmern sich darum, dass die Inneneinrichtung aufeinander abgestimmt ist, also dass die Tapeten zu den Möbeln zu den Vorhängen zu den Dekogegenständen zu den Teppichen passen.

Hallo ccendy, 

Innenarchitektur ist ein Studiengang. Der ausgebildete Innenarchitekt plant die Innenarchitektur zu jeder Art von Räumen (Außenräume, Innenräume, Fahrzeuge, Messen, etc...) Dabei wird nicht selten auch die vorhandene Architektur verändert und auch Einbauten geplant. Die letztendliche Möblierung gehört natürlich auch dazu, ist aber nur ein Teilaspekt des Berufsbildes. Die Wirkung der Gesamtheit unter Berücksichtigung des gegebenen Raumes, des Menschen und der Gestaltpsychologien ist Schwerpunkt des Innenarchitekten. (Raum, Einbau, Licht, Farbe, Elektrik, Möblierung, ...) Er nutzt gern das Fachwissen von Inneneinrichtern und Raumausstattern, um seine erarbeiteten Konzepte zu komplettieren. Sein Produkt ist die Dienstleistung (Planung, Vorbereitung, Baubegleitung)

Ein Inneneinrichter ist ein Fachberater für das Aufstellen von Möbeln. Meist ist er an ein Unternehmen und dessen Produkte gebunden. Es gehört eher nicht zu seinen Aufgaben, etwas an der Substanz der gegebenen Räume zu verändern. Ein Innenarchitekt kann die Aufgaben eines Inneneinrichters übernehmen, umgekehrt aber nicht. Ebenso kann ein Kaufmann über Weiterbildungen ein Gefühl für Räume entwickeln, aber lang nicht in dem Wissensumfang, wie es das Studium eines Innenarchiekten ermöglicht. Die Beratung eines Inneneinrichters beschränkt sich eher auf Produkte, seine Stärke ist das Wissen um diese Produkte und ihre Einsatzmöglichkeiten. Seine Leistung ist die Produktberatung. 

Ein Raumausstatter ist ein Handwerker. Seine Ausbildung befähigt ihn mit Farben, Stoffen, Teppichen, Tapeten etc. umzugehen. Während der Ausbildung lernt er natürlich auch um die Wirkung von Farben, Mustern, Materialien und Oberflächen, aber seine Stärke und Schwerpunkt ist die fachliche Umsetzung der Möglichkeiten. (Polstern, Bodenlegen, Gardinendekoration, Wandbeläge,...). Seine Leistung ist die handwerkliche Umsetzung. 

Zu ergänzen ist, dass Innenarchitekt eine geschützte Berufsbezeichnung ist, die nur derjenige führen darf, die ein Studium der Innenarchitektur absolviert hat und Mitglied einer Architektenkammer ist. Auf den Raumausstatter trifft dies sinngemäß zu: So dürfen sich nur entsprechend ausgebildete Handwerker nennen. Der Begriff Inneneinrichter ist dagegen nicht geschützt. So kann sich im Prinzip jeder Möbelverkaufer nennen, auch wenn er  Bäcker oder Friseur gelernt hat - solche Fälle gibt es öfter als man denkt!

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