Inkontinenz verschwiegen - was soll ich tun?

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12 Antworten

Vermutlich wäre es mir in so einer Situation auch schwer gefallen offen zu reden, aber das hättest Du tun müssen. Zur Not hättest Du darum bitten sollen mit jemandem einzeln zu reden. Natürlich hätten im Nachhinein die anderen evtl. trotzdem von Deinem Problem erfahren, aber für Dich wäre es sicher leichter gewesen. 

Nun ist das Kind allerdings in den Brunnen gefallen und Du hast Dich in eine schwierige Situation manövriert. Ich Frage mich, wie Du es überhaupt schaffst Deine Windeln zu verbergen?! Sicher wird man Dich auch mal untersuchen oder was ist mit den Trombosespritzen in den Bauch? Da muss deine Windel doch auffallen?

Ich an Deiner Stelle würde mir jetzt eine Schwester Deines Vertrauens suchen und ihr die Situation schildern und warum Du es verschwiegen hast. Das wäre sicher das beste. 

Alternativ kannst Du die Windel natürlich auch einfach weglassen, mehrfach ins Bett machen, erklären, dass dir soetwas noch nie passiert ist und um "Hilfsmittel" bitten. Wenn man dich dann nicht sowieso in Windeln steckt. 

Ich weiß allerdings nicht, was leichter ist. 

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Kommentar von gameofthrones21
11.08.2016, 22:15

Ich habe es vorhin einer sehr lieben Krankenschwester erzählt, sie war sehr lieb und verständnisvoll und hat mir angeboten, das an die Ärzte weiterzuleiten. :)

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falls die OP länger dauert werden sie dir sowieso einen Schlauch ( Katheder ) legen. Dann kann nichts passieren. Spätestens da wird ihnen die Windel auffallen. Keine Sorge es gibt viele Patienten mit Blasenproblem dieser Art

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Ich kann dich gut verstehen, ich hätte auch geschwiegen vor so vielen Leuten. Das ist aber gerade in den Unikliniken ganz normal, dass bei den Untersuchungen und auch bei der Chef-Visite (1x die Woche) viele Mitarbeiter anwesend sind. Ansonsten kommt der Assistensarzt in Begleitung einer Schwester oder sogar alleine. Dann kannst du dann von deiner Inkontinenz erzählen. Das ist wirklch kein Problem. Wenn du operiert werden solltest, spätestens dann wird man deinen Schutz sehen.

 Übrigens, bei den Unikliniken hängt in der Regel eine große Fotomontage auf dem Flur, wo du jeweils die Mitarbeiter sehen kannst.

Alles Gute - du schaffst das schon!

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Kommentar von gameofthrones21
11.08.2016, 19:00

Aber warum ist das so? Warum müssen immer so viele Leute bei der Visite auftauchen? Man kommt sich so klein und wie in einem Verhör vor, man fühlt sich fast wie "Alle gegen Einen"....
Ich versteh ehrlich gesagt nicht wo der Sinn da liegt.... und es ist mir auch sehr unangenehm vor einem halben Hörsaal meine med. Vorgeschichte preiszugeben...

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Normalerweise hat man vor einer OP ein Aufklärungs- und Informationsgespräch mit dem Anästhesisten... und nur mit dem Anästhesisten, spätestens am Tag vor der OP. Dem kannst und solltest du dann von deinem Problem erzählen.

Im Übrigen ist Inkontinenz nichts, für das man sich schämen müsste. Du machst das ja nicht mit Absicht. Und die sind da im Krankenhaus viel schlimmere Dinge gewohnt.

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Kommentar von gameofthrones21
11.08.2016, 19:03

Mir gehts ja darum, dass es mir so unangenehm ist, vor so vielen Leuten darüber zu sprechen....

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Hallo gameofthrones21,

zunächst einmal musst Du Dich für die Inkontinenz nicht schämen. Krankheiten werden im Krankenhaus weitaus professioneller angegangen als so mancher annimmt.

Wenn es Dich stört, dass so viele dabei sind, sprich darüber mit einer Schwester/einem Pfleger/einem Arzt. Es ist absolut in Ordnung, auch im Uniklinikum hat ein Patient das recht auf Privatsphäre.

Ich weiß zwar nicht, woher Deine Inkontinenz kommt (wie alt bist Du denn? Ist ein Grund bekannt?), aber ein Ansprechen dieser könnte ja auch zu einer Therapie führen, die Dich entlastet.

Wie immer gilt hier: Nur sprechenden/sich mitteilenden Menschen kann geholfen werden und Du wirst nicht schlechter behandelt, nur weil  Du darauf hinweist, dass Du lieber eine vertrauliche Umgebung bevorzugen würdest. Die Schüler/Studenten werden das auch verstehen, es gibt nämlich genug Patienten, die klar äußern, dass sie mal mit dem Arzt unter 4 Augen reden möchten.

Viel Kraft und Gruß,

MedIudex


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Kommentar von gameofthrones21
11.08.2016, 19:02

Welchen Sinn hat es überhaupt, dass bei einer Visite 1 Chefarzt 5 Oberärzte 12 Assistenzärzte 3 Schwestern 2 Auszubildende und nochmals 10 Studenten dabei sind? Man fühlt sich wie im Verhör, und ich bin so jemand, da ist es mir sehr unangenehm wenn man vor so vielen Leuten seine Vorgeschichte erzählen muss...

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Weshalb schämst Du Dich? Inkontinenz ist eine körperliche Schwäche, die Du nicht willentlich steuern kannst und für die Du auch nichts kannst. Glaubst Du etwa, Du seist die erste und einzige Patientin mit Inkontinenz? Im Krankenhaus ist man sowas gewöhnt und geht auch professionell damit um. Da gibt es keinen Grund zum Schämen!

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Kommentar von gameofthrones21
11.08.2016, 18:54

Ich finde es äußerst unangenehm vor einem halben Hörsaal solch intime Dinge anzusprechen...

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Versuche, einen leitenden Arzt oder die Oberschwester ausfindig zu machen und lege denen Dein Problem dar.

Andererseits ist das Personal in einem Krankenhaus ganz andere Sachen als Inkontinenz gewöhnt.

Also bremse Deine Gewissensbisse und sag einfach, dass Du Dich schämst. Die werden dann schon angemessen darauf reagieren.

Ich zum Beispiel habe extremen Würgereiz beim Zahnarzt. Ich sag das tausendmal lieber vorher, als mich nachher auf dem Behandlungsstuhl voll zum Affen zu machen. Inkontinenz ist ja nun auch nicht gerade ein schräges Hobby, sondern einfach eine Krankheit. Steh dazu .. macht vieles einfacher.

Versprochen !

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Das dir das vor so vielen Menschen (auch wenn es Fachkräfte sind, die es gewohnt sind, damit umzugehen) unangenehm ist, privatere Dinge zu äußern, finde ich normal. Wäre mir auch und ich arbeite selber auch in einer Klinik.

Wenn du aufstehen kannst, dann kannst du doch einfach mal im Arztzimmer vorbeischauen und über die Inkontinenz und auch über die Massen bei Visite sprechen. Wenn Arzt oder Ärztin nicht alleine sind, dann sagst du einfach, das du gerne ein Gespräch unter vier Augen führen willst. Wenn es dir lieber ist, dann kannst du dich auch die jeweilige Pflegekraft wenden - und wenn ein Azubi dabei ist, dann sagst du auch da wieder, das du alleine reden möchtest.

Mir passiert das immer wieder mal, das Patienten alleine reden wollen - eine große Runde hat Vorteile, weil viele lernen können, aber vertrauensbildend sind sie nicht.

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Kommentar von gameofthrones21
11.08.2016, 22:20

Woran liegt das denn eigentlich dass gerade bei Chefarztvisiten wirklich alle mitkommen müssen?

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Ich habe zwar nicht das Problem der Inkontinenz, allerdings hatte ich bei meiner Hüftoperation vor 4 Wochen meine Periode. Mir war diese Thematik auch unangenehm, aber ich habe wirklich JEDEM (ob nun Schwester, Anästhesist, Operateur) gesagt, dass ich meine Tage habe und wie das während der Operation & den ersten postoperativen Tagen zu handhaben ist.

Ich weiß jetzt nicht welche Operation dir bevorsteht aber Ehrlichkeit ist immer wichtig. Du wirst vorallem den Schwestern einen großen Gefallen damit tuen. Sie werden auch nicht lachen oder Witze reißen. Sie werden dich Ernst nehmen weil du ihr Patient sein wirst und sie somit für dich Verantwortung tragen werden.

Ich habe seit meinem Krankenhausaufenthalt jegliches Schamgefühl verloren. Ob ich nun im Liegen ein Tampon vor den Augen der anderen gewechselt habe oder ob mir die Schwester meinen Hintern abgewischt hat. Glaube mir, solche Dinge SIND unangenehm , vorallem wenn man noch recht jung (21) ist, aber sie verlieren an Wertigkeit. Denn einzig und alleine deine Genesung steht im Fokus der Krankenhausmitarbeiter.

Also bitte informiere wenigstens noch eine Schwester darüber. Es ist einfach wichtig, dass sie ihren Patienten kennen. Für uns Laien erscheint das vielleicht nicht wichtig, aber wie gesagt: die Schwestern tragen Verantwortung für dich!

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Hi,

erst einmal brauchst du dich nicht dafür schämen.

Was ich dir aber raten würde ist, dass du im Krankenhaus auf jeden Fall anrufst und es per telefon sagst. Sag dann auch, dass es dir Leid tut, es noch nicht gesagt zu haben, aber du hast dich nicht wohl gefühlt vor so vielen Leuten.

Per telefon ist das viel einfacher zu sagen und so können sie die Sache auch noch in den OP Plan ergänzen, also alles kein Problem.

Jedoch würde ich es an deiner Stelle wirklich beichten, sowas ist wichtig, das müssen sie wissen, damit sie ganz genau Planen können.

liebe Grüße

Marleen

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Kommentar von MedIudex
11.08.2016, 18:37

Hallo MP1992016,

im Grunde stimme ich Dir zu, allerdings würde ich nicht von "beichten" reden und es braucht sich niemand entschuldigen. Ein Patient ist -ganz formell ausgedrückt- Vertragspartner und kein Bittsteller. Und wenn gameofthrones21 nicht die Gelegenheit gegeben wurde, ein vertrautes Gespräch mit dem Arzt zu führen, ist zudem von medizinischer Seite her was falsch gelaufen, nicht von der Patientenseite her.

Gruß,

MedIudex

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Hi gameofthrones,alles,was der Patient dem medizinischen Personal Bericht,so auch Inkontinenz.unterliegt der Schweigepflicht.Das Brechen kann auch strafrechtlich verfolgt werden und kann auch standeswidrig und disziplinär verfolgt werden.Dis nur allgemein.In Wirklichkeit ist die ethische Einstellung des med.Personales wirklich hochstehend.Was ja auch aus Frage hervorgeht.LG Sto 

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Hallo, ich kann Dich bestens verstehen, habe das alles auch schon durchgemacht, mit Windeln und Blasenkatheter und so. Ist ziemlich unangenehm, aber für Ärzte und Krankenschwestern alltäglich. Das schlimmste für mich waren aber die Untersuchungen auf dem Gyno-Stuhl, ich bin ja keine Frau !! Nun ich habe es auch überlebt und war inzwischen öfters im Spital, immer mit Windeln ! Alles Gute !!!

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