Inkassounternehmen lediglich Existenzschädigend?

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19 Antworten

Hier sind leider extrem viele Falschinfos unterwegs.

Fakt ist, und da liegen ein paar Antwortgeber richtig: Niemand muss dir eine Ratenzahlung gewähren. Jeder Gläubiger darf auf komplette Zahlung der Schuld bestehen. Wenn das nicht möglich ist, kann der Gläubiger einen gerichtlichen Mahnbescheid beantragen, anschließend einen Vollstreckungsbescheid und dann darf gepfändet werden. Ist nichts zum Pfänden da, dann ist nichts da.

Wenn der Gläubiger bereits von den Zahlungsproblemen weiß, dann sind die außergerichtlichen Inkassogebühren ganz grundsätzlich nicht erlaubt bzw. nicht von dir zu bezahlen. Denn die Zahlungsprobleme läsen sich ja nur wegen dem Inkasso nicht in Wohlgefallen auf. in allen anderen Fällen muss man genau hinschauen. Zur Zeit ermittelt beispielsweise eine Staatsanwaltschaft gegen einen großen Stromdiscounter. Grund ist einfach: Das Inkassobüro ist über die Vorstände mit dem Stromanbieter verbunden. Sprich: Das ist derselbe Laden. Wenn es aber derselbe Laden ist, verbietet das RDG eine Inkassogebühr bzw. genauer gesagt liegt dann keine Rechtsdienstleistung mehr vor und es dürfen keine Gebühren gefordert werden.

Selbst wenn man aber nun die Inkassogebühr OK finden würde, hat auch das eine Höchstgrenze. Selbst wenn man sogar die 1,3 Gebühr angemessen finden würde, sind das nie im Leben 275€. Insofern: Wenn hier wirklich noch nichts bei Gericht war, versucht man dich übel abzuzocken.

Der Stromanbieter darf dir jedoch dann auch den Strom nicht sperren, wenn er von Zahlungsproblemen weiß und wenn du eine angemessene Ratenzahlung anbietest. Das wiederum verbietet das entsprechende Gesetz in den StromGVV.

Alles in allem: Schlüssel mal bitte auf, was genau an Gebühren nun gefordert wird, denn 413€ plus 275€ ergeben bei mir immer noch keine ca. 800€.

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Kommentar von SvenWolf89
27.05.2016, 10:27

habe die Rechnungsaufstellung leider Zuhause gelassen. Werde Sie heute Abend mal beifügen.

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Sie sind meiner Ansicht nach moderne Aasgaier die sich an finanziell schwachen laben und deren Existenz gefährden.

Zustimmung

Sprich knapp 35% davon sind Inkassogebühren und ich muss alles komplett zahlen oder der Strom ist weg.

Lass dich nicht erpressen. Zahle die Hauptforderung zzlg. 5,- pauschal für Mahngebühren und widerspreche den Inkassogebühren. Sobald die Hauptforderung beglichen ist, ist eine Sperre nicht mehr möglich (§19 StromGVV)

Inkassogebühren sind bei geschäftserfahrenen Unternehmen nicht durchsetzbar, da sie gegen die Schadensminderungspflicht verstoßen.

Im übrigen würde ich gerne mal die Forderungsaufstellung sehen. Wie kommt man auf solch absurd hohe Inkassogebühren?

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Kommentar von SvenWolf89
27.05.2016, 09:35

Kann ich gerne nachreichen wenn ich von der Arbeit heimkomme. Blicke die Rechnung eh nicht, ich wohne seit November in einer 1 Zimmer Kellerwohnung da es mir finanziell sehr schlecht ging, habe seit 3 Monaten nun wieder eine Vollzeitarbeit und versuche es auf die Reihe zu bekommen aber es sind immer wieder die Inkassogebühren die mich immer tiefer reinreiten.

Also für knapp 7 Monate 800€ Strom als Single. Ist ne harte nummer.

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(Unabhängig davon, hätte ich einfach rechtzeitig und richtig zahlen müssen.)

Das ist des Pudels Kern.

und alles nur weil es für Forderungen nun zwischen Händler und Gericht noch den Pilz Zwischenhändler Inkasso gibt.

Auch den Händlern entstehen Kosten, wenn nicht bezahlt wird. Okay, es gibt natürlich auch dunklere Schafe bei den Inkassounternehmen. Wobei du bitte nicht vergessen solltest, dass du die Anzahl der Nichtzahler deines Unternehmens nicht kennst.

Wie auch immer, Inkassounternehmen haben auch ihre Grenzen: http://www.schuldnerberatung-schickner.de/news/inkassokosten-zulassig-oder-nicht-/ und dürfen nicht jeden x-beliebigen Betrag fordern.

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Inkassobüros sind Dienstleister die die Verwaltung für das eintreiben der Geldforderung von Gläubigern übernehmen bei denen der Verwaltungsaufwand über die normale kfm. Tätigkeit hinaus geht. Man kann Konzernen eine eigene Abteilung für diese Tätigkeiten zumuten, einen kleinen oder auch mittelständigen Betrieb nicht.

Kommt ein Inkassobüro zum einsatz gab es in der Regel zunächst ein Fehlverhalten des Schuldners und auch die Zahlungsmoral vieler Schuldner ist existenzbedrohend.

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Nicht jeder Inkassounternehmer kauft die Forderungen. Außerdem ist Deine Kritik unbegründet - denn jeder hat ja die Chance, seine Rechnungen pünktlich zu zahlen oder sich mit dem Lieferanten zu einigen.

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Es gibt inzwischen Geruchtsurteile, worin es heißt das sich Inkassounternehmen nicht "über die Maßen" bereichern dürfen. Wo aber nun der Satz genau liegt weiß ich nicht, kann dir also nicht sagen ob "deine" Gebühren gerechtfertigt sind, erscheint mir aber etwas hoch.

Und ja die tun " nichts weiter als sich für andere um Forderungen zu bemühen". DAs ist eine Dienstleistung die nun mal bezahlt werden muss. Und wie du schon richtig erkannt hast: man muss es ja nicht so weit kommen lassen.

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Kommentar von SvenWolf89
27.05.2016, 09:53

Dein Satz gefällt mir, eine Dienstleistung die bezahlt werden muss. Wer nimmt diese Dienstleistung denn in Anspruch? Und aus welchem Grund?

Da es das gesetzliche Mahnverfahren gibt bis hin zum Gerichtsvollzieher ist ein Inkassounternehmen einfach nicht gerechtfertigt. Zumindest nicht zu Preisen die oftmals die Hauptforderung übersteigen. (Habe mal 80€ Inkassogebühr für 35€ Hauptforderung 1&1 gezahlt)

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Kommentar von mepeisen
27.05.2016, 10:42

Ich kann dir die Grenze verraten: Das RVG.

Für die außergerichtlichen Bemühungen sind das im Grunde im Masseninkasso eine gebühr für ein Schreiben einfacher Art. http://www.schuldnerberatung-schickner.de/news/inkassokosten-zulassig-oder-nicht-/

Die dortige Tabelle stimmt meiner Meinung nach nicht perfekt, denn bei 500€ Streitwert sind es die 15€ plus Auslagen (20%), also zusammen 18€. Aber man sieht in etwa die Dimension, die erlaubt ist.

Und selbst das ist nur eine absolute Höchstgrenze, denn ob überhaupt Inkassogebühren bezahlt werden müssen, das ist damit noch nicht beantwortet.

Für das gerichtliche Mahnverfahren steht dem Inkassobüro absolut ausschließlich eine 25€-Pauschale zu (siehe §4 RDGEG).

Nehmen wir hier die weniger als 500€ Streitwert bis zum Vollstreckungsbescheid gibt es also zu den Mahngebühren (2,50€ maximal) und den Zinsen (siehe basiszins-rechner, sind nur wenige Cents) dann maximal 18€ Inkassogebühr, 32€ Gerichtskosten und 25€ Inkasso-Mahnverfahrens-Pauschale. Also zusammen weniger als 100€...

Tja.

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Die Inkassogebühren lassen sich größtenteils erheblich dezimieren oder sogar komplett einsparen wenn man sich clever verhält. 

Die Rechtsprechung ist recht inkassounfreundlich so das sich eine klage für den Forderungsinhaber (z. B stromversorger) nicht lohnt. 

Man muss es halt wissen

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Die hohen Aufschläge der Inkassounternehmen auf die ursprünglichen Rechnungen erklären sich daraus, dass das Risiko, dass nicht gezahlt wird, sehr hoch ist. Es handelt sich ja durchweg um Rechnungen an Leute, die bisher ihre Verbindlichkeiten nicht beglichen haben und von denen zum großen Teil zu erwarten ist, dass sie es nur zögerlich, wenn überhaupt, tun werden.

Bevor ein Inkassounternehmen eingeschaltet wird, hat der Gläubiger schon eine Menge versucht, um sich mit dem Schuldner zu verständigen. Aber, wenn der sich nicht - oder erst in letzter Sekunde - rührt, kann man doch nicht das Inkassounternehmen allein an den Pranger stellen!

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Kommentar von mepeisen
27.05.2016, 10:49

Die hohen Aufschläge der Inkassounternehmen auf die ursprünglichen Rechnungen erklären sich daraus, dass das Risiko, dass nicht gezahlt wird, sehr hoch ist

Das ist die praktische Erklärung. Die zweite Erklärung ist der Ferrarie vor der Tür. In Wirtschaftsmagazinen wird von den großen, Arvato und EOS geprahlt, wie groß die Gewinnmarchen sind und dass zum Beispiel bei EOS mittlerweile angedeutet wird, dass die Wachstumszahlen um ein vielfaches besser ist, als das eigentliche Kerngeschäft, der Otto-Versand.

Aber gesetzlich gesehen gibt es deine Argumentation nicht. Es gibt Gesetze und mit 275€ gebühren werden die hier eindeutig mit Füßen getreten. Diese 275€ Gebühren mittels Drohung einer Stromabschaltung einzutreiben, ist sogar eine Straftat (Nötigung).

Dass man Schulden bezahlen muss. Dass man damit auch Kosten verursacht, alles gut und schön. Aber es gibt Grenzen und an die hat sich der Gläubiger zu halten. Schuldner sind kein Freiwild ohne Rechte.

Ich will dir nicht unterstellen, dass du diese Infos absichtlich so schreibst. Aber es gibt leider viel zu viele Falschinfos. Sehr viele in Deutschland denken, dass Inkassos irgendetwas besonderes sind. Dass die alles dürften. Sie lassen sich einschüchtern und haben Angst vor den Phrasen "Es kommt ein Gerichtsvollzieher" oder "Wenn sie widersprechen geht's vor Gericht und es wird noch teurer."

Schaut man genau hin, sind diese Phrasen Schwachsinn. Denn ein gerichtlicher Mahnbescheid mit Ratenzahlung beim Gerichtsvollzieher ist sogar günstiger als der Inkasso-Gebühren-Wahnsinn. Klingt lustig, aber dem ist definitiv so. gerne kann ich dir das vorrechnen.

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Du tust mir wirklich leid, das du in diese Schwierigkeiten geraten bist.

Doch egal wer auch immer- schreibt man dich doch erstmal an und versucht Ratenzahlung ehe man (Stromanbieter) das ganze an ein Inkasso-Büro abgibt.

Es gibt meines Wissens doch mehrere Möglichkeiten diesen Schritt abzuwenden. (Vorausgesetzt- beide Seiten kommunizieren miteinander).

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Hast Du schon mal eine Leistung erbracht und der Kunde hat nicht gezahlt?

Hast Du schon mal selbst 2-3 Mahnungen geschrieben, ohne eine Reaktion zu bekommen?

Hast Du schon mal einen Mahnbescheid und später einen Vollstreckungsbescheid beantragen müssen, weil Du Dein verdientes Geld nicht bekommen hast?

Dann den Vollstreckungsbescheid an den Gerichtsvollzieher geben und mit dem Vermerk: Pfändung fruchtlos, zurück bekommen.

Wenn nein, versuche Dich zumindest mal in die Lage dessen zu versetzen, dem das passiert ist.

Dann überlege, wie viel Arbeit das macht. Was es an Geld kostet, denn nicht nur Deine Leute, oder Du selber setzt ja Arbeit darein, auch das Gericht und der Gerichtsvollzieher wollen Kostenvorschüsse. Bei größeren Unternehmen würde man mehrere Leute damit beschäftigen müssen, eventuell eine ganze Abteilung.

Da ist es nur logisch, diesen Bereich einfach auszulagern. Man verschickt gerade noch die vom Computer generierten Mahnungen. In der letzten wird dem Schuldner mitgeteilt, dass man die Sache nun dem Inkasso übergibt.

Man bekommt einen Teil der Forderung in Cash bezahlt, den Rest macht das Inkassounternehmen dann in eigener Regie.

Über das was die dürfen, auch in der Höhe der Gebühren, gibt es klare Regeln.

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Kommentar von SvenWolf89
27.05.2016, 09:56

Verständlich.

Ohne Inkassogebühr hätte ich meine Schuld gegenüber dem Gläubiger komplett zahlen können.

Mit Inkassogebühr übersteigt es mein Budget.

Worin liegt da der Vorteil? Alle warten länger auf Ihr Geld und ich rutsch immer weiter ins Minus.

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Kommentar von mepeisen
27.05.2016, 10:12

In etwa so viel, dass 275€ gebühren einem Stundenlohn von 1500€ oder mehr bedeuten würde.

Warum? Selbst wenn Mahnungen nicht sowieso schon voll automatisch verschickt werden, tippt den niemand per Hand ein und druckt den aus. Dazu bastelt man sich einmalig eine Vorlage. Der Mahnbrief ist inklusive Verpacken in 5 Minuten erledigt.

Zweiten und Dritten Mahnbrief braucht kein Mensch.

Mahnbescheid beantragen geht online und wenn man sich einmal beschäftigt ist das ebenso in 5 Minuten erledigt.

Aber alles ab Mahnbescheid, da gibt es sowieso feste Gebührensätze für Anwälte und Inkassos. Mit diesem Aufwand die außergerichtlichen Inkassokosten zu ver-argumentieren ist absolut verkehrt.

Und schließlich gibt es, man kann davon halten was man will, die überdeutliche Rechtsprechung des Bundesgerichtshofs. Und die besagt im Kern: Sämtliche Personalaufwände aus Zahlungsausfällen dürfen nicht dem Kunden auferlegt werden. Das ist Kerngeschäft eines Kaufmanns und muss über eine vernünftige Preiskalkulation am Markt bei den vertragspreisen mit einkalkuliert werden.

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Nicht immer erwirbt das Inkassounternehmen die Forderung. Meistens treibt es die Schulden nur ein, was für den Gläubiger den Vorteil hat, dass er nicht auf den Kosten für das Eintreiben sitzen bleibt. Viele Geschäfte würden gar nicht zustande kommen, wenn es keine Inkassobüros gäbe, denn der Aufwand fürs Eintreiben von Schulden ist hoch. Lieber macht man dann gar kein Geschäft mit solchen Kunden. (Potentiell) säumige Zahler profitieren also von der Existenz von Inkassobüros durchaus.

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Kommentar von SvenWolf89
27.05.2016, 09:47

Ich sehe immer noch keinen Unterschied dabei ob ein Inkassounternehmen das Geld gerichtlich Pfändet oder der Gläubiger selbst. Also ausser das es länger dauert und teurer wird da neue Geschäftsvorgänge hinzukommen.

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Kommentar von mepeisen
27.05.2016, 10:34

Lieber macht man dann gar kein Geschäft mit solchen Kunden. (Potentiell) säumige Zahler profitieren also von der Existenz von Inkassobüros durchaus.

Sorry, aber was zwar gut klingt ist noch lange nicht richtig. Das ist sogar streng genommen Quatsch, was du schreibst.

Für das, was du beschreibst, gibt es ganz einfache Hausmittel:

1. Neukunden zahlen erst mal nur per Vorkasse

2. Kürzere Ablese- und Abrechnungszeiträume

3. Speziell die Stromanbieter haben die Möglichkeit, auch bei ausbleibenden Abschlagszahlungen die Stromlieferung einzustellen (das Einhalten der Androhungsfristen vorausgesetzt)

4. Es gibt genug Möglichkeiten, Bonitätsauskünfte abzufragen.

Ich kenne genug, die können in hunderten Online-Shops nicht mehr via Nachname oder ähnliches einkaufen. Sie nutzen dann oft Vorkasse-Optionen (Paypal/ Sofortüberweisung usw.). Es geht schon und es ist heutzutage durchaus üblich, über Bonitätsauskünfte bestimmte Zahlungsarten auszuschließen.

Insbesondere bei telekommunikationsunternehmen hat das ganz andere Ursachen: Es ist extrem lukrativ. Warum? Das Telekommunikationsunternehmen lebt sehr gut von Schuldnern. Denn aufgrund der langen Vertragslaufzeiten sind die Handyschulden oft schnell auf 500€ und mehr angewachsen. Einfach über den Schadensersatz, den der Schuldner provoziert. Das ist alles Reingewinn. wenn dann am Ende nur einer von fünf Schuldnern in der Lage ist, diesen Reingewinn zu bezahlen, hat das Unternehmen nicht nur die anderen 4 Zahlungsausfälle quer-subventioniert, sondern auch noch Gewinn gemacht.

Man sieht das sehr gut: Gerade Online-Shops sperren oft die ungünstigen Zahlungsoptionen, wenn die Bonität im Keller ist. Handyverträge und vieles mehr kriegt man oft trotzdem. Gibt eine ganze Nische, die damit wirbt "Handyvertrag ohne Schufa" usw. Denk mal kurz darüber nach, wieso es so ist ;-)

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die entscheidende Frage ist hier doch, wie lange es gedauert hat, bis aus den ursprünglichen Verbindlichkeiten diese 800,-- € geworden sind.

Hättest Du z.B. sofort nach Erhalt der ursprünglichen Stromrechnung mit dem Anbieter eine Ratenzahlung vereinbart, wäre Dir viel erspart geblieben... 

Wenn in den 800,-- nur vom Inkassobüro 275 € enthalten sind, bedeutet dies wohl, dass der Rest 525 Euro wären... Du schreibst aber von 7 Raten zu 59 € also  413,--... also hier schon eine Differenz von  112,-- € ...

Irgendwas stimmt hier an der Rechnung nicht... 

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Kommentar von SvenWolf89
27.05.2016, 09:39

ja die Rechnung ist von vorne bis hinten unverständlich, ich bin gelernter Kaufmann für Büromanagement, im Normalfall kann ich Rechnungen/Abschlagsrechnungen lesen und aufteilen aber das Ding....

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Du brauchst die Inkassogebühren meines Wissens nicht zu bezahlen. Es könnten lediglich ca. € 2,50 pro Mahnung gerichtlich geltend gemacht werden. Lasse dich nicht abzocken.

Aber abhängig davon, ob Inkassobüros gut oder schlecht sind, muß man natürlich seine Rechnungen pünktlich bezahlen. Wenn man das nicht kann, ist es immer vorteilhaft, sich rechtzeitig mit seinem Gläubiger in Verbindung zu setzen und Ratenzahlungen zu vereinbaren. Seinen Kopf in den Sand zu stecken, bringt nur Nachteile, nämlich nervige Mahnungen und lächerliche Drohungen eines Inkassobüros.

Wenn dir jemand Geld schuldet, würdest du auch darauf bestehen, dass die offene Forderung ausgeglichen wird, oder?

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Kommentar von SvenWolf89
27.05.2016, 09:42

Wie überall nun erwähnt, das der Gläubiger sein Geld bekommen muss ist natürlich verständlich. Aber das sich so teure Inkassounternehmen auf mich stürzen nicht. Denn das Geld einfordern kann man gerichtlich.

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Inkassounternehmen machen eigentlich nichts Anderes, als Geld einzutreiben. Sie kaufen Forderungen unter Wert ein und müssen dann zusehen, dass sie an das Geld kommen. Der Schuss kann auch durchaus nach hinten los gehen, wenn die betreffende Person einfach kein Geld hat. Solche Verluste müssen sie mit den restlichen Forderungen ausgleichen und eben noch etwas Gewinn generieren.

Bezahlt man pünktlich, hat man mit denen nichts zu tun

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Kommentar von franneck1989
27.05.2016, 09:34

Solche Verluste müssen sie mit den restlichen Forderungen ausgleichen und eben noch etwas Gewinn generieren.

Das ist nicht erlaubt. Der Gläubiger hat eine Schadensminderungspflicht. Bereicherung auf Kosten des Schuldners funktioniert nicht.

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Man muss immer zwei Seiten der Medaille sehen. Wenn das Inkasso Unternehmen  die Forderungen kauft, dann rettet es  möglicherweise Weise ganze Existenzen  und Arbeitsplätze. 

Stelle dir einen mittelständigen Dachdeckerbetrieb  vor,  der Von drei Kunden das Geld in Höhe von 180000 Euro nicht bekommt. Seine Kunden zahlen nicht. 

Nun hat er zwei Möglichkeiten : Entweder er kämpft Monate oder Jahre, sein Geld zu bekommen,  zahlt dafür noch eine Menge Gerichtskosten, geht die Gefahr ein,  dass sogar die PrivatKunden Privat Insolvenz  beantragen,  oder aber er verkauft seine Forderungen an ein Inkasso Unternehmen. 

Dieses Unternehmen hat ebenfalls Personal, welches bezahlt werden muss. Und das Ausfall Risiko durch Insolvenz  der Schuldner ist auch noch vorhanden.  Also sind Gebühren legitim. 

Ein Inkasso Unternehmen  hat durchaus seine ExistenzBerechtigung,  wie du siehst. 

Man muss eben nur einmal  über den Tellerrand sehen.

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Kommentar von SvenWolf89
27.05.2016, 09:40

Für unbezahlte Rechnungen gibt es das gesetzliche Mahn- und Vollstreckungsverfahren. Inkasso ist nur ein Zusatz die diesen weg ebenfalls gehen müsste wenn es sein Geld nicht bekommt

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Kommentar von mepeisen
27.05.2016, 10:45

oder aber er verkauft seine Forderungen an ein Inkasso Unternehmen.

Natürlich kann und darf der Betrieb Forderungen verkaufen. Das ist eine kaufmännische Entscheidung und gesetzlich möglich.

Aber: Wenn eine Forderung verkauft wird, dann wird der Gläubiger ausgetauscht. Dann erbringt das Inkasso keine Rechtsdienstleistung und nichts, was eine Gebühr begründet. Das Inkasso darf da keine gebühren aufschlagen, es darf nur den ursprünglichen Rechnungsbetrag einfordern, ggf. samt Zinsen. Mehr nicht.

Es geht doch auch gar nicht um Existenzberechtigungen von Inkassos. Es geht darum, dass die massivst Gesetze brechen um sich Ferraris vor die Tür zu stellen. Würden sie sich mit einem Smart begnügen, wäre allen geholfen und sie würden auch die Gesetze einhalten können.

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Naja, für andere wie z.b. Handwerker deren Rechnungen nicht bezahlt werden ist ja eher das existenzschädigend.

Es ist wohl eher eine Sache der perspektive.

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Kommentar von SvenWolf89
27.05.2016, 09:32

Richtig, er hat das Geld rechtzeitig zu erhalten und wenn nicht kann er es gerichtlich einfordern. Aber die teure Dienstleistung des Inkassos nehme ich ja nicht in Anspruch.

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Ich hatte letztens Probleme mit dem Stromanbieter

Der Stromananbieter hatte anscheinend auch Probleme mit dir. Nahezu alles hat zwei Seiten.

Existenzschädigend sind auch Kunden, die ihre Rechnungen nicht zahlen, zwar nicht gerade in deinem Fall, aber bei kleinen Unternehmen schon.

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Kommentar von SvenWolf89
27.05.2016, 09:30

Das kann ich ja auch verstehen, aber es gibt das gesetzliche Mahnverfahren, warum muss da noch so ein teurer Zwischenposten eingebaut werden gerade wenn es bereits um Zahlungsschwierigkeiten geht.

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Kommentar von mepeisen
27.05.2016, 10:07

Das ist alles nett, aber Begründung für modernes Raubrittertum ist das nicht. Wenn man Schulden hat, hat der Gesetzgeber dem Gläubiger Möglichkeiten an die Hand gegeben.

Ja, auch ein Inkassounternehmen zu beauftragen, gehört ggf. dazu. Dennoch sind 275€ Inkassogebühren absurder Schwachsinn und nichts, was auch nur annähern von den Gesetzen her erlaubt ist.

Schuldner sind kein Freiwild.

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Worin sind die Kosten gerechtfertigt?

dadurch, daß das Inkassounternehmen die Abwicklung übernimmt.

Dafür muss es Personal, Software, Konten etc. bereitstellen. Das kostet nun mal Geld.

Man kann diese von Dir genannten "Aasgeier" ganz einfach austricksen und ihnen die Existenzgrundlage entziehen, indem man einfach seine Rechnungen pünktlich zahlt.

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Kommentar von franneck1989
27.05.2016, 09:44

Dafür muss es Personal, Software, Konten etc. bereitstellen

Nichts davon ist als Verzugsschaden zu ersetzen

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Kommentar von mepeisen
27.05.2016, 11:00

Ob du das einsehen willst oder nicht. Der Bundesgerichtshof war da eindeutig.

Als Verzugsschaden darf ausschließlich gefordert werden, was direkt fallbezogen an Sachkosten aufläuft. Etwa bei Mahnungen das Druckerpapier, das Briefporto usw.

Alles andere ist Kernaufgabe eines Kaufmanns und muss in die Preisgestaltung einfließen.

Das ist auch sinnvoll, denn

1. Ich kaufe eine Software nur einmal. Diese Komplettsoftware macht aber nicht nur das Verschicken von Mahnungen, sondern auch die Lagerwirtschaft usw. Beispielsweise ist in jeder professionellen Online-Shop-Software alles enthalten. Ich brauche mich nicht um die Mahnbriefe kümmern, das macht die Software automatisch.

2. Personal muss ich, wenn die Software das auch selbst macht, nicht einstellen. Wieso auch? Für was? Damit die dem Server, auf dem die Software läuft, bei der Arbeit zusieht?

3. Das Geschäftskonto habe ich oder habe ich nicht. Da gibt es keine Sondergebühren, nur weil jemand die Rechnung nicht zahlt.

4. Ab gerichtlichem Mahnbescheid mag man Zusatzaufwand sehen. Dafür gibt es aber in den einschlägigen Gesetzen auch Pauschalen (25€ fürs Inkasso gemäß §4 RDGEG) und das ist auch berechtigt und OK. Aber damit die bereits zuvor aufgetretenen Kosten zu rechtfertigen ist doch aus kaufmännischer Sicht Blödsinn.

5. Für alle Sonderausgaben (Rücklastschriftgebühren, notwendige Adressermittlungen usw.) gibt es auch die Möglichkeit, sie geltend zu machen. Aber nur in der Höhe, wie sie angefallen sind oder üblich sind. Wenn ich als Geschäftskunde eine Adressauskunft bei Firma X macht und die mir 50€ in Rechnung stellt, dann ist das mein privates Vergnügen. Durchsetzbar sind trotzdem nur die Kosten beim zuständigen Meldeamt, die normalerweise so maximal 10€ betragen. Analog bei den Rücklastschriftgebühren in etwa maximal 5€.

Und wenn man nun doch noch irgendwo Personalaufwand hat, der sogar begründbar ist, dann lässt sich aus rechtlicher Sicht nicht beurteilen, ob der nun OK ist oder nicht. Wenn ein Unternehmen seine Geschäftsprozesse so optimiert, dass es kaum mehr Personalaufwand hat, dann ist es im Vorteil gegenüber demjenigen Unternehmen, das alles von Hand macht. Das ist aber dann etwas, was über die Preise am Markt zu regeln ist. Das ist nichts, was man einem Schuldner zur Last legen darf. Denn der Schuldner kann nichts dafür, dass das Unternehmen einfach zu faul war, seine Software passend zu automatisieren. Wieso also sollte er das Personal bezahlen, was der Unternehmer überflüssigerweise beschäftigt?

Man kann diskutieren, ja. Aber das ist eine rein philosophische Diskussion. Der Bundesgerichtshof war eindeutig und solange es keine Gesetzesänderung gibt in diesem Bereich hat kein Gläubiger das Recht, sich darüber zu erheben.

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Da muss ich dir recht geben,wenn unbezahlte Forderungen übers Gericht laufen ,weiss man das es gerechtfertigt ist ,die Zusatzkosten.

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