Inkassoschreiben = Schufaeintrag?

6 Antworten

§ 28a I 1 Nr. 4 BDSG

Die Übermittlung personenbezogener Daten über eine Forderung an Auskunfteien ist nur zulässig, soweit die geschuldete Leistung trotz Fälligkeit nicht erbracht worden ist, die Übermittlung zur Wahrung berechtigter Interessen der verantwortlichen Stelle oder eines Dritten erforderlich ist und

a) der Betroffene nach Eintritt der Fälligkeit der Forderung mindestens zweimal schriftlich gemahnt worden ist,


b) zwischen der ersten Mahnung und der Übermittlung mindestens vier Wochen liegen,

c) die verantwortliche Stelle den Betroffenen rechtzeitig vor der Übermittlung der Angaben, jedoch frühestens bei der ersten Mahnung über die bevorstehende Übermittlung unterrichtet hat und

d) der Betroffene die Forderung nicht bestritten hat.

a) bis d) sind kumulativ. Und der Satz in Deiner Mahnung ist KEIN ausreichender Hinweis nach c).

In Deinem Fall spielt es also bezüglich des Eintrags keine Rolle ob Du die Rest-Forderung fristgerecht oder überhaupt begleichst.

Widerspreche der Forderung schriftlich, dann ist ein Eintrag nicht mehr möglich. Die Gebühren sind nicht durchsetzbar da du bereits bezahlt hast.

Des weiteren solltest du nicht mit Inkassos telefonieren. Nachweisbar ist hinterher nichts und es wird meistens Unsinn erzählt.

Jetzt ist meine Frage: bekomme ich jetzt einen negative Eintrag in die Schufa?

Nur, wenn du damit einverstanden wärst, ansonsten bedürfen Schufa-Einträge immer der gerichtlichen Feststellung der Schuld.

Widerspreche dem Inkassobüro schriftlich und beweisbar und untersage dabei einfach die Datenweitergabe an die Schufa.

Neben den beiden von Dir genannten Gründen gibt es noch drei weitere:

  • Insolvenz
  • Zahlungsrückstände die zur fristlosen Kündigung berechtigen
  • unwidersprochene überfällige Forderung
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@Xipolis

Dass besagtes Einverständnis auch durch Unätigkeit gegeben werden kann, hätte ich wohl dazu schreiben sollen.

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Ein Schufa-Eintrag benötigt nicht der gerichtlichen Feststellung der Schuld. Es reicht eine unbezahlte mehrfach angemahnt und nicht widersprochene Forderung. Allerdings darf sie nicht verjährt sein.

Die Untersagung einer Datenweitergabe ist witzlos. Die Untersagung ist nur möglich bei falschen Angaben. Das würde auch dem Sinn der Schufa widersprechen. Es ist eine Schutzvereinigung der Gläubiger. Klar wollen Schuldner nicht da rein. Das juckt die Gläubiger aber nicht.

Unbezahlte Rechnungen oder eidesstattliche Versicherungen, Haftbefehle, Insolvenzen oder eidesstattliche Versicherungen bringen sie trotzdem rein, ob sie wollen oder nicht.

Es geht sogar noch weiter. Schließlich gibt es den Score. Wie der ermittelt wird ist ein Geheimnis des Unternehmens. Da reicht es schon, dass deine Nachbarn ihre Rechnungen nicht zahlen und schon geht dein Score runter. Warum sonst bekommt man in manchen Wohngegenden keinen Handyvertrag?

Somit bestelle ich einmal im Jahr die kostenlose Selbstauskunft der Schufa. 1. will ich wissen, was drin steht und 2. will ich falsche Angaben sofort raus haben. Diese Angaben haben sogar eine Auswirkung auf meine Kredite bei der Bank.

Eine Insolvenz benötigt derzeit ca. 6-7 Jahre bis zur Restschuldbefreiung. Plus die 3 Jahre Sichbarkeit, die der Gesetzgeber zuläßt. So kommt man auf 9-10 Jahre sichtbare  Einträge bei Insolvenzen. Haftbefehle oder eidesstattliche Versicherungen sind 3 Jahre sichtbar. Ob die Schuldner wollen oder nicht. Das gildet auch für erledigte/bezahlte Vorgänge. Es sei denn, die Daten sind nachweisbar falsch. Das kommt sofort raus.


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@Realisti

es sollte in dem Absatz nicht 2x eidesstattliche Versicherungen heißen, einmal muss es verweigerte eidesstattliche Versicherungen lauten.

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@Realisti

Ein Schufa-Eintrag benötigt nicht der gerichtlichen Feststellung der
Schuld. Es reicht eine unbezahlte mehrfach angemahnt und nicht
widersprochene Forderung.

Wurde auch nie so behauptet.

Die Untersagung ist nur möglich bei falschen Angaben.

Bitte lies doch §28a BDSG: Sobald die Forderung strittig gestellt ist, ist eine Weitergabe an die SCHUFA unrechtmäßig.

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@franneck1989

Und stellt eine Kreditgefährdung nach § 824 BGB dar, gegen die man zivilrechtlich Schadenersatz geltend machen kann.

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@franneck1989

Du wiederholst nur, was ich im Satz zuvor auch gesagt habe. Nur nannte ich es "nicht widersprochene Forderung" und du nennst es "strittige Froderung". Ich vermute mal damit meinen wir zwei das Gleiche. Ich widerspreche auch nicht, wenn man das mit dem §28a BDSG begründet. Das ist einfach so.


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