Inkassodienst - nerviges 2. Schreiben. Soll ich reagieren?

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8 Antworten

Soll ich diese " nette " Schreiben komplett ignorieren ?

Oder Strafanzeige stellen wegen versuchter Nötigung. Im Falle eines Widerspruchs muss das Inkassobüro die Betreibung einstellen und an den Mandaten zurückgeben.

trouble778 27.06.2014, 19:30

Habe ja bereits widersprochen ( deutlich darauf verwiesen, das ich die Zahlung schon vor Erhalt eines Inkassoschreibens leistete und nie gemahnt wurde ... obwohl das Shopapotheke behauptet - erbringen aber darüber keinen Nachweis ! )

Also soll ich nun die Kostenaufstellung ignorieren ?

Ist eine Beschwerde beim Bundesverband Deutscher Inkassounternehmen sinnvoll ???

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kevin1905 27.06.2014, 19:34
@trouble778
Ist eine Beschwerde beim Bundesverband Deutscher Inkassounternehmen sinnvoll ???

Nicht wirklich, wenn dann lieber beim aufsichtsführenden Oberlandesgericht.

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trouble778 27.06.2014, 20:01
@kevin1905

Also wenn ich weiter belästigt werde, behalte ich mir das mal vor.

Habe jetzt nochmal etwas rumgekramelt und bin dabei nochmal auf die Sache mit der Vollmacht gestoßen...

lt. meiner Recherche muß mir das Inkassounternehmen eine Vollmacht im Original beibringen ( habe nur eine Kopie erhalten, Name wird offensichtlich dann erst nachträglich eingetragen und das Ganze ähnelt eher einem Blankoformular ) datiert ist es vom 13.05.14 ( also ca. 3 Wochen bevor ich überhaupt Post von denen gekriegt habe - etwas komisch )

In allen Schreiben tauchen auch sehr viele bedrohlich klingende Paragrafen auf, die ich angeblich verletzt haben soll oder nach denen ich irgendwelchen Pflichten nachkommen soll....

Werde es wohl jetzt darauf ankommen lassen - wenn nötig Mahnbescheid widersprechen...halte allein schon die Kostenaufstellung für eine absolute Frechheit ( mal davon abgesehen, das sie ungerechtfertigt ist )

Hatte vorher schon mal jemand mit diesem Verein zu tun ???

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mepeisen 27.06.2014, 22:03
@trouble778

Dann fordere doch noch einmal die Vollmacht im Original nach. Und nochmal die Zustellnachweise der angeblichen Mahnungen. und schreibe deutlich, dass du bei Weigerung das Aufsichtsgericht informierst... :-)

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Geheim0815 28.06.2014, 13:16
@trouble778

in welchem Gesetz steht das mit der original Vollmacht? Im übrigen heißt vorlegen können nicht unbeding das sie es schicken müssen. Du hast vieleicht das recht die originalvollmacht einzusehen... dafür kannst du sicherlich in den Büros des Inkassobüros vorbei schauen. Originale werden nie verschickt,

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mepeisen 29.06.2014, 02:20
@Geheim0815
in welchem Gesetz steht das mit der original Vollmacht

Das frage mal die Gerichte, die eine Kopie nicht anerkennen...

dafür kannst du sicherlich in den Büros des Inkassobüros vorbei schauen. Originale werden nie verschickt,

Im Masseninkasso werden Blankovollmachten für genau diesen zweck vorbereitet, in die bei Bedarf der Namen des Schuldners eingetragen wird. Das ist völlig legitim und selbstverständlich werden Originale verschickt.

Du könntest sogar Recht haben, dass man lediglich Anspruch darauf hat, sie einsehen zu dürfen. Aber für das Inkasso ist es bedeutend einfacher und kostengünstiger, sie einfach zu verschicken, dann ist der Fall nämlich durch. Statt einen Besuchstermin mit dem Schuldner zu vereinbaren und dafür mehrfach Briefe hin- und herzuschicken, das ist einfach viel zu teuer...

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Geheim0815 30.06.2014, 08:14
@mepeisen

Also mit meinem Inkassobüro habe ich nur einen einzelnen Vertrag, die Beauftragung im Einzelfall erfolgt elektronisch (was allerdings auch als schriftlich gilt). Da dürfte es dann schon schwer werden.

Das mit dem einsehen denke ich eher das 99,999% der Leute nicht ins Büro des Inkassobüros fahren würden (insb. wenn es nicht aus der nähe kommt). Der Aufwand wäre da ja nur ein Brief "selbstverständlich können Sie die Vollmacht wärend unserer Bürozeiten an unserem Standort einsehen". Das mit dem recht Unterlagen einzusehen dürfte denke ich auf jeden Fall hinkommen, ist ja mit öffentlichen Urkunden genauso, die können eingesehen werden, aber nur vor Ort.

Vieleicht wäre es aber Sinnvoll hier generell eine Gesetzesänderung zu machen und Unternehmen zu verpflichten den Schuldner über die Übergabe an ein Inkassobüro zu benachrichtigen. Bei mir erfolgt das ganze z.B. parallel zur letzten Mahnung (wenn kein Zahlungseingang bis zu Termin XY Übergabe an Inkassobüro Z). Da wäre der Legitimationsnachweis komplett unnötig.

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mepeisen 03.07.2014, 09:55
@Geheim0815

Vertrag und Vollmacht sind zwei verschiedene Dinge. Es geht auch nicht drum, dass direkt bei Falleinreichung eine schriftliche Original-Vollmacht angefertigt wird. Vollmachten sind auch problemlos mündlich (oder über den Inkassovertrag) abschließbar. Erst bei Verlangen des Schuldners muss eine Vollmacht vorgelegt werden und dann im original. Dann muss sie bei dir halt nachträglich angefertigt werden. Das ist aber völlig legitim, die Vollmacht nachträglich zu unterschreiben.

Wie gesagt: mit dem Einsehen magst du Recht haben, nur wird das kein Inkasso machen wegen dem erhöhten Arbeitsaufwand. Die wollen Geld verdienen und sich nicht durch Betüdelung eines Schuldners vor Ort noch Personalaufwand schaffen.

Da wäre der Legitimationsnachweis komplett unnötig.

Steht ja sogar im Gesetz: "Die Zurückweisung ist ausgeschlossen, wenn der Vollmachtgeber den anderen von der Bevollmächtigung in Kenntnis gesetzt hatte." Vielleicht setzt du dich mal damit auseinander, was es schon gibt. Eine Pflicht, zu informieren ist unnötig. Allerdings sind Inkassos per se genauso unnötig. Voraussetzung wäre natürlich, dass in der Rechnung nicht nur steht "Wir beauftragen ein Inkassobüro", sondern "Wir beauftragen nun Inkassobüro XYZ". Dass also das Inkasso mit Namen benannt ist.

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Reagieren mußt du sonst bekommst du einen Mahnescheid und das wird noch teurer. Die müssen beweisen, daß du die Ware bekommen hast. Da man bei der Post aber alles unterschreiben muß müßte das doch zu klären sein.

kevin1905 27.06.2014, 19:27
Reagieren mußt du sonst bekommst du einen Mahnescheid und das wird noch teurer.

Den Mahnbescheid bezahlt der Gläubiger mit mind 32,- €, nicht der Schuldner.

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ghasib 02.07.2014, 14:31
@kevin1905

Und wo glaubst du knallt der Gläubiger die Kosten wieder drauf? Auf die Gesamtschuld. Und wer zahlt die? Der Schuldner. Also zahlt die Kosten für den Mahnbescheid doch der Schuldner. Schlaumeier

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kommt drauf an ob du was bestellt hast,am besten wenn es nicht stimmt zu anwalt.denn wenn du nichts machst taucht der gerichtsvollzieher auf

kevin1905 27.06.2014, 19:25
denn wenn du nichts machst taucht der gerichtsvollzieher auf

Nur wenn der Fragesteller so dämlich wäre einen gerichtlichen Mahnbescheid zu ignorieren. Dabei müsste er bei diesem nur innerhalb von 2 Wochen ankreuzen

"Ich widerspreche der Forderung insgesamt".

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Du bekommst Besuch vom Gerichtsvollzieher und der kann Pfänden.

trouble778 27.06.2014, 19:20

Was denn bitte pfänden ? Die Hauptforderung wurde schon vor Erhalt eines Briefes durch das Inkassounternehmen direkt an die Shopapotheke geleistet ( + 6 Euro für evtl. Auslagen )

Sehr hilfreich, wenn man noch verunsichert wird - Danke :-(((

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rainerendres 27.06.2014, 20:31

Der Kreidler schickt dann den Wendler vorbei ;))

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trouble778 27.06.2014, 20:47
@rainerendres

Au Backe - ich geb alles zu, aber haltet mir den Wendler vom Hals :-))) am Ende singt der die Forderung noch - OMG

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mepeisen 27.06.2014, 22:02

Erzähle nicht so viel Blödsinn. Ohne Titel kommt kein Gerichtsvollzieher vorbei.

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Ob gegenstandslos oder nicht ist egal: Du solltest Dich darum kümmern! Besteht die Forderung zu Recht: Bezahlen oder Ratenzahlung vereinbaren. Besteht sie zu Unrecht: Widerspruch, notfalls mit anwaltlichem Beistand, einlegen. Ignorieren ist die schlechteste Reaktion auf solche Schreiben.

kevin1905 27.06.2014, 19:23

Er hat doch schon einen Schrieb hingesandt. Man hat keinen Rechtsnachteil dadurch, dass man sich kein zweites oder drittes Mal äußert. Es reicht seinen Willen einmalig und schriftlich zu erklären.

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tuedelbuex 27.06.2014, 19:41
@kevin1905
Er hat doch schon einen Schrieb hingesandt.

Wo, bitteschön, steht das in der Frage? Nirgends! Also gehe ich davon aus, dass der Fragesteller sich gegenüber dem Fordendem noch nicht erklärt hat. Dass er bereits Widerspruch eingelegt hat, wird erst im Kommentar auf Deine Antwort, einige Minuten später, deutlich. Darauf sollte man auch mal achten, bevor man den Heinz rauskehrt!

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mepeisen 27.06.2014, 22:05
@tuedelbuex

Oder es wäre deutlich geworden, wenn man sich sein ursprüngliches Thema angeschaut hätte (Auf den Usernamen klicken und auf die eigenen Fragen, da er nur zwei gestellt hat, ist der Weg auch nicht so weit).

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tuedelbuex 28.06.2014, 10:33
@mepeisen
Oder es wäre deutlich geworden, wenn man sich sein ursprüngliches Thema angeschaut hätte

Klar doch! Warum habe ich da nicht dran gedacht! Demnächst google ich den Fragesteller vorher, fordere eine Schufa-Auskunft und ein polizeiliches Führungszeugnis an, bevor ich antworte. Geht`s noch?

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tuedelbuex 28.06.2014, 14:33
@mepeisen
Wieso so aggressiv?

Wo, bitteschön, nimmst Du Aggressivität wahr?

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Nimm diese Bausteinschreiben nicht allzu ernst

Haupt Forderung ist zweckgebunden beglichen und gegenüber dem Inkassoladen schriftlich zurückgewiesen ?

Falls ja dann bist Du aus dem Schneider denn die rechtsprechung ist nicht unbedingt inkassofreundlich

Brauchst Du Gerichtsurteile dann nochmal bescheid sagen

trouble778 27.06.2014, 20:45

Ja, die Hauptforderung ist beglichen ( schon vor Erhalt eines Inkassobriefes )

  • es geht denen nur um ihre etwa 100 Euro Auslagen ( frag mich wofür - völliger Blödsinn, der dort aufgeführt ist - Adressermittlung ( sollten die von Ihrem Auftraggeber kriegen können / angebliche Inkassokosten von über 70 Euro bei knapp 43 Euro Hauptforderung usw. )

Eingang der Hauptforderung wurde mir auch vom Inkassodienst bestätigt, wie gesagt, die wollen jetzt nochmal an mir verdienen

Gerichtsurteile wären hilfreich, danke

Also man wird wie gesagt mit Paragrafen zugeballert :-((

Hab auch schonmal etwas rumgestöbert - also alleine schon irgendwelche angeblichen Mahnungen müssen nachgewiesen werden ( ist aber nie geschehen ) eine Zahlungsfrist gibt es auch nicht , von Schadensminderungspflicht mal ganz zu schweigen - hab da ein paar sehr " nette " Mails von der Shopapotheke gekriegt

Offensichtlich meint die Shopapotheke als halb niederlänisches Grenzunternehmen machen zu können, was es will - echt nie wieder, da geh ich lieber in die Apotheke ums Eck und zahl höhere Preise und werd nicht so verblödelt

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rainerendres 27.06.2014, 20:58
@trouble778

Hier 3 aktuelle Urteile

AG Dieburg Entscheidungsdatum: 20.07.2012 Aktenzeichen: 20 C 646/12

Leitsatz Die Geltendmachung von sog. Inkassokosten im Wege des Schadensersatzes verstößt regelmäßig gegen die Schadensminderungspflicht. (Auszüge) Nach ständiger Rechtsprechung des Amtsgerichts Dieburg sind Inkassokosten in aller Regel wegen eines Verstoßes gegen die Schadensminderungspflicht gem. § 254 BGB nicht zu erstatten. Anwaltskosten sind bei der Prüfung, ob ein Verstoß gegen die Schadensminderungspflicht vorliegt, nicht zu berücksichtigen. Rechtsanwälte sind anders als Inkassounternehmen Organe der Rechtspflege. Das RVG kann deshalb zur Rechtfertigung von Inkassokosten nicht herangezogen werden. Es handelt sich hierbei um ein Sondergesetz, das nur für Rechtsanwälte anwendbar ist und diese als Teil der Rechtsordnung privilegiert.Inkassobüros prüfen die einzutreibenden Forderungen nicht. Hierzu besteht weder ein Wille der Auftraggeber noch eine Verpflichtung der Inkassounternehmen. Mangels juristischer Ausbildung fehlte es an der Fähigkeit der Inkassounternehmen und der Erlaubnis, da die Rechtsberatung den Rechtsanwälten per Gesetz vorbehalten ist.Dies ergibt sich auch aus einem qualitativen Unterschied. Der Anwalt hat die geltend zu machenden Ansprüche selbst zu prüfen und die Mandanten auf rechtlich unbegründete Forderungen hinzuweisen. Er haftet für seine Rechtsberatung, auf die sich der Mandant deshalb verlassen kann. Macht er bewusst unrechtmäßige Forderungen geltend, macht er sich neben dem Auftraggeber strafbar. Damit besteht auch für den Schuldner bis zu einem gewissen Grad eine Gewissheit der Rechtmäßigkeit der gegen ihn geltend gemachten Forderung. Inkassobüros prüfen die einzutreibenden Forderungen nicht. Hierzu besteht weder ein Wille der Auftraggeber noch eine Verpflichtung der Inkassounternehmen. Mangels juristischer Ausbildung fehlte es an der Fähigkeit der Inkassounternehmen und der Erlaubnis, da die Rechtsberatung den Rechtsanwälten per Gesetz vorbehalten ist. Die Kompetenz des von der Klägerin eingeschalteten Inkassounternehmens erhöht sich auch nicht durch ein eigenes Call-Center, in dem besonders geschulte Mitarbeiter vor allem telefonisch versuchen, gemeinsam mit den Versicherungsnehmern eine Möglichkeit der Regulierung der Angelegenheit zu erreichen.Es ist überhaupt nicht ersichtlich, dass Inkassounternehmen überhaupt eine für die Schuldner befriedigende Lösung finden wollen. Schließlich werden sie von den Gläubigern bezahlt und haben den Auftrag, möglichst viel Geld von den Schuldnern einzutreiben. Mangels Prüfung der Rechtmäßigkeit der Forderung wären sie auch gar nicht in der Lage Belange der Schuldner zu berücksichtigen. Selbst wenn die Schuldner die Forderung mangels finanzieller Mittel nicht begleichen können, werden deren Belange nicht berücksichtigt, sondern die Kosten weiter in die Höhe getrieben, indem kostenpflichtige Ratenzahlungsvereinbarungen abgeschlossen werden, ohne Rücksicht darauf, dass Zinsen die Forderung weiter erhöhen, und der Schuldner auch bei Zahlungen die Forderung nie wird vollständig tilgen können. Die von den Inkassounternehmen "besonders geschulten Mitarbeiter" haben die Aufgabe ihre durch die Schulungen erworbenen Kenntnisse zugunsten des Inkassounternehmens einzusetzen. Erfolge werden nicht dadurch erzielt, dass die Schuldner von der Rechtmäßigkeit der Forderung überzeugt werden, sondern weil sie durch ständige Wiederholungen der "Nachteile" bei Nichtzahlung Ängste schüren und Schuldner zur Zahlungen bewegen, auch wenn die behaupteten Forderungen nicht berechtigt sind.

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rainerendres 27.06.2014, 20:59
@rainerendres

AG Brandenburg Entscheidungsdatum: 27.08.2012 Aktenzeichen: 31 C 266/11 Dokumenttyp: Urteil

Die Mahnungen von Inkassounternehmen sollen im Übrigen zwar in mehreren Fällen Erfolg haben, in dem Sinne, dass der Schuldner auf diese Mahnungen leistet. Da aber die Mitarbeiter des Inkassounternehmens in der Regel weder über besondere Rechtskenntnisse verfügen, noch über ein nachhaltiges Druckmittel, das über die eigenen Möglichkeiten des Gläubigers hinaus geht, ist dieser Erfolg wohl nur unter den Aspekten zu würdigen, dass der Schuldner ohnehin auf nachdrückliche und mehrfache Mahnungen des Gläubigers geleistet hätte oder der Schuldner den Mahnungen des Inkassounternehmens aus irrationalen Gründen eine größere Bedeutung beimisst als den Mahnungen des Gläubigers selbst und nur deswegen die Forderung bedient. Beides rechtfertigt jedoch noch nicht, dem säumigen Schuldner deswegen allein schon auch die Inkassokosten aufzuerlegen. Denn der behauptete Erfolg von Inkassounternehmen - so dies den überhaupt zutrifft - beruht entweder auf einer Tätigkeit (Mahnwesen), die zunächst eine Aufgabe des Gläubigers selbst ist und auf Kosten des Schuldners in unwirtschaftlicher Art und Weise auf das Inkassounternehmen ausgelagert wird oder ggf. sogar auf der Ausnutzung einer unterschwelligen irrationalen Angst.Zahlt der Schuldner nicht innerhalb der üblichen Frist, ist es nämlich zunächst Sache des Gläubigers, sich um die Erfüllung der Forderung zu bemühen. Dazu gehören nach herrschender Auffassung die Überwachung der Zahlungseingänge und Zahlungsfristen sowie zumindest eine zweimalige Mahnung. (...) Die Beauftragung des Inkassounternehmens dient insofern nämlich ausschließlich der Bearbeitung und außergerichtlichen Abwicklung des Anspruchs. Solche Aufwendungen kann der Gläubiger von dem Schuldner aber regelmäßig gerade nicht ersetzt verlangen (BGH, BGHZ Band 181, Seiten 233 ff. = ZGS 2009, Seiten 369 ff. = NJW 2009, Seiten 2530 ff. = Das Grundeigentum 2009, Seiten 974 ff. = VersR 2009, Seiten 1121 ff. = Schaden-Praxis 2009, Seiten 304 f. = NZM 2009, Seiten 595 ff. = WM 2009, Seiten 1664 ff. = DAR 2009, Seiten 515 ff. = ZfSch 2009, Seiten 558 ff. = MDR 2009, Seiten 1166 ff. = VRS Band 117, Seiten 23 ff., Nr. 7; BGH, NJW 1977, Seite 35; BGH, BGHZ Band 66, Seiten 112 ff. = NJW 1976, Seiten 1256 ff. = VersR 1976, Seiten 857 ff. = MDR 1976, Seiten 831 f.; OLG Dresden, NJW-RR 1994, Seiten 1139 ff.; OLG Köln, WM 1989, Seiten 246 ff.; LG Berlin, Urteil vom 20.07.2009, Az.: 5 O 468/08, u. a. in: "juris"; AG Kehl, Urteil vom 26.04.2011, Az.: 4 C 19/11, u. a. in: "juris").Diesen grundsätzlich somit nicht ersatzfähigen Eigenaufwand für die Einziehung einer eigenen Rechnung hat die Klägerin vorliegend aber nur "ausgelagert", indem sie nach Eintritt des Verzugs ein Inkassobüro mit der Beitreibung beauftragt hat. Ihr stand selbstverständlich frei so zu verfahren. Jedoch kann sie die damit verbundenen Kosten nicht ohne weiteres auf den Schuldner umlegen, weil es sich gerade um Kosten des grundsätzlich nicht ersatzfähigen Eigenaufwands handelt.

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rainerendres 27.06.2014, 20:59
@rainerendres

AG Berlin Mitte vom 01.09.2009 Geschäftsnr. 8 C 118/09)

Auch wenn sich der Beklagte zum Zeitpunkt der Beauftragung des Inkassoinstitus am 09.02.2009 in Zahlungsverzug befunden hat, kann die Klägerin Schadenersatz nicht beanspruchen, den der Anspruch ist unter dem Gesichtspunkt des Verstoßes gegen die Schadensminderungspflicht gemäß § 254 BGB ausgeschlossen…. Ein Gläubiger darf sich zur Betreibung einer Forderung nur der Mittel bedienen, die der Rechtsverfolgung zweckdienlich sind, wenn er die damit verbundenen Kosten mit Erfolg vom Schuldner ersetzt verlangen will.Ein Inkassobüro verfügt aber nicht über Möglichkeiten, die denen des Gläubigers überlegen wären.

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rainerendres 27.06.2014, 21:00
@rainerendres

AG Pfaffenhofen, 1 C 61/14 Urteil vom 17.02.2014

  1. Bei einem Großanbieter von Telekommunikationsleistungen wie der Klägerin bedarf es keiner Zwischenschaltung eines Inkassoinstituts, da die Mahnungen und Folgeschreiben ohne weiteres durch das Personal der Klägerin gefertigt werden können.

  2. Auch das Argument, dass vorgerichtliche Anwaltskosten ggf. ansonsten erstattungsfähig wären, überzeugt nicht. Denn hier gilt die Argumentation des BGH gleichermaßen, wonach bei einem gewerblichen Großvermieter die Einschaltung eines Anwalts in einfachen Fällen wie dem vorliegenden nicht notwendig und deshalb auch nicht erstattungsfähig ist.

  3. Im Hinblick auf einen Verstoß gegen die Schadensminderungspflicht nach § 254 Abs. 2 ist stets im Wege einer Einzelfallprüfung zu entscheiden, so dass sich eine grundsätzliche Entscheidung hierzu verbietet.

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trouble778 28.06.2014, 20:07
@rainerendres

Besten Dank erstmal - werde abwarten und sollte doch wider Erwartens ein Mahnbescheid eintrudeln, leg ich Widerspruch ein bzw. wird der Forderung widersprochen.

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Ich rate auf das Schreiben unbedingt einzugehen, wenn du dir nicht noch mehr Ärger einhandeln möchtest und es wird teurer.

kevin1905 27.06.2014, 19:23

Er hat doch schon einen Schrieb hingesandt. Man hat keinen Rechtsnachteil dadurch, dass man sich kein zweites oder drittes Mal äußert. Es reicht seinen Willen einmalig und schriftlich zu erklären.

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trouble778 27.06.2014, 19:25

Habe bereits Kontakt mit dem BID gehabt, per Einschreiben mit Rückantwort, habe die in Kenntnis gesetzt, ( siehe Musterschreiben zu meiner 1. Frage dazu ) - warum sollte ich auf das Schreiben eingehen ? Sehe nicht ein, zu zahlen, was ich eigentlich nicht zahlen muß !

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roadrunner1950 27.06.2014, 19:53

Sorry, ich finde nur ein Schreiben an shopapotheke aber nicht an BID.

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trouble778 27.06.2014, 20:15
@roadrunner1950

Schreiben, welches ich an den BID geschickt habe ( Einschreiben mit RS ) findest Du weiter unten bei meiner Frage " Habe Ärger mit Bayrischem Inkassodienst - Wer kann helfen ? "

Mit dem Wortlaut habe ich weggeschickt und darauf trudelte mir heute Schreiben Nr. 2 ins Haus ( darauf bezog sich die jetzige Frage )

Naja also eigentlichist es schon Schreiben Nr. 4

Schreiben 1 enthielt Gesamtforderung ( Datum Brief 03.06.14 / erhalten 06.06.14 / Zahlung inkl. evtl. Kosten hatte ich aber schon 05.06.14 gezahlt, da sie mir da wieder in die Hände fiel ( durch Umzug wohl verschütt gegangen und da keine Mahnung oder so erhalten, dann gleich gezahlt )

Schreiben 2 v. 16.06.14 - ich hätte nicht reagiert ( hatte da aber schon regen Mailverkehr mit der Shopapotheke und habe dort mitgeteilt, das ich gezahlt hätte )

Schreiben 3 v. 17.06.14 gucke an, mein Geld ist nach der Einschaltung des Inkassodienstes eingegangen ( falsch, ich habe schon vorher gezahlt, ehe ich von Einschaltung wußte ) jetzt bitte noch brav die Inkassokosten überweisen, dann sind wir zufrieden

Daraufhin mein Widerspruch und jetzt die Reaktion vom BID

So jetzt ist wieder Ordnung drin und der ganze bisherige Ablauf gegliedert

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roadrunner1950 27.06.2014, 21:33

Du hast mit Sicherheit den Nachweis der Zahlung. Dann nicht mehr reagieren und Inkassokosten zahlen, denn in diesem Fall Fehler des Verkäufers, den du nicht zu verantworten hast. Er muss seine Buchhaltung in Ordnung halten.

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