Inkassobrief und vorher keine mahnung

5 Antworten

Hi, wie Virginia47 schon treffend formuliert hat - die Firma muss keine Mahnung schicken wenn du im Zahlungsverzug bist. Sie darf es gleich zum Inkasso geben. Im Zahlungsverzug bist du sobald du das in der Rechnung angegebene Zahlungsdatum nicht eingehalten hast (war kein Datum oder "zahlen bis" angegeben heißt das es muss sofort beglichen werden)Da würde dir ein Rechtsanwalt auch gar nicht helfen wenn er billiger ist

Du liegst total daneben.

0
es kann doch nicht sein dass man ohne jegliche mahnung gleich an ein Inkasso weitergeleitet wird

Kommt drauf an, ob es ein konkretes Zahlungsziel gab oder eben nicht.

Aus den 6,02 sind jetzt 44 Euro geworden davon sind 36 Euro nur für das Inkasso.

So sind sie halt, die Abzocker. ^^

Habe versucht bei fujifilm anzurufen geht keiner ran.

Telefonieren ist auch nicht sinnvoll bei Rechtssachen.

Brauche mal euren Rat.

siehe Post von reinerendres. Zahlungen an die Firma nicht ans Inkassobüro.

Zahlen - die Forderung ist berechtigt.

Die AGB sind meistens so formuliert, dass Mahnungen nicht mehr ausgestellt werden müssen. Das ganze ist in § 286 BGB geregelt. Wenn zum Beispiel der Zahlungstermin bestimmt war, ist keine Mahnung erforderlich. Dadurch kommt man spätestens nach 30 Tagen in Verzug.

Inkassogebühren sind kein vom Schuldner zu erstattender Verzugsschaden

3
@EXInkassoMA

Meines Wissens grundsätzlich schon, nur nicht in beliebiger Höhe und - siehe ausführliche Antwort von rainerendress - nicht durchsetzungsfähig. Es ist halt die Frage, was bei 6,02 € Schaden an Inkassogebühren angemessen ist. Unabhängig davon hat "Standbein" ja wirklich etwas versäumt und sollte auch zumindest für einen Teilschaden aufkommen. Dagegen spricht natürlich, dass sich das Unternehmen auch neben den Inkassogebühren Kosten innerhalb des Hauses aufhalst, die deutlich in keinem Verhältnis zum Schaden stehen. Als Grund dafür ist die abschreckende Wirkung denkbar. Ein Unternehmen darf auch nicht in den Ruf geraten, Kleinstbeträge nicht einzufordern.

0
@Lebensgefahr

Na ja - eingeklagt werden die concred Inkassogebühren sicherlich nicht

Hier ein sehr ausführliches urteil aus 8/2012

AG Brandenburg Entscheidungsdatum: 27.08.2012 Aktenzeichen: 31 C 266/11

Dokumenttyp: Urteil Die Mahnungen von Inkassounternehmen sollen im Übrigen zwar in mehreren Fällen Erfolg haben, in dem Sinne, dass der Schuldner auf diese Mahnungen leistet. Da aber die Mitarbeiter des Inkassounternehmens in der Regel weder über besondere Rechtskenntnisse verfügen, noch über ein nachhaltiges Druckmittel, das über die eigenen Möglichkeiten des Gläubigers hinaus geht, ist dieser Erfolg wohl nur unter den Aspekten zu würdigen, dass der Schuldner ohnehin auf nachdrückliche und mehrfache Mahnungen des Gläubigers geleistet hätte oder der Schuldner den Mahnungen des Inkassounternehmens aus irrationalen Gründen eine größere Bedeutung beimisst als den Mahnungen des Gläubigers selbst und nur deswegen die Forderung bedient. Beides rechtfertigt jedoch noch nicht, dem säumigen Schuldner deswegen allein schon auch die Inkassokosten aufzuerlegen. Denn der behauptete Erfolg von Inkassounternehmen – so dies den überhaupt zutrifft – beruht entweder auf einer Tätigkeit (Mahnwesen), die zunächst eine Aufgabe des Gläubigers selbst ist und auf Kosten des Schuldners in unwirtschaftlicher Art und Weise auf das Inkassounternehmen ausgelagert wird oder ggf. sogar auf der Ausnutzung einer unterschwelligen irrationalen Angst.Zahlt der Schuldner nicht innerhalb der üblichen Frist, ist es nämlich zunächst Sache des Gläubigers, sich um die Erfüllung der Forderung zu bemühen. Dazu gehören nach herrschender Auffassung die Überwachung der Zahlungseingänge und Zahlungsfristen sowie zumindest eine zweimalige Mahnung. (…) Die Beauftragung des Inkassounternehmens dient insofern nämlich ausschließlich der Bearbeitung und außergerichtlichen Abwicklung des Anspruchs. Solche Aufwendungen kann der Gläubiger von dem Schuldner aber regelmäßig gerade nicht ersetzt verlangen (BGH, BGHZ Band 181, Seiten 233 ff. = ZGS 2009, Seiten 369 ff. = NJW 2009, Seiten 2530 ff. = Das Grundeigentum 2009, Seiten 974 ff. = VersR 2009, Seiten 1121 ff. = Schaden-Praxis 2009, Seiten 304 f. = NZM 2009, Seiten 595 ff. = WM 2009, Seiten 1664 ff. = DAR 2009, Seiten 515 ff. = ZfSch 2009, Seiten 558 ff. = MDR 2009, Seiten 1166 ff. = VRS Band 117, Seiten 23 ff., Nr. 7; BGH, NJW 1977, Seite 35; BGH, BGHZ Band 66, Seiten 112 ff. = NJW 1976, Seiten 1256 ff. = VersR 1976, Seiten 857 ff. = MDR 1976, Seiten 831 f.; OLG Dresden, NJW-RR 1994, Seiten 1139 ff.; OLG Köln, WM 1989, Seiten 246 ff.; LG Berlin, Urteil vom 20.07.2009, Az.: 5 O 468/08, u. a. in: “juris”; AG Kehl, Urteil vom 26.04.2011, Az.: 4 C 19/11, u. a. in: “juris”).Diesen grundsätzlich somit nicht ersatzfähigen Eigenaufwand für die Einziehung einer eigenen Rechnung hat die Klägerin vorliegend aber nur “ausgelagert”, indem sie nach Eintritt des Verzugs ein Inkassobüro mit der Beitreibung beauftragt hat. Ihr stand selbstverständlich frei so zu verfahren. Jedoch kann sie die damit verbundenen Kosten nicht ohne weiteres auf den Schuldner umlegen, weil es sich gerade um Kosten des grundsätzlich nicht ersatzfähigen Eigenaufwands handelt.

0
@rainerendres

Das Urteil eines Amtsgerichts ist eine Einzelfallentscheidung ohne grundsätzliche Bedeutung.

0
@Knarff

Die meisten Entscheidungen fallen aber nun mal vor einem Amtsgericht

Gibt jede Menge Gerichtsurteile diesbezüglich ....

AG Pfaffenhofen, Urteil vom 17.02.2014, 1 C 61/14AG Dieburg Entscheidungsdatum: 20.07.2012 Aktenzeichen: 20 C 646/12 LG Berlin 4. Zivilkammer Entscheidungsdatum: 08.02.2012 AZ : 4 O 452/11 AG Bremen, Urteil vom 30.08.2012, 9 C 173/12: AG Brandenburg Entscheidungsdatum: 27.08.2012 AZ: 31 C 266/11 Amtsgericht (AG) Dortmund 8. August 2012, Az. 425 C 6285/12) AG Berlin Mitte vom 01.09.2009 Geschäftsnr. 8 C 118/09) AG Kehl Urteil vom 26.4.2011, 4 C 19/11 AG Köln, Urteil vom 03.11.2010, 118 C 186/10 AG Bochum Urteil 75 C 187/06 v. 06.10.2006 AG Jever vom 21.08.97 AZ.: 5 C 368/97 AG Cottbus vom 18.05.99 AZ.: 38 C 455/98 AG Wiesbaden 92 C 3458/07 AG Osnabrück Az.: 44 C 307/00 AG Rendsburg 11 C 801/99 AG Bad Liebenwerda 13 C 282/04 AG Hohenschönhausen 10 C 293/98 AG Remscheid 8 C 373/00 AG Vechta 11 C 603/04 AG Altenkirchen 71 C 419/05 AG Lemgo Teil-VU u. Schlussurteil 28.09.2007 LG Ulm 6 O 219/00 AG Eisleben 21 C 148/99 AG Grimma / Zwgst. Wurzen 7 C 063503/Dr. AG Stade 64 C 107/98 AG Schwarzenbeck 2 C 346/06/ AG Bremen 25 C 141/02 AG Fürstenwalde 13 C 300/2000 AG Charlottenburg 206 C 184/02 AG Waren (Müritz) 2 C 59/02/Hoppe AG Heidelberg 27 C 209/01/Strothe Urteil 31.10.2001 LG Essen, Beschluss v. 28.08.2006 – Az.: 13 S 65/06 AG Essen, Urteil v. 08.12.2006 – Az.: 13 C 285/06 AG Gelsenkirchen-Buer, Urteil v. 08.01.2007 – Az.: 28 C 387/06 AG Soltau, Urteil v. 22.08.2006 – Az.: 4 C 589/06 AG Plön, Urteil v. 26.04.2006 – Az.: 2 C 1376/06 AG Brandenburg 35 C 339/00 LG Berlin, Urteil v. 09.10.1986, 20 O 156/86

1
@rainerendres

Sind auch ein paar Landgerichtsurteile bei.

Der Tenor wird klar, quer durch die Republik.

0
@Knarff

Nehmen wir an von 150 Amtsgerichten urteilt eines grundsätzlich pro Inkasso. Nun, geht das Inkasso das Risiko ein, exakt dieses eine zu finden? Aufgrund der Streitwerte unter 5000€ sind nun mal die Amtsgerichte stets zuständig für den ersten Rechtszug. Zudem: Klagen kann nur der Gläubiger, nicht das Inkasso selbst. Man kann sich mit einem einfachen Trick behelfen: Man bestreitet mit Nichtwissen, dass dem Gläubiger jemals eine Rechnung präsentiert wird. Nun müsste das Vertragswerk zwischen Inkasso und Gläubiger vorgelegt werden um nachzuweisen, dass jemals ein Schaden entsteht. Im Masseninkasso ist das fatal, denn da gibt es Flatrates und es wird vertraglich garantiert, dass dem Gläubiger nie ein Schaden entsteht.

1

Was möchtest Du wissen?