Inkassobrief erhalten trotz gedecktem Konto wurde vom Fitnessstudio kein Geld abgebucht was soll ich tun & kann dies überhaupt Rechtens sein?

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10 Antworten

Zunächst mal - keine Panik. Ein Inkassoschreiben ist nichts anderes als ein Bettelbrief, und verpflichtet Dich auch zu keinerlei Zahlung an Dritte (von allem anderen mal abgesehen).

Ich bin seit mehreren Jahren in ein und dem selben Fitnessstudio angemeldet.

OK. Und die Beiträge wurden stets abgebucht?

Da ich viel um die Ohren hatte die letzten Wochen (OPs, Private Probleme, etc.) hab ich einfach immer nur danach geschaut, dass mein Konto immer genügend gedeckt ist für alle monatlichen Kosten.

Entscheidend ist, ob auf den Kontoauszügen eine Rücklastschrift aufscheint, die von einer LS seitens des Gläubigers stammt. Das kann durchaus auch *vor* September gewesen sein.

Nun kam heute der Brief indem steht ich solle den Betrag bis 21. Dezember 2015 zahlen! Und zwar die fehlende Zahlung von September bis jetzt Dezember und das komplette nächste Jahr weil mein Vertrag mit einer 12 Monatskündigungsfrist gekündigt wurde!

Gefordert werden könnten - gesetzt den Fall, eine Lastschrift wäre mangels Deckung tatächlich zurückgegangen - nur die ausstehenden Beträge sowie (im Kündigungsfall) der angemessene Schadenersatz, der in keinster Weise 100% der Beiträge ausmachen würde. Schon alleine deshalb ist die Forderung mindestens fehlerbehaftet.

Mein Konto war von September bis jetzt ausreichend gedeckt! Und habe auf meinem Vertrag eingewilligt, dass das Fitnessstudio eine Einzugsermächtigung hat!

Sehr gut. In diesem Fall bist Du nicht in der Bring-, sondern der Gläubiger in der Holschuld. Sofern auch in den Vormonaten keine Rüklastschriften erfolgt sind, ist das Schreiben des Inkassos insofern bereits irrelevant.

In dem Inkassobrief steht ich hatte am 7. Dezember 2015 bereits die erste Mahnung bekommen. ICH HATTE NIEMALS ZUVOR EINEN BRIEF BEKOMMEN MIT EINER ZAHLUNGSERINNERUNG!!!! Einfach nur erlogen, dass ich eine Mahnung erhalten hätte. Da ich auf diese nicht reagiert hätte wäre nun dieser Betrag zu zahlen.

Inkassos aka Bettelbüros schreiben und behaupten viel, wenn der Tag lang ist. Davon leben sie. Glauben oder auch nur beachten muss man das nur in den seltensten Fällen, und selbst dann meist nur zum Teil.

Sofern Du absolut ausschließen kannst, dass die Zahlung durch Dein Verschulden gescheitert war, machst Du bitte folgendes:

- Schreiben an den Gläubiger (Einwurfeinschreiben) mit der Feststellung, dass die Forderung durch den Gläubiger selbst zu befriedigen wäre mittels SEPA-Lastschrift wie gehabt, und Zurückweisung jeder weiteren die Beiträge übersteigenden Kosten mangels Rechtsgrund.

- Dem Gläubiger weiter mitteilen, dass die Kündigung mangels wichtigem Grund ebenfalls schwebend unwirksam ist. Der Gläubiger kann sich nämlich gerade dann nicht auf einen "wichtigen Grund" bei einer außerordentlichen Kündigung berufen, wenn er ihn selbst verursacht hat.

- Dem Inkasso in einem Dreizeiler mitteilen, dass Du der Forderung vollumfänglich widersprichst mit Verweis auf bestehendes Lastschriftverfahren. Alle weiteren Schreiben des Inkassos ungelesen wegwerfen, sie sind bestenfalls Brennmaterial. Sollte (was nicht eintreten wird) ein gerichtlicher Mahnbescheid eintrudeln (erkennbar am gelben Umschlag), diesem unbedingt (!) in der 14-tägigen Frist widersprechen (dafür ist ein Extra-Anhang dabei, diesen ausfüllen mit "Ich widerspreche der Forderung ínsgesamt..." und an das Mahngericht zurückfaxen.

Inkassobüros bauen immer eine perfide Drohkulisse auf, bei der überhaupt nicht interessiert, ob der Anspruch tatsächlich auf Fakten beruht; es zählt nur das Beitreiben möglichst hoher Gebühren. Es wäre höchste Zeit, dass der Gesetzgeber diesem Unsinn endlich mal z.B. durch ein generelles Verbot der Einschaltung von externen Inkassobüros durch juristische Personen ein Ende bereitete.

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Ganz einfach: Es liegt Annahmeverzug seitens des Gläubigers vor. Weise die Forderung vollumfänglich zurück. Auch eine Kündigung ist natürlich unwirksam. Der Gläubiger darf gerne abbuchen, es liegt ein gültiges Mandat vor. Du brauchst weiter nichts zu unternehmen.

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Die Inkasso Firma muss beweisen das Du den Brief von denen erhalten hast. Können sie das nicht dann haben die Pech gehabt.

Hatte auch mal eine Mahnung von einem Inkasso Dienst im Briefkasten das ich denen 50.- € überweisen soll weil ich auf den ihre erste Mahnung nicht reagiert hätte. Habe die angerufen und gefragt ob sie beweisen können das die mir ein Schreiben geschickt haben (Einschreiben, etc.). Natürlich kam von denen am Telefon sofort das sie das nicht müssten. Da habe ich zu denen gesagt "ohne Beweis von denen sind alle Schreiben incl. der kommenden nicht gültig", seitdem habe ich nie wieder was von denen gehört, das ist jetzt ein Jahr her. Geeinigt habe ich mich persönlich mit dem Gläubiger über die 5,50 €. Habe denen das Geld auf ein Separates Konto überwiesen und die Sache war erledigt.

Sprich mit dem Chef vom Fitness Studio persönlich und kläre die Sache dort. Nimm zur Not die Kontoauszüge mit.

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Kommentar von Realisti
10.12.2015, 01:13

Direkt mit dem Gläubiger zu verhandeln ist immer schlau. Die niedrige Summe wird dir geholfen haben. Somit hatten die kein Interesse am Auftrag. War ja nicht viel zu verdienen.

Aber die Inkasso-Firma muß nicht beweisen, dass du den Brief erhalten hast. Sie müssen nur beweisen, dass die Forderung zu Recht besteht und der Gläubiger dich gemahnt hat. Dann können die loslegen. Ein anständiges Büro schreibt natürlich erst einmal an um ihre Kosten anzumelden und um Mißverständnisse aufzudecken. Es könnte ja schon bezahlt sein, oder bestritten.

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Kommentar von franneck1989
10.12.2015, 06:47

Unsinn. Natürlich muss der Gläubiger auch den Zugang einer Mahnung nachweisen, so sie denn notwendig für Verzug ist.

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Liebe Milchkatze, hast Du eine Vertragsausfertigung, auf der die Zahlungsweise Lastschrift vermerkt und eingetragen ist? Wenn ja, mache eine Kopie. Mache weiterhin Kopien der letzten Kontoauszüge, auf den ersichtlich ist, dass immer abgebucht wurde. Den Rest schwärzt Du, das geht die nichts an. Das sendest Du dem Büro, am besten per Einwurfeinschreiben, zu.

Parallel gehst Du zum Fitnessstudio und versuchst dieses Problem auch dort anzusprechen und zu klären.

Sorgen brauchst Du dir nicht machen, sofern Du dir wirklich nichts vorzuwerfen hast. Das Studio hat schließlich versäumt abzubuchen!

Sollte alles nichts helfen, gehe zur Verbraucherzentrale oder zum Anwalt.

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Kommentar von mepeisen
10.12.2015, 07:04

Zum Anwalt braucht man deswegen nicht. man sollte so schnell wie möglich die ausstehenden Monate bezahlen und dann schriftlich per einschreiben verlangen, dass das Studio den Vertrag weiterführt und wieder abbucht, der Kündigung schriftlich widersprechen. Ankündigen, dass man bei Weigerung, den Vertrag weiterzuführen seinerseits den Vertrag fristlos kündigt. Wichtig ist hier §300 BGB.

Textvorschlag: "Wertes Inkasso. Ich habe soeben die ausstehenden Monate überwiesen. Es gab bis heute weder eine Mahnung, noch eine Erklärung, weshalb ihre Mandantin auf den Versuch einer Lastschrift verzichtete. Insoweit widerspreche ich der fristlosen Kündigung und verweise auf §300 BGB. Sollte ihre Mandantin die Weiterführung des Vertrages verweigern, ist das ihrerseits Vertragsbruch und berechtigt mich zur fristlosen Kündigung, die ich hiermit auch aussprechen werde."

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Mein Konto war von September bis jetzt ausreichend gedeckt! Und habe auf meinem Vertrag eingewilligt, dass das Fitnessstudio eine Einzugsermächtigung hat!

Damit ist die Sache klar.

  1. Das Fitnessstudio hat dir keine Kündigung geschickt? Dann besteht der Vertrag weiter. Selbst wenn dir eine Kündigung zugegangen wäre, so können nicht 100% der Kosten als Schadenersatz veranschlagt werden.
  2. Das Inkassobüro und das Studio wird mal freundlich auf § 293 BGB hingewiesen. Wenn ein gültiges SEPA-Mandat bestand und man nicht bucht, befindet man sich in Annahmeverzug.
  3. Du verlangst also vom Studio, dass die die Beiträge bei dir einziehen und dem Inkassobüro kündigst du an, wenn sie dich noch mal belästigen, wirst du gegen den Betreiber Strafanzeige stellen wegen versuchter Nötigung und versuchtem Betrug. Ebenso beschwerst du dich beim aufsichtsführenden Oberlandesgericht.

Mich lässt dass hier nicht mehr schlafen.

Merke für die Zukunft: Inkassobüros sind private Dienstleister. Sie sind belanglos. Sie können nichts und dürfen nichts, was der Gläubiger nicht selbst auch darf und kann. Es ist das gesündeste diese weitgehend zu ignorieren.

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Kommentar von Realisti
10.12.2015, 00:26

zu 1. Die müssen keine Kündigung schicken. Im Vertrag ist meistens geregelt, dass fehlende Zahlungen oder Rücklastschriften die Kündigung auslöst und dann die ganze Summe bis zum Vertragsende auf einen Schlag fällig wird.

zu 2. Es gab mind. eine Rücklastschrift. Somit hat sie einseitig den Vertrag gebrochen.  Annahmeverzug, gibt es im Übrigen nur bei Bringschulden und nicht bei Holschulden.

zu 3. Das Inkassobüro wurde vom Gläubiger beauftragt. Sie belästigen daher nicht, sondern handeln im Auftrag. Derbe gegen sie vorzugehen könnte Mahn-/Vollstreckungsbescheid mit Schufa-Einträgen auslösen. Diese Vorgehensweise ist nur bei illegalen Inkassobüros anzuraten: nicht beim Landericht zugelassene und beauftragten Inkassobüros. Das müßte eigentlich schon auf dem Brief stehen, ob das Büro eine Zulassung hat. Wir sprechen hier ja nicht von erfundenen sondern von realen Schulden aus seinem Vertragsverhältnis. Eine übereifriger Strafantrag vergiftet die Situation könnte dazu führen, dass der Kostenapparat aufgebläht wird bzw. sie aus Verärgerung keine Ratenzahlungen etc. mehr akzeptieren.

Es gibt legale und illegale Inkassobüros. Hier schein ein gerechtfertigter Auftrag vorzuliegen, der per legalem Inkassobüro eingetrieben werden soll.

Merke für die Zukunft:

Legale, zugelassene Inkassobüros sind private Dienstleider. Sie kennen sich gut im Schuldwesen aus. Sie arbeiten für den Gläubiger und bearbeiten nicht bestrittene Schuldverhältnisse. Das Gesündeste ist es sich mit dem Gläubiger zu einigen. Wenn er das Inkassobüro als seinen Vertreter bestimmt hat, dann greifen diese voll durch, wenn man die ignoriert. Die tragen dich bei Schufa und Creditreform oder Bürgel ein und erwirken auch Vollstreckungsbescheide oder bringen den Vorgang vor Gericht.

Illegale, zweifelhafte Inkassobüros sind Betrüger, Denen gibt man keinen Cent. Sie erfinden Rechnungen und Schulden. Da besteht kein Vertrag mit einem Gläubiger. Die darf man ignorieren. Trotzdem muß man aufpassen und zur Not die Verbraucherzentrale einschalten. Dort kostet es ca. 100 € - 150 € wenn man über sie einen Anwalt einschaltet. Besser die bekommen das Geld, als diese Abzocker.

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Prüfe, welche Beträge nicht abgebucht wurden und ob eine Rücklastschrift vorliegt.

Überweise einfach die aktuell offenen Beiträge und falls es eine Rücklastschrift gab noch 10 Euro zusätzlich.

Dann gehst du zum Studiochef und klärst ab, wie es weiter geht. Entweder die buchen ab der nächten Rate weiter ab oder du überweist halt monatlich.

Natürlich gehst du weiter fleißig trainieren, denn die Kündigung gilt ja erst zum Ende nächsten Jahres - falls sie sich nicht ganz rückgängig machen lässt (falls du das überhaupt willst).

Sollte dir das Training verweigert werden, gibt kein Geld mehr.

Die Wunschgebühren der Inkassofirma werden natürlich nicht bezahlt.

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Bist du schon über 18 Jahre alt?

Da gibt es nur Eines. Geh zum Studio und kläre das ab. Wenn sie dich als Kunden behalten wollen, dann sollen sie den Inkassoauftrag wieder zurückziehen. Dafür werden sie die ausstehenden Raten haben wollen. Nimm bitte ein Attest vom Arzt mit. Normalerweise hätteste du das schon im September klären sollen. Zumindest solltest du den Restbetrag bis zum Ende des Vertrages abtrainieren dürfen.

Wenn die partout nicht wollen, dann mußt du versuchen beim Inkassobüro eine Ratenzahlung auszuhandeln. Versuche dich zu vergleichen (also die Summe zu drücken). Beginne erst mit den Raten, wenn ihr euch geeinigt habt. Am besten mit schriftlicher Bestätigung. Dann sollen sie nach BGB §367 (1) verrechnen. (Erst auf die Forderung und danach auf die Kosten). Prüfe auch den Inkassoanteil. Der sollte angemessen sein.


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Kommentar von kevin1905
10.12.2015, 01:02

Wenn die partout nicht wollen, dann mußt du versuchen beim Inkassobüro eine Ratenzahlung auszuhandeln.

Es gibt überhaupt keinen Grund für eine Ratenzahlung, schon gar nicht mit den Neppern vom Inkassobüro.

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Kommentar von mepeisen
10.12.2015, 07:12

Mit Inkassobüros Ratenzahlungen zu vereinbaren ist Schwachsinn und zwar ein riesiger Schwachsinn. Die wollen ihre stets ungerechtfertigten Gebühren anerkannt sehen und schlagen ihre Rateneinigungsgebühr noch drauf. So blöd das klingt: Aber ein Vollstreckungsbescheid mit Ratenzahlung beim Gerichtsvollzieher ist stets billiger. Dieses Grundwissen sollte man haben, wenn man hier beim Inkasso-Thema mitdiskutieren will.

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Dann gehe zum Studio und sprich mit dem Inhaber. So lässt sich das am einfachsten klären, wenn es denn so ist, wie du es sagst.

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Wenn ich ehrlich bin, kann ich mir das so nicht vorstellen. Falls eine Lastschrift platzt, kommt in 99,9% der Fälle die Rechnung per Post.

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Und ich habe dann heute erst meine Komtoauszüge abgeglichen und bemerkt, dass seit September nichts mehr abgebucht wurde!

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Kommentar von kevin1905
10.12.2015, 15:30

Das SEPA-Mandat war aber zeitlich unbefristet erteilt und auch zwischendurch nicht durch dich widerrufen worden?

Es gab ferner auch keine Rücklastschrift?

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