Inkassobescheit?

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6 Antworten

Wenn die Forderung bereits 4 Jahre oder älter ist, könnte sie sogar Verjährt sein. Die Regelverjährung beginnt ab dem 31.12 des Jahres in dem die Forderung entstanden ist bzw. in dem Jahr in dem der Schuldner von dem Anspruch Kenntnis erhielt (jedoch nur max. 10 Jahre nach Entstehung der Forderung). Da es sich hier um einen Handyvertrag handelt, dürfte für dich eigentlich nur die Regelverjährung relevant sein.

Siehe  §199 BGB

Jenachdem wie hoch die Forderung ist, wäre ein Gang zum Fachanwalt für Erbrecht hilfreich.

Hinweis: Verträge werden durch den Tod des Kunden (hier dein Vater) nicht automatisch beendet, sondern laufen erstmal normal weiter soweit ich weiß.

Wenn du seinerzeit nicht das Erbe ausgeschlagen hast, hast du tatsächlich die Schulden geerbt.

Das heißt aber noch lange nicht, dass du an das Inkasso-Unternehmen zahlen musst.

Wenn du jetzt erst von dieser Forderung Kenntnis erhalten hast, reicht es, wenn du diese Grundforderung begleichst.

Dann kannst du dir natürlich die Anteile der anderen Erben von diesen zurück holen.

Es scheint als hätte die Inkassofirma tatsächlich Nachforschungen betrieben, ihnen war bekannt dass dein Vater gestorben war und du einer der Erben bist wenn das so richtig ist.

Dann werden sie auch nicht so einfach aufgeben wenn du die Sache ignorierst. In diesem Fall reichst DU dem Inkassodienst aus, du müsstest, falls du bezahlst von den anderen 6 die Anteile fordern. Sie gehen fast immer den Weg des geringsten Aufwandes, was in diesem Fall bedeutet sie holen es von dir und wie du zu deinem Anteil kommst ist ihnen egal.

1. Geh zur Verbraucherzentrale in deinem Wohnort. Lass die Verjährung und den Hintergrund prüfen bevor du etwas machst. Das ist zwar meistens nicht ganz kostenlos, aber billiger als ein Anwalt. (Verjährung ist abhängig von vielen Dingen u.a. der Grundforderung, also nicht so einfach beantwortbar)

2. Nicht ignorieren. Das nächste Schreiben oder ein Gang zum Mahngericht etc. ist schon fertig programmiert und bringt denen nur noch etwas mehr Geld und dir nur weitere Kosten und Unannehmlichkeiten. Sie ziehen das bis zur Pfändung durch, wenn bei dir was zu holen ist. Ist es tatsächlich so, dass du nachweislich erst jetzt den ersten Brief bekommen hast, ist das mit den Kosten des Inkassounternehmens so eine Sache. Gegebenenfalls bräuchtest du dann wenigstens diese nicht übernehmen. Aber da gibt es so viele Ecken und Kanten, dafür brauchst du eine fachliche Beratung für den Einzelfall. Deshalb Verbraucherzentrale.

3. Prüfen ob es sich um eine tatsächlich richtige Forderung handelt. Oftmals benutzten Betrüger die Briefköpfe existenter Firmen und geben einfach ein Konto zum Bezahlen an. Ist es ein deutsches Konto, das auf der Internetseite der Firma einsehbar ist. Geht aus dem Schreiben die Grundforderung hervor und ist die nachvollziehbar. Ist der Brief in Schriftdeutsch, d.h. keine seltsame Sprachmischung etc.

.... schicke das Ding zurück mit Hinweis "Irrläufer".

Die Forderung möge begründet und an die Erben gerichtet werden.

Viel Glück.

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