Inkassobescheid ohne vorherige Mahnungen

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18 Antworten

Habe folg. Urteile gefunden, daß Inkassokosten zu zahlen sind, auch wenn die Hauptforderung bereits bezahlt wurde:

Urteile bezüglich Inkassokosten obwohl die Hauptforderung bereits bezahlt wurde:

urteil des AG frankfurt am main vom 09.12.2005 zu az. 30 C 3139/06-68: Die Beklagte wird verurteilt, an die Kl. Zinsen in Höhe von ... sowie EUR 5,00 Mahnkosten und EUR 67,86 Inkassogebühren zu zahlen.

Urteil des AG delmenhorst vom 10.01.2007 zu az. 5B C 7242/06 sind die inkassokosten auch dann erstattungsfähig gemäß §§ 281, 286 bgb. auszüge: "... Da jedoch der Beklagte auf die Hauptforderung bezahlte, sind die mittlerweile noch entstandenen Zinsen zu zahlen. (...) Hinsichtlich der Inkassokosten ergibt sich ein Schadensersatzanspruch gemäß §§ 281, 286 BGB in Höhe von 114,25 Euro.

Ein Großteil der hauptforderungen war allerdings bei beiden AZ noch offen - Es war keine Klage expl wg Inkassokosten

Hier ein AZ aus 2009

AG Berlin Mitte vom 01.09.2009 Geschäftsnr. 8 C 118/09) “Auch wenn sich der Beklagte zum Zeitpunkt der Beauftragung des Inkassoinstitus am 09.02.2009 in Zahlungsverzug befunden hat, kann die Klägerin Schadenersatz nicht beanspruchen, den der Anspruch ist unter dem Gesichtspunkt des Verstoßes gegen die Schadensminderungspflicht gemäß §254 BGB ausgeschlossen…. Ein Gläubiger darf sich zur Betreibung einer Forderung nur der Mittel bedienen, die der Rechtsverfolgung zweckdienlich sind, wenn er die damit verbundenen Kosten mit Erfolg vom Schuldner ersetzt verlangen will.Ein Inkassobüro verfügt aber nicht über Möglichkeiten, die denen des Gläubigers überlegen wären.

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Das ist das gute Recht des Versenders gewesen, hat der Versender vielleicht per EMail gemahnt? Meistens passiert das heutzutage so! Ich würde Inkasso anrufen, die Angel. schildern, vielleicht kommt man mit den Kosten entgegen, sind ja nicht alles böse Leute, handeln schließlich nach Auftrag u. Vorlage.

Hast du die Rechnung direkt an den Versender bezahlt? Das wäre gut. Die Inkassoeintreiber würde ich dann nämlich komplett ignorieren, da die oft unverschämt sind! Wenn der Betrag im Handel schon bezahlt ist, melden die sich in der Regel nicht mehr.

Oh doch. Mich haben sie noch drei Jahre lang genervt mit ihren Gebühren. Aber dann war Ruhe. Ist jetzt auch schon ne Weile her.

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das wird nicht so einfach... da du umgezogen bist, haben die wahrscheinlich die mahnungen an deine alte adresse geschickt. als nicht passierte, kam das inkasso unternehmen ins spiel und hat dich ausfindig gemacht. ich würde sagen, ab zum verbraucherschutz, und nachfragen, was zu tun ist.

Die Vorgehensweise des Versenders inkl. der Abtreteung an das Inkassobüro ist rechtlich in Ordnung. Ein "Hintertürchen" wäre es evtl., den Rechnungsbetrag direkt an den Versender zu überweisen und das Inkassobüro zu "prellen", denn einige Amtsgerichte nehmen Klagen auf Inkassogebühren nicht an. Wie das in Deinem Amtsgerichtsbezirk praktiziert wird, solltest Du vor Ort erfragen.

der gläubiger muss keine mahnungen verschicken er könnte sogar gleich einen gerichtlichen mahnbescheid beantragen. insofern hast du noch glück, dass er nur das inkassobüro eingeschaltet hat. allerdings sind die angegebenen kosten meist zu hoch angesetzt. lasse dich mal bei der verbraucherberatung beraten. einen teil der kosten wirst du aber sicherlich tragen müssen.

Also wenn du wirklich keine Mahnungen erhalten hast würde ich nicht zahlen. Man hört oft genug dass Inkassofirmen versuchen Leute abzuzocken. Einschüchter dass diese zahlen. Ich hatte mal gehört man soll solche Kosten erst zahlen wenn Post vom ANWALT kommt, weil dann ist was dran an der Forderung.

Sorry, aber: wenn man so wenig Ahnung von Rechtsfragen hat, sollte man die Finger still halten.

Wie heisst es doch so schön: Wenn man keine Ahnung hat, einfach mal...

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Gefährlich gefährlich, das könnte noch einmal Mahngebühren kosten, dazu kommen dann noch die Zinsen, und eine Bearbeitungsgebühr bzw. Kontoführungsgebühr.

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Ich denke schon das Mahnungen raus gingen aber wenn die neue Adresse nicht beim Verkäufer angegeben wird und es nachher über das Inkassoistitut geht muss man deren Kosten auch zahlen.

Ich würde mich mit denen in verbindung setzten und erstmal reden und nicht erst warten bis der Brief vom Anwalt kommt, weil dann wird das ganze nochmal teurer wegen Anwaltskosten und wenn es blöde kommen sollte eventuell auch noch Gerichtskosten. Hab ich alles gerade erst hinter mir.

Man kann mit den Leuten vom Inkasso ja mal reden, die reißen einen ja nicht gleich den Kopf ab. ;)

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und wie oft mahnen anwälte zu unrecht ab? einfach mal klappe halten, und hübsch zuhören.

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@kayaretz

Mein lieber Freund, Du verstehst offenbar den Unterschied zwischen einer möglicherweise unberechtigten Abmahnung und dem Geltendmachen einer berechtigten Forderung nicht... Stillhalten macht es nur teurer.

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Liebe Fragestellerin,

Inkassokosten sind zu begleichen und zwar in HÖhe/Anlehnung an das Rechtsanwaltsvergütungsgesetz.

Die Frage ist, ob Sie wirklich in Verzug gewesen sind und durch diesen ein Verzugsschaden entstanden ist, welche Tatsache wir nicht wirklich prüfen können(fehlende Informationen)

Regelmäßig können Sie jedoch davon ausgehen, dass die Kosten des Rechtsdienstleisters - Inkassobüros - auch beglichen werden müssen.

viel Glück!

Hallo, leider darf das Unternehmen genau so handeln, der Anspruch auf dein Geld wir einfach für liguides Geld verkauft, so hat der Schuhversender einen Teil der Kohle, und das Inkassounternehmen massig Gewinn.

Der Verkäufer hat das Recht zur Eintreibung der Rückstände, sich eines Professionisten zu bedienen. Den du bezahlen musst. Anzunehmen ist, dass an deine alte Adresse "Erinnerungsschreiben" geschickt wurden. Ersuche um eine "kulante Lösung". Nichtbezahlen ist keine Lösung, weil dann die Mahnklage bei Gericht eingebracht wird und dann verdient der Rechtsanwalt auch noch seinen Teil und das Gericht auch - alle müssen leben und wollen nur das Beste von dir - nämlich dein Geld! Also halte die Kosten nieder.

Beim Inkassounternehmen anfragen, wann die geltend gemachte Rechnung gemacht worden war bzw. wie ihre Fälligkeit definiert wurde.

Inkassokosten müssen als so genannter Verzugsschaden erstattet werden, setzen aber eben auch einen "Verzug" voraus.

MfG

Joachim Winters, Inkassotreuhänder

seit einigen jahren muss niemand mehr mahnen. früher musste man einen säumigen zahler mit einer mahnung rechtlich "in verzug setzen". das gibt es aber schon eine ganze weile nicht mehr. nach ablauf des zahlungsziels kann der verkäufer ein inkassobüro beauftragen und du musst deren gebühren zahlen. da kannste nix machen. glaubt ihr nicht? ist aber so.

Warum vergisst man eigentlich "gerne", dass man was bezahlen muss - aber nie, dass man noch Geld zu kriegen hat???

Komisch, oder??

Und wie würdest du dich verhalten, wenn du deinem Geld hinterherlaufen müßtest??

Wenn in den AGB´s drin steht, dass die ohne weitere Mahnung ein Inkassounternehmen beauftragen, hast du schlechte Karten.

Und da du deren Forderung nicht beglichen hast, kommen laufend weitere Kosten auf dich zu

Das ist zwar nicht die feine Art des Schuhshops, aber rechtlich einwandrei.

Nach der Schuldrechtsreform befindest Du Dich nach der Fälligkeit der Rechnung automatisch in Verzug. Die Einschaltung eines Inkasso ist damit rechtens, die Kosten gehen zu Deinen Lasten.

Nochmal in aller Deutlichkeit: eine Mahnung ist nicht notwendig!

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@WetWilly

Und wie würdest du dich verhalten, wenn du deinem Geld hinterherlaufen müßtest??

Ist das denn die feine Art des Schuldners??

Wenn die mehrere solcher Kunden haben, ist das Existenzbedrohend!!

Die müssen ihren Laden schließlich auch am Laufen halten und ihre Waren und Mitarbeiter bezahlen.

Sollen die vielleicht wegen solcher Kunden extra Kredite aufnehmen, um nicht Pleite zu gehen??

Man muss das immer von beiden Seiten betrachten!!!

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@IslasCanarias

Ich finde das Hinterlaufen hinter Geld in keinster Weise prickelnd. Trotzdem bin ich der Meinung, das eine Mahnung bei Überschreitung des Zahlungszieles zum guten geschäftlichen Miteinander gehört. Das ist mein private Meinung und hat mit der Rechtslage nicht zu tun!

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@WetWilly

DH wetwilly: Aber wie wir jetzt alle wissen, haben sie leider trotzdem recht. Wie auch in der übrigen Gesellschaft: Es kommt aus der Mode, nett zu sein...

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@Wapiti64

Urteile bezüglich Inkassokosten obwohl die Hauptforderung bereits bezahlt wurde:

urteil des AG frankfurt am main vom 09.12.2005 zu az. 30 C 3139/06-68: Die Beklagte wird verurteilt, an die Kl. Zinsen in Höhe von ... sowie EUR 5,00 Mahnkosten und EUR 67,86 Inkassogebühren zu zahlen.

Urteil des AG delmenhorst vom 10.01.2007 zu az. 5B C 7242/06 sind die inkassokosten auch dann erstattungsfähig gemäß §§ 281, 286 bgb. auszüge: "... Da jedoch der Beklagte auf die Hauptforderung bezahlte, sind die mittlerweile noch entstandenen Zinsen zu zahlen. (...) Hinsichtlich der Inkassokosten ergibt sich ein Schadensersatzanspruch gemäß §§ 281, 286 BGB in Höhe von 114,25 Euro.

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Hattest Du einen Nachsendeantrag? Falls nicht, nehme ich mal an, dass die Mahnungen an Deine alte Anschrift geschickt wurden und - natürlich - zurückkamen zum Absender, der dann sicher dachte (denken mußte), Du willst ihn vera....en.

Für Inkassogebühren, Mahngebühren etc. gibt es keine gesetzliche Grundlage, also mußt Du sie nicht bezahlen. Aber die werden Dir noch 2 - 3 Jahre lang Briefe schicken (hatte ich auch mal, so eine ähnliche Situation). Was nun den Händler betrifft: Dem solltest Du einen freundlichen Entschuldigungsbrief schicken (es sei denn, Du willst nie wieder was bei ihm bestellen), in dem Du ihm die Situation genau so schilderst wie hier uns.

Viel Erfolg!

Natürlich gibt es eine gesetzliche Grundlage für Inkassogebühren. Was behauptest Du denn für einen Unsinn?

RDG sowie §§ 280, 286 BGB regeln das. Die Höhe ist allerdings, da hast DU recht, nicht explizit geregelt.

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@WetWilly

@wetwilly: Du hast recht, das war schlecht formuliert. Ich meinte, es gibt keine gesetzliche Grundlage für die Höhe der Gebühren. Und deshalb können die Gläubiger diese auch nicht durchsetzen, wenn man sie einfach nicht bezahlt. Eine schöne Gesetzeslücke in so einem Fall, finde ich.

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Hallo, wo kann man schwarz auf eiß nachlesen, dass man die Kosten eines Inkasso nicht zahlen muss?

Ganz kostenfrei geht nebenbei nämlich nicht, da der Mahnende berechtigt ist eine Mahngebühr zu nehmen.

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@Sweetninafragt

@sweetninafragt: Kann man nicht, weil die Höhe der sogenannten Inkasso- und Mahngebühren etc. eben nicht festgelegt ist. Entweder glaubst Du mir oder nicht, daß es bei mir funktioniert hat. FG ;-)

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Ich hab dem Schuhunternehmen meine neue Adresse mitgeteilt und die haben die Schuhe auch an meine neue Adresse geschickt.

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@isabellhieber

@isabellhieber: Dann ist der Schuhhändler nicht sehr nett. Er muß ja keine Mahnung schicken, aber fast alle tun es... Und Du mußt da ja nichts mehr kaufen, wenn der gleich so aggressiv reagiert...

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@Wapiti64

was heißt aggressiv, da die Ware im Juni bestellt wurde, nehme ich an, daß diese auch im Juni, also vor ca. 3 Monaten geliefert wurde.

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@Nemisis2010

Mit "aggressiv" meinte ich, dass er sofort Inkasso macht ohne Mahnung zu schicken, wie fast alle anderen. Ich weiß, er muß das nicht, trotzdem finde ICH das aggressiv.

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@Wapiti64

also ob er tatsächlich keine Mahnung geschickt hast, oder ob diese im Umzugstrubel verlorenging, bzw. von der Post verschlampt wurde, das weißt du nicht. Auch sind uns die AGBs des Händler unbekannt, wenn nämlich dort sinngemäß steht, daß du dich nach 30 Tagen automatisch im Zahlungsverzug befindest, dann muß er auch keine Mahnung schicken, sondern kann sofort ein Inkassobüro beauftragen oder einen Mahnbescheid schicken.

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Hier liegt bei vielen Antworten der Irrtum vor, man müsse nicht mehr mahnen und dr Schuldner gerate automatisch in Verzug. Dem ist nicht so.

Richtig ist, dass ein Schuldner Inkasso-Gebühren (eigentlich müsste es Entgelt heißen) nur dann bezahlen muss, wenn das Inkasso-Büro NACH seinem Verzug beauftragt wurde. Verzug tritt automatisch ein, sofern ein Zahlungstermin im Vertrag vereinbart wurde und dieser verstrichen ist. ODER: Einen Monat nach Rechnungszugang SOFERN ES SICH UM EINEN VERBRAUCHER HANDELT UND AUF DER RECHNUNG DARAUF HINGEWIESEN WURDE. Ansonsten bedarf es doch einer Mahnung. Kontrollieren Sie also die Rechnung. Zur Höhe der Inkasso-Gebühren: Sie müssen nur 1,3 Gebühren des RVG zahlen. Ein Inkasso-Büro ist zwar incht an das RVG gebunden und darf so viel Geld fordern, wie es dem Gläubiger in Rchnung gestellt hat - Sie aber brauchen nur das zu bezahlen, was ein Rechtsanwalt in gleicher Sache dem Gläubiger in Rechnung stellte - sogar noch weniger: Es werden keine Hebegebühren anerkannt, bisweilen auch keine Vergleichsgebühren und Kontoführungskosten sind umstritten. Noch ein kurzeer Hinweis bzgl. Ihres Umzuges. Wenn Sie zu verantworten hatten, dass Rechnung und Mahnung Sie nicht erreichten, werden Sie mit diesem Argument sicherlich nicht den Eintritt des Verzuges verhindern können.

einfach anrufen, problem schildern und die meisten geschäfte werden dir die gebühren erlassen und dir ne rechnung nachschicken :)

lg googleme

Da die schon ein INKASSOUNTERNEHMEN beauftragt haben, ist das leider falsch...

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Meine Frage:

Wo anrufen, und

warum sollten die Kosten erlassen werden?

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Du musst die Kosten selbstverständlich bezahlen

Falsch. Gibt keine gesetzliche Grundlage dafür. Aber ich hätte ein schlechtes Gewissen, falls ich keinen Nachsendeantrag hatte...

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@Wapiti64

Die gesetztliche Grundlage zur Erstattung von so genannten Verzugskosten ist das BGB!

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