Inkasso ohne jemals eine Rechnung oder Mahnung erhalten zu haben

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5 Antworten

Hallo Eifelturm, so wie du den Sachverhalt darstellst, gestaltet sich eine Lösung allerdings als schwierig. Ich rate daher zuerst dennoch zum aufsuchen eines Anwalts, wenn du eine Rechtsschutzversicherung hast. Da du dir um Kosten sorgen machst gehe ich mal davon aus, dass du keine besitzt. ABer das kann man ja nicht ausschließen... Also so wie ich das sehe bestreitest du die Forderung nicht. Fraglich ist für mich, ob du O2 damals deine Addressänderung mitgeteilt hast bzw. damals mit der Kündigung deines Vertrages deine Lastschrifteinzugsermächtigung widerrufen hattest. Damit wärst du dann nämlich fein raus. Such das mal raus. Dein weiteres Vorgehen wird davon abhängen. Unabhängig davon würde ich erstmal gar nichts unternehmen, denn solange kein gerichtlicher Mahnbescheid ins HAus trudelt kann dir das Inkassounternehmen gar nichts. Sollte solch ein Mahnbescheid kommen, dann UNBEDINGT widersprechen (ist nur 1 Kreuz). Dann muss es das Inkassounternehmen auf einen Streit vor Gericht ankommen lassen, was bei solch einem lächerlichen Streitwert eher unwahrscheinlich ist.

Eifelturm2207 04.02.2012, 11:40

Ich hab o2 meine neue Anschrift mitgeteilt und auch einen Nachsendeantrag bei der Post gestellt. o2 hatte auch meine neue Anschrift, schließlich ging die Kündigungsbestätigigung da hin.

Eine Rechtssschutzversicherung habe ich leider nicht.

Werde am Montag mal zur Verbraucherschutzberatung gehen. Ausch wenn ich mich sehr im Recht fühle, sorgt ein solches Schreiben doch für ein mulmiges Gefühl im Bauch. :o/

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Canpo 04.02.2012, 11:48
@Eifelturm2207

Dann rate ich dir diesen Sachverhalt genauso dem Inkassounternehmen zu schildern und dich bereitzuerklären den berechtigten Betrag von 0,81 auf ein von Ihnen genanntes Konto zu zahlen, den Rest der Forderung jedoch abzustreiten und darauf zu verweisen, dass du alles erdenklich nötige getan hast und keine Rechtsgrundlage für eine solch aufgeblasene Forderung siehst. Viel Erfolg :)

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whiteTree 04.02.2012, 16:11
@Canpo

Sorry, Reden mit Inkassounternehmen ist wie Reden gegen die Wand. Die nehmen meist Einwände gar nicht ernst und drängen nur auf Zahlung (Callcenter-Drohnen).

Hauptforderung mit genauem Betreff in der Überweisung an O2 zahlen, damit die nicht behaupten können, man habe noch Forderungen offen.

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Canpo 04.02.2012, 17:03
@whiteTree

Kann schon sein, aber um sich für den Fall eines Rechtsstreits abzusichern würde ich dies unbdingt probieren. Eine Zahlung sollte auf jeden Fall erfolgen, aber halt nur in angegebener Höhe. Die Forderung wird nicht mehr an O2 gezahlt, wenn diese wie beschrieben eben jene abgetreten haben. Das geht alles ans Inkassounternehmen. Insofern muss man leider wirklich mit denen reden.

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Ist die Schuld von O2, würde ich sagen. Laufen die Sachen auf die gleiche Kundennr.? Dann würde ich mir davon garnichts annehmen und nur die 81 Cent mit Überweisungszweck Rechnung Nr. xxxx vom xx.xx.xxxx an O2 überweisen, dem Inkasso bzgl. aller weiteren Forderungen widersprechen (Einschreiben+Rückschein), damit sie nicht bei Schufa & Co eintragen dürfen.

Wichtig: Kündigung (bzw. Bestätigung) vom Surfstick aufbewahren, das ist der Beweis, dass die die neue Adresse hatten!

Die Inkassoforderung ist vollgestopft mit Fantasieposten. Grundsätzlich nicht bezahlen muss man:

  • Kontoführungskosten, das auch noch doppelt.
  • Outboundgebühren (neue Fantasiegebühr, lese ich zum ersten Mal!)

Zusatzkosten können überhaupt nur geltend gemacht werden, wenn ein Verzug eintrat; wenn also O2 da wirklich zweimal die gleiche Person wie zwei unterschiedliche Kunden behandelt hat und wirklich nicht feststellen konnte, dass es die gleiche Person war.

Sehr zweifelhaft sind folgende Posten:

  • Gläubigermahnspesen, wofür? Die können zwar Mahngebühren von max. 3-5 Euro für einen Brief verlangen, aber nicht mehr und nicht für weitere Briefe, wenn die ersten "unbekannt verzogen" zurück kommen.
  • Rücklastgebühren: zu hoch (max. 10-15€), und dann auch noch 3mal versucht: reine Kostenschinderei. Hätten sie nach dem ersten Versuch einstellen müssen.

Inkassogebühren sind grundsätzlich umstritten und werden von vielen Gerichten verneint, das ist aber nicht einheitlich. Ein "unbekannt verzogen" kann durchaus ein Grund für die Einschaltung sein, der auch Kosten rechtfertigt - aber nicht, wenn das Mobilfunkunternehmen die Konto- und Adressänderung verschlampt.

Die Gebühr für den 1. Inkassobrief + Kopierkosten sind über 50€, also eindeutig zu hoch. Inkassokosten sind, wenn überhaupt, max. bis zum Anwaltskosten-Äquivalent (RVG) beim Schuldner eintreibbar. Bei Beträgen unter 300€ sind das deutlich unter 50€.

Adressermittlungskosten wären legitim, wenn tatsächlich die Schuld beim Kunden läge, Höhe überprüfen (Einwohnermeldeamt, Kosten für Adressauskunft erfragen). Aber nicht, wenn eine Kündigungsbestätigung schon an die neue Adresse geschickt wurde.

Die werden sicher noch weiter mahnen, um ihre künstlich aufgeblähten Kosten einzutreiben. Ggf. gerichtl. Mahnbescheid unverzüglich widersprechen (genau lesen)! Bei Klage, oder wenn O2 die Dienstleistung verweigert, Anwalt nehmen!

Nunja, wenn du umziehst und Kontowechselst, bist du verpflichtet, die neue Adresse auch weiter zu geben, damit deine Rechnungen bezahlt werden. Bist du dem nicht nachgekommen, ist es klar, dass nun ein Inkassounternehmen, von O2 beauftragt, auf dich zutritt. Ich würde aber nochmal nachfragen, wohin die Mahnungen geschickt wurden, denn ohne Mahnung, können die sich das mit dem Inkasso auch schenken.

Ruf einfach mal bei o2 an und erkläre deine Situation, vllt. können die dann noch was machen.

Eifelturm2207 04.02.2012, 11:31

Ich hab o2 meine neue Anschrift mitgeteilt und auch einen Nachsendeantrag bei der Post gestellt. o2 hatte auch meine neue Anschrift, schlie0lich ging die Kündigungsbestätigigung da hin.

Die Rechnung wurde aber scheinbar an eine Adresse versandt, wo ich seit 2006 nicht mehr wohne. Den Vertrag mit dem Surfstick habe ich jedoch erst 2008 geschlossen.

O2 muss diese Adresse also aus einem älteren Vertrag haben.

Anrufe bei o2 nützen leider nichts. Die Aussage ist nur: "Wir haben den fall abgegeben. Da können wir nichts machen. Sprechen Sie mit dem Inkassounternehmen". Nur denen ist es doch egal, ab die hausptforderung überhaupt ihre Berechtigung hat und die können das schließlich auch gar nicht überprüfen.

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proximal 04.02.2012, 11:37
@Eifelturm2207

Ich hatte das mal bei einem Versandunternehmen, hatte mir mal mehrere Laptops bestellt, um zu schauen, welcher besser ist. 3 Jahre später kam Post von der Inkasso.. da hab cih auch angerufen und gesagt, dass cih die Laptops zurück geschickt hätte und keine Mahnung oder sowas bekam.

Dann hab ich beim Versandhaus angerufen, da waren auch immer Menschen am Telefon, die dann zb. einfach aufgelegt haben, mich weiterleiten wollten und dann aufgelegt haben usw. irgendwann hab ich gesagt, dass ich mich an meinen Rechtsanwalt wende und mit der Geschäftsführung sprechen möchte. Bin dann auch tatsächlich zu jemanden Höheren verbunden worden und hab gefragt, ob die mir sagen können, um welche nicht bezahlte Rechnung es sich handelt, keine Mahnung etc eingetroffen bla bla.. und siehe da aufeinmal war alles ein Fehler im System und die Sache war gegessen!

Laß dich da nich abwimmeln und bleib dran und mach denen klar, dass du keine Rechnung/Mahnungen bekommen hast...

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whiteTree 04.02.2012, 16:08
@Eifelturm2207

Eben, da kümmern die sich gar nicht drum, verschlampen die neue Adresse und Kontonr. und geben dann den Vorgang an ein Inkasso ab, dass damit maximale Kostenschinderei betreibt (oder zumindest auf einen dummen Kunden hofft, der jeden Mist bezahlt) und sich einen Dreck um die Rechtmäßigkeit der Forderung oder um Widersprüche schert. Ist in der Branche so üblich, O2 ist dabei wohl noch einer der seriöseren Anbieter.

Jedes Reden ist sinnlos, auch der Widerspruch ist nur Formsache, damit man sich gegen Schufaeinträge oder Anschlusssperre wehren kann. Das läuft alles automatisch. Telefonpartner sind nur die kleinen Lichter im Callcenter, speziell bei Inkassos, die sind nur darauf programmiert, Leute mit allen Mitteln zur Zahlung zu bewegen und haben kaum die Befugnis, unberechtigte Forderungen einzustellen.

Evtl. geht das an eine für diesen Massenbetrieb spezialisierte Anwaltskanzlei, die schickt dann auch noch mal Drohbriefe und Forderungen. Vielleicht prüfen sie den Sachverhalt, bevor sie tatsächlich Klage erheben (auch beim gerichtl. Mahnbescheid wird nichts geprüft!).

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Geh zum Verbraucherschutz!

Eifelturm2207 04.02.2012, 11:37

Will ich am Montag machen. Kostet mich 10€, aber die dürften wohl gut investiert sein. :o)

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