Inkasso oder gerichtliches Mahnverfahren?

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6 Antworten

Wenn du ein Inkassobüro einschaltest bleibst du wahrscheinlich auch auf den Kosten sitzen, mit dem Nachteil, dass am Ende auch kein Titel rausspringt.

Warum nicht gleich einen Anwalt mit der Klageerhebung beauftragen, wenn die Beweislage eindeutig ist und in Zukunft Arbeiten nur gegen Anzahlung oder Vorkasse ausführen.

Wenn du eine Forderung geltend machen willst, bleibt dir nichts anderes übrig als erst einmal selbst Geld in die Hand zu nehmen.

Den Titel kannst du verkaufen, bringt dir aber kaum mehr als 10% des Gesamtwertes.

Inkassobüros können nichts, was du nicht auch kannst. Am Ende hat man nur Ärger und Aufwand und bleibt womöglich noch auf den Inkassokosten sitzen. Die Wahl Inkasso oder Mahnverfahren ist damit eindeutig auf das Mahnverfahren gefallen. Fülle einen Mahnbescheid aus, das ist schnell gemacht und wenn widersprochen wird, beauftrage einen Anwalt in der Nähe des zuständigen Gerichtes.

Da verstehe ich einiges nicht:

  • Du hast einen Vollstreckungsbescheid gegen eine Firma (die, so vermute ich mal, kein Konkursverfahren eröffnet hat) und hast Angst, dass der Gerichtsvollzieher nicht einmal seine eigenen Kosten hereinbringt?
  • Du hast nur Firmenkunden(?) und nimmst die Kleinunternehmerregelung in Anspruch? Warum? So kannst Du keine Vorsteuer abziehen.
  • Nun zögerst Du wieder, Deine begründeten Ansprüche durchzusetzen und willst abermals einen Haufen Geld verschenken.

Eine Inkassofirma, wenn Du denn eine findest, die Deine Forderung ankauft, wird einen guten Teil von der Forderung abziehen, grob geschätzt wirst Du keine 1000€ von denen bekommen.

In der Regel kannst du besser das gerichtliche Mahnverfahren nutzen, es ist einfacher, günstiger und schneller! Der Vorteil, du hast sofort einen vollstreckbaren Titel!

Das Risiko dass ein Kunde seine Rechnung nicht bezahlt hast Du immer. Möchtest Du Dein Geld haben, dann wird Dir nichts anderes übrig bleiben und eben das gerichtliche Mahnverfahren einleiten müssen. Ob der Auftraggeber sich davon beeindrucken lässt das ist ein anderes Thema.

Somit, Mahnbescheid und abwarten was dann passiert. Legt der AG einen Widerspruch ein dann sieht man sich eben vor Gericht wieder... Die Kosten zahlst Du vorab ... das ist eben der entscheidende Nachteil und letztendlich hast Du dann einen "wertlosen" Titel in der Schublade liegen... Aber Inkasso Unternehmen sind auch nicht die Helden. Auch diese kommen am gerichtlichen Mahnverfahren nicht vorbei, wenn der AG sich stur stellt.

Die Forderung an ein Inkasso Unternehmen zu verkaufen (Factoring) macht ebenfalls keinen Sinn. Wenn überhaupt würden hier vlt. 10% für Dich hängen bleiben. Bei so niedrigen Forderungswerten macht kein Inkasso Unternehmen die große Kasse auf.

Für die Zukunft

Grundsätzlich immer auf 50/50 Vorkasse arbeiten.

Weiterhin immer auf eigenen Servern arbeiten. Erst wenn der AG die Webseite frei gegeben hat und die restlichen 50% auf Deinem Konto sind wird das Projekt auf dem Kunden Server installiert.

Arbeitest Du auf einem Kundenserver dann eben erst nachdem die Zahlung erfolgt ist, die Webseite aktivieren und zuvor mit einem Passwortschutz versehen.

Das spart Zeit und Nerven

Du hast eine "offiziell" Firma und zahlst auch Steuern? Wie sieht der Vertrag aus, den du mit dem Kunden geschlossen hast? Schicke das Moskau-Inkasso mal hin... Oder einige Rocker...

Wenn du noch die Zugangsdaten "zur Webseiten-Pflege" hast, schalte sie bis zu Zahlung aus...

Ich bin selbstständig als Einzelunternehmer und zahle keine Steuern da ich unter die Kleinunternehmerregelung falle. Der Kunde hat eine GmbH.

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Du schaust zu viel Fernsehen.

Wenn du noch die Zugangsdaten "zur Webseiten-Pflege" hast, schalte sie bis zu Zahlung aus...

Gefährlich, da man sich je nach Vertragslage damit u.U. angreifbar macht.

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