Inkasso infos.... Sind diese Kosten gerechtfertigt bzw rechtens?

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11 Antworten

Das Inkassobüro setzt wohl eine 1,3 Gebühr nach RVG an. Also den Höchstsatz, den ein Rechtsanwalt nehmen dürfte.

Warum ich eine 1,3 Gebühr von Inkassobüros im Grunde ausnahmslos ablehne erkläre ich nun:

  1. Ein Inkassobüro hat nicht die gleiche Qualifikation wie ein Rechtsanwalt und auch nicht die gleiche Stellung als Organ der Rechtspflege.
  2. Es darf für seinen Auftraggeber kein streitiges Verfahren führen. Diese Tätigkeit ist laut RDG ausschließlich den Rechtsanwälten vorbehalten. Dementsprechend kann das IB auch nicht vorbereitend oder großartig konkret beratend für diesen Fall tätig werden.
  3. Besonders im Masseninkasso findet keine konkrete fallbezogene Rechtsberatung statt.
  4. Das Inkassobüro prüft i.d.R. die Forderung nicht auf Rechtmäßigkeit und Erfolgsaussichten.
  5. Die Korrespondenz mit dem Schuldner verläuft i.d.R. mit vorgefertigten Bausteinbriefchen
  6. Im Masseninkasso wird i.d.R. auf Flatrate oder Erfolgsbasis vergütet. Ein Rechtsanwalt muss aber zwingend ein Honorar in Rechnung stellen. Es stellt sich im Masseninkasso also immer die Frage ob es überhaupt einen Schaden durch die Beauftragung des IBs gibt.
  7. Der Gläubiger ist gesetzlich verpflichtet den für den Schuldner günstigsten und effektivsten Weg der Forderungsbetreibung zu wählen, wenn er die Kosten erstattet verlangen will. Das ist in der überwiegenden Anzahl der Fälle das gerichtliche Mahnverfahren.

Unterm Strich würde ich mich also maximal auf eine 0,3 Gebühr (~ 18,- € ggf. zzgl. USt. 19%) einlassen.

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Typischer Inkassounfug.

Forderung direkt an Gläubiger zahlen, zzgl. je € 2,50 pro postalischer Mahnung und ggfs. angemessenen Zinsen (dürften nur Centbeträge sein). Auf Buchungsbeleg vermerken "Nur HF und Mahnkosten/Zinsen".

Inkasso schriftlich informieren, dass man dier Forderung vollumfänglich widerspricht und die Weitergabe von Daten an Dritte gem. BDSG untersagt. Danach alle weiteren Schreiben des Inkasso ignorieren. Sollte ein MB eintrudeln (wird es nicht), form- und fristgerecht Widerspruch einlegen. Fertig.

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Bei einem Gegenstandswert bis 500€ sind die Gebühren gem. RVG immer gleich. Das stellt aber nur die absolute Höchstgrenze dar. In den meisten Fällen kann man die Gebühren ohne Probleme kürzen oder weglassen. Gib daher mal Infos zur Forderung.

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Grundsätzlich kann der Gläubiger ein Inkassobüro beauftragen und die Kosten hierfür von dem Schuldner ersetzt verlangen, sobald dieser sich in Verzug befindet (§ 286 Abs. 1 BGB); daher ist zunächst einmal fraglich, ob dieser überhaupt vorlag.

Soweit Verzug vorliegt, kann ein Inkassobüro grundsätzlich Gebühren erheben. Diese richten sich nach dem RVG (Rechtsanwaltsvergütungsgesetz). Da die Tätigkeit eines Inkassobüros meist sehr einfach ist, kann es regelmäßig nicht mehr als 18 € (+ 19 % MwSt.) verlangen gem. Nr. 2301 VV RVG.

Ob ein Inkassobüro 18 € einklagt, wenn Du diese nicht zahlst, entzieht sich meiner Kenntnis und hängt vom Einzelfall ab. Wenn Du etwas zahlst ist es nur SEHR wichtig im Verwendungszweck klarzustellen, auf welche Forderung Du zahlst (also z.B. Hauptforderung + Zinsen).

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Kommentar von mepeisen
16.09.2016, 17:47

+ 19 % MwSt

Nö. Das ist kein Verzugsschaden. Zumindest bei 95% der Gläubiger nicht.

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Das war das erste schreiben was ich bekommen habe und im Nachhinein habe ich jetzt noch eins bekommen wo noch eine Forderung von 7 € verlangt wird und zusätzlich zu den 7 € noch mal 80 € Inkassogebühren insgesamt habe ich jetzt zwei Briefe von denen bekommen

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Kommentar von mepeisen
16.09.2016, 08:29

Das heißt, dass die rund 16€ bezahlt wurden von dir, bevor das Inkasso sich gemeldet hatte?

Die 7€ sollen für was sein? Mahngebühren? Dann sind die sowieso viel zu hoch.

Kam die Mahnung per eMail? Dann schuldest du nichts mehr, denn eMail-Mahnungen kosten nichts bzw. sind nicht messbar von den Kosten her. Für Briefpost-Mahnung gibt es je nach Gericht aller höchstens 2,50€.

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Nach den ersten Mahnungen zu zahlen, ist natürlich günstiger. Inkassogebühren schlagen bei so kleinen Forderungsbeträgen natürlich sehr deutlich auf.

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Inkassobüros berechnen ihre Gebühren nach dem RVG (Rechtsanwaltsvergütungsgesetz).

Bei einem Gegenstandswert von bis zu 500€ liegt die Gebühr bei 45€.

Hinzu kommt meist eine Auslagenpauschale von 5€ -12€ und 19% MwSt.

Da werden aus 15€ ganz schnell 70€!

Im Inkassoschreiben steht genau drin, wie die Berechnung aussieht.

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Kommentar von FordPrefect
16.09.2016, 08:25

...was nur nicht bedeutet, dass man das zwingend bezahlen müsste. Das schreibt ein Inkasso natürlich nicht.

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Kommentar von mepeisen
16.09.2016, 08:28

Die Mehrwertsteuer fällt nur dann als Schaden an, wenn der Gläubiger nicht vorsteuerabzugsberechtigt ist. Das ist beispielsweise bei Ärzten der Fall.

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Kommentar von EXInkassoMA
16.09.2016, 10:13

Stimmt nicht. Es handelt sich vermutlich nur um ein schreiben einfacher art welches mit 0,3 rvg abgerechnet wird. 

Inkassofirmen versuchen natürlich mit 1,3 abzurechnen was allerdings vor gericht keinen bestand hätte :-)Aus diesem grund werden vorgerichtliche inkassokosten nicht eingeklagt

Ergo : maximal 15 EU plus 3 EU auslagenpauschale sind zu zahlen

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Erlaubt aber nicht durchsetzbar 

Sind in den 15,79 bereits mahngebuhren enthalten? 

Lastschriftrucklaufer? 

ICH persönlich würde 25 eu zweckgebunden an den Gläubiger (nicht ans Inkasso )überweisen. Verwendungszweck hf 15,79 /verzugskosten 8,21

Böse Briefe kommen trotzdem .mental vorbereitet sein 

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Wahrscheinlich ist diese forderung schon sehr lange offen, es wurde auf Rechnungen/Mahnungen nie reagiert. Dann summiert sich der Betrag sehr schnell....

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Kommentar von kevin1905
16.09.2016, 10:36

Das einzige, was weiterläuft sind die Zinsen. Aber auch Verzugszinsen unterliegen dem allgemeinen Zinsumfeld und sind aktuell entsprechend niedrig.

Ferner sind die taggenau zu berechnen.

Bei einer Forderung von 500,- € (die hier maximal vorliegen kann), wären das 0,11 € Zinsen pro Tag Verzug.

Wären also nach einem Monat 3,30 €.

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Du kannst ja mal ein Paket versenden,mit Deinem Absender,das Paket kommt zurück und Du verweigerst die Annahme.Da kommen sogar schnell hunderte Euro zusammen.Erst die Mahnungen,alle gebührenpflichtig,dann die Aufbewahrungsfristen und Kosten....das das Inkoassoverfahren,da biste noch gut dabei.Also immer reagieren,zahlen oder klagen.^^ Beste Grüße

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Kommentar von kevin1905
16.09.2016, 17:59

Klagen muss der, der Geld haben will.

Das ist nicht der Fragesteller.

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