Inhaltsangabe für jede Kapitel zu dem Buch el príncipe destronada?

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El príncipe destronado ist der dreijährige Quico, der sich durch seine kleine Schwester vom Thron der Aufmerksamkeit verstoßen fühlt. Die wohlhabende Großfamilie mit insgesamt sechs Kindern, in die Quico hineingeboren wurde, beschäftigt drei Kindermädchen und einen Chauffeur. Der Roman ist in 12 Kapitel gegliedert, je eines für eine der zwölf Stunden, die den Tagesablauf Quicos bestimmen, der um zehn Uhr morgens aufsteht und nach neun Uhr abends einschläft. Delibes hat als Datum den dritten Dezember 1963 angegeben, wobei dies jedoch nicht wichtig ist für den Tagesablauf. Es könnte auch jeder andere beliebige Tag sein, denn die Ereignisse sind nicht so weltbewegend, dass man sie in einem Geschichtsbuch festhalten müsste. Dennoch haben sie große Bedeutung für Quico, dessen Ziel es ist, die Liebe und Fürsorge der Mutter zu gewinnen. Für das Hintergrundwissen, das der Leser benötigt, um das Buch zeitgeschichtlich einzuordnen, ist das Datum jedoch von Bedeutsamkeit. Da es in der Francoära geschrieben wurde und auch die Geschichte in dieser Zeit angesetzt wird, muss der Leser auch auf politische Hinweise gefasst sein. Umso mehr wird das Buch interessant, wenn man über die politischen Anstrengungen des Autors aus Valladolid Bescheid weiß, der sich für die Rechte der unterdrückten Bauern in Spanien einsetzte. Zu diesem Tag in Quicos Leben ist zu sagen, dass er von einem wichtigen Ereignis bestimmt wird: Quico hat das erste Mal nicht mehr ins Bett gemacht. Diese Sensation wird von Quico dementsprechend präsentiert. Jeder, der ihm begegnet, erfährt es, so auch zum Beispiel Santines, eine Junge aus dem Laden, der die bestellten Einkäufe ins Haus liefert. Quico hat ein Lieblingsspielzeug: eine leere Zahnpastatube, die in seiner Phantasie verschiedene Gestalten annehmen kann. So ist sie zum Beispiel einmal ein Lastwagen, der mit Wasser getankt werden muss. Seine Phantasie und Vorstellungskraft zeigen sich auch im Spiel mit seinem älteren Bruder Juan und der Beschäftigung mit Cristina, seiner kleinen Schwester. Hier richtet er immer wieder kleinere und größere Katastrophen an, die seine Mutter und die beiden Kindermädchen fast zur Verzweiflung bringen. In einer ganz bestimmten Situation reizt er aber seine Bezugspersonen sehr: er lässt die Mutter glauben, er habe eine Stecknadel verschluckt. Dieser Notfall zwingt die Mutter, ihm all ihre Aufmerksamkeit zu schenken und sie fährt mit ihm zum Arzt, um Quico untersuchen zu lassen. Doch die Nadel taucht nicht wieder auf. Erst als etwa eine Stunde später die Tante tía Cuqui zu Besuch kommt, die Quico anscheinend versteht und ihm genügend Aufmerksamkeit schenkt, fällt die Nadel aus der Hosentasche. Nachdem die Kinder ihre Lieblingssendung im Fernsehen angeschaut haben, wird Quico ins Bett geschickt. Doch er kann nicht einschlafen, da ihn alle Ereignisse des Tages in Gedanken verfolgen. So lässt er sein Kindermädchen Domi und auch die Mutter kommen, jedes Mal unter dem Vorwand anderer Wünsche. Erst als die Mutter bei ihm bleibt und seine Hand hält, kann Quico beruhigt einschlafen, denn jetzt ist seine Mutter nur für ihn da. Dieses grobe Gerüst an Ereignissen und Situationen wird im Buch selbst viel komplexer gezeigt. Eine wichtige Rolle spielen auch die Beziehungen der Personen, vor allem aber die der Eltern. Gesellschaftliche Unterschiede zwischen Kindermädchen und wohlhabender Großfamilie, sowie auch die Francozeit werden so verarbeitet, dass sie auf den ersten Blick nur schwer erkennbar sind. Sie erscheinen als Hintergrundinformationen über die Situation, in der sich Quico befindet. Doch nach eingehender Lektüre muss man sich über die Gewichtung der gebotenen Informationen im Roman Gedanken machen. Es klingt wahrscheinlich, dass Miguel Delibes Kritik am Regime und an der Gesellschaft geschickt in einem Bildungsroman versteckt, damit sein Buch veröffentlicht wird. Ich denke nicht, dass er nur die Geschichte eines vernachlässigten Kindes schreiben wollte. Dazu wäre eine zeitliche Ansiedelung in der Francozeit nicht notwendig gewesen. Im Roman selbst werden Erklärungen von verschiedenen Personen über Quicos Verhalten abgegeben. Das Kindermädchen Vito sagt gleich zu Beginn des Romans zu einem Verkäufer: „Desde que ha venido la hermanita tiene unos prontos que qué sé yo.“ Tía Cuqui formuliert das aus und sagt der Mutter: “Este niño nesesita un cariño especial, Merche.. No olvides que hasta hace un año era el rey de la casa. Es el príncipe destronado, ¿oyes? Ayer todo para él; hoy, nada. Es muy duro mujer. [...] Pobrecitos, todo cuidado es poco. A mí me dan mucha lástima los niños chicos; sufren. Nosotras no lo vemos, pero sufren. Hay que ir con mucho tiento. Mira este pobre. Hasta ayer dueño de la casa; hoy, nadie. Poco a poco. Las cosas hay que hacerlas poco a poco, sobre todo si andan por medio los complejos. Ponte en su lugar, Merche, ayer el benjamín, todos alrededor de él; hoy, nada, el quinto de seis hermanos; lo último.

Und auch der Arzt, der Quico wegen der angeblich verschluckten Stecknadel untersucht, spricht mit der Mutter über dieses Thema: “[...]pero a todos nos duele dejar de ser protagonistas, no te quepa la menor duda.[...]El niño que durante años ha sido eje, al dejar de serlo se defiende; no se resigna; trata de llamar la atención sobre sí.” Durch all diese Hinweise, die so offensichtlich von den Personen selbst kommen, denke ich eben nicht, dass es sich „nur“ um einen Bildungsroman eines vereinsamten Kindes handelt. Der Roman beschreibt eher parallel laufende Formen des Krieges, die jede der Figuren zu kämpfen hat. Quico ist nicht der Protagonist des Buches und auch nicht die Zentralfigur der Familie – so wie es auch der Arzt behauptet. Vielmehr handelt dieses Buch von sozialen Ungerechtigkeiten, von der Francoära in Spanien, von der Unterdrückung der Frauen in den Sechzigern. Der Doktor sagt zur Mutter “a todos nos duele dejar de ser protagonistas”. Alle Personen in diesem Roman sind nur Mittel zum Zweck, denn Delibes benutzt sie, meiner Meinung nach, um seine Kritik am Regime und an den sozialen Missständen auszudrücken. Natürlich hält der Autor eines Romans immer die Fäden in der Hand und kann so die Geschehnisse steuern, doch in diesem Werk von Miguel Delibes scheint es so, als ob die Personen nicht erschaffen wurden um ihre Geschichte zu erzählen, sondern um indirekt Kritik durch ihre Handlungen und Einstellungen zu üben.

aber das ist doch keine Inhaltsangabe zum Kapiteln es ist eine allgemeine Inhalsangabe

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