Informatik Studium oder Ausbildung zum Fachinformatiker?

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Nun das musst du selbst entscheiden.

Da gibt es dann zwei Faktoren:

Zum einen die fachliche Komponente. Ein Informatikstudium ist quasi ein technisches Mathematikstudium. Viel Mathe und Theorien und Konzepte zum Bereich Informatik, daneben lernst du das wissenschaftliche Arbeiten, auf das einen das Studium eigentlich vorbereitet. Die Ausbildung hingegen orientiert sich eher an der Praxis. Du lernst zwar auch ein wenig was an Theorien und Konzepten aber eher im Hinblick darauf, was du aktiv in der Praxis benötigen wirst.

Der andere Faktor ist dann das Einstiegsgehalt und die Aufstiegschancen bzw. die Auswahl an Stellen. Die ist mit einem Studium ungleich höher, dafür wirst du dir dann die Praxis zum großen Teil selbst beibringen müssen, sofern du nach dem Studium normal arbeiten willst und nicht in die Forschung oder ähnliches möchtest.

Woher ich das weiß:Beruf – Softwareentwickler/Projektleiter seit 2012

Wenn du dir gute Noten im Abitur zutraust, würde ich dir auf jeden Fall ein Studium empfehlen. Man kommt damit einfach viel weiter.

Das gilt insbesondere dann, wenn ein Ausbilder seinen Job, Lehrlinge auszubilden, nicht allzu ernst nimmt (oder nehmen kann, da er ihn – wie in kleinen Firmen oft üblich – nur so nebenbei ausübt).  

Zum Fachinformatiker ausbilden lassen sich typischerweise nur Personen, deren Schulabschluss sie zu mehr nicht berechtigt (oder die Angst haben, ein Studium nicht zu schaffen).   

Nur wer als Fachinformatiker wirklich Spitze ist, kann sich später aus dieser Sackgasse wieder befreien.

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Wisse auch: Inzwischen ist es sogar so, dass man es schwer hat, selbst mit einem mittleren Abschluss eine Lehrstelle als Fachinformatiker zu bekommen.                

Du mußt slbst wissen ob du eher an den Grundlagen von Computersystemen interessiert bist oder am schnellen praktischen Arbeiten mit ihnen. I

m Informatikstudium wirst du Computer und allgemeine, völlig theorietische Rechensysteme auf einer Ebene kennen lernen, die den meisten Menschen verschlossen bleibt.

Als Fachinformatiker, egal ob für Anwendungsentwicklung oder Systemintegration, wirst du statt dessen schnell Zugang zum System haben, ohne dich um grundlegende Dinge kümmern zu müssen.

Du mußt selbst wissen was dir mehr liegt. Es wäre aber unfair dir zu verschweigen welche Rolle Mathematik und Logik im Informatikstudium spielt. Zu meiner Zeit (tm) haben Informatiker im Grundstudium sogar noch die selben Mathematikvorlesungen wie die Mathematiker besucht. Heute hören die Informatiker meist höhere Mathematik in einer für das Fach angepassten Form. Leichter macht es das nicht unbedingt. Weiterhin gehört ein gerütteltest Maß an hirnverdrehender Logik zum Studium, hier sogar mehr als das was Mathematiker im Allgemeinen lernen. Du mußt dich hier an eine völlig neue Sprache gewöhnen und die konsequent einsetzen.

Mein Prof in Informatik I hat uns in einer der ersten Vorlesungen gesagt "Studium ist die letzte freie Zeit Ihres Lebens. Nutzen Sie sie!". So frei wie im Studium bist du in der Ausbildung nicht. Während der theoretischen Phasen hängst du am Lehrplan, während der praktischen an den Anforderungen des Betriebes in dem du arbeitest. Immer wird dich jemand gängeln. Im Studium mußt du selbst die Entscheidung treffen wo deine Schwerpunkte liegen, was du wann in welchem Umfang leisten willst. Wenn du dich dieser Freiheit gewachsten fühlst, ist das Studium das richtige für dich. Wenn du mit der Verantwortung für dich selbst nicht klar kommst, wähle lieber die Ausbildung.

Orientiere dich nciht an den späteren Verdienstmöglichkeiten. Ich verdiene heute sehr gut, aber einige andere, die "nur" eine Ausbildung gemacht haben verdienen genau so viel und das schon über einen längeren Zeitraum hinweg. Orientiere dich an dem was dir Freude bereitet, das ist eine Grundlage für ein erfolgreiches Leben.

Ich weiß nicht wie es heute ist, aber ich glaube für Informatik gibt es immer noch keinen Numerus Clausus. Eher suchen sich die Unis ihre Studentinnen und Studenten aus.

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