Inflation : Ist Geld bald nichts mehr wert?

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7 Antworten

Die Inflation ist ja ein "Nebenprodukt" des Kapitalismus. Viel schlimmer wäre eine Deflation, d.h. wenn alles billiger werden würde: Investitionen würden zurückgehalten werden, schließlich könnte ja alles noch billiger werden, ergo bricht die Wirtschaft ein. Inflation ist also derzeit ein notwendiges Übel, aber zur Zeit ist sie ja extrem niedrig im Verhältnis zu den letzten Jahrzehnten. Außerdem "spürt" man so eine geringe Inflation wie bei uns kaum. Wenn man 20 Jahre zurückschaut, sieht man halt, dass viele Sachen billiger waren, dafür hat man auch in der Regel weniger verdient.

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Sehr gute Frage , die auch ein Kapitalismus-Student nicht so einfach beantworten kann. Vielleicht nähern wir uns etwas "gefühlsmäßig" an eine Antwort an: Hast du schon mal ein altes Buch gelesen (z.B. Huckleberry Finn oder etwas in der Art)? Wenn das Buch 100 Jahre oder älter ist, wird dir auffallen, dass die Charaktere dort für ein paar Cent ein Mittagessen kaufen können und 200 Dollar richtig viel Geld ist, für das vielleicht sogar jemand bereit ist, ein Verbrechen einzugehen. Nun ist es allerdings nicht so, dass früher einfach alles billiger war als heute, so wie das manchmal Großeltern oder andere ältere Leute sagen ("In meiner Jugend konnte man noch für 2 Mark ins Kino gehen"), sondern das Preisniveau war geringer. Das heißt, dass sowohl alle Produkte weniger gekostet aber, aber auch, dass die Löhne viel geringer waren. Unterm Strich könnte man sagen: Früher hat eine Kinokarte vielleicht zwei Euro gekostet, heute kostet sie zehn. Wenn man früher aber nur 200€ im Monat verdient hat und heute 1000, dann macht es gar keinen Unterschied - gemessen am Einkommen kostet ein Kinobesuch genausoviel wie früher. Ob das wirklich so ist, müsste man mal ausrechnen. Denn die Preise für verschiedene Produkte verändern sich natürlich. So werden zum Beispiel Festplatten und USB-Sticks immer günstiger, Mietpreise und Heizkosten im Moment immer teurer (selbst wenn man die Inflation herausrechnet). Aber prinzipiell kann man tatsächlich sagen, dass alles immer teurer wird durch die Inflation, wenn man nur Preisschilder vergleicht. Die Löhne steigen aber ebenfalls, manchmal etwas mehr, manchmal etwas weniger als die Inflation, das kommt immer darauf an, welchen Beruf man hat und welcher Gewerkschaft man angehört. Hast du schon mal darüber nachgedacht, warum in den Nachrichten immer mal wieder über Streiks bei der Bahn oder im Flugverkehr berichtet wird? Das liegt daran, dass die Leute, wegen der Inflation, mehr Geld haben möchten. Denn ohne Lohnerhöhungen könnte man sich in ein paar Jahren wirklich fast nichts mehr leisten. Also - Inflation ist an sich nichts schlimmes, solange nicht nur die Preise für Produkte, sondern auch die Löhne steigen. Und, du kannst ja mal nach der aktuellen Inflationsrate in Deutschland oder der EU schauen - von den 2%, die sich die EZB gesetzt hat, sind wir im Moment ein ganzes Stück entfernt (eher so im 0,5%-Bereich, glaube ich).

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> in 50 Jahren die Preise für den Warenkorb bei 200% Prozent,

Nein. Bei 269 Prozent (gerechnet 1,02 hoch 50), Du hast den Zinseszinseffekt vergessen. 

Wenn gleichzeitig die Löhne auch um 2% pro Jahr steigen, aber der Steuertarif nicht angepasst wird, ist das gut für die Umverteilung (die von unten nach oben wohlgemerkt), weil die Geringverdiener für ihren nominell höheren Lohn einen höheren Steuersatz zahlen müssen.

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Grundsätzlich stimmt das und die Inflation wird auch von der EzB bewusst gesteuert damit der Euro in einer guten Position zum Handeln steht. 

Wie das genau abläuft weiß ich leider nicht, aber die Währung darf nicht zu groß sein, aber auch nicht zu klein.

Klar, gleichzeitig sollten auch die Löhne steigen,

Das ist das große Problem, es kann niemand Garantieren dass die Löhne steigen, im Kollektivvertrag ist ein Mindestlohn vorgeschrieben, aber dieser muss dann aufgrund der Inflation angepasst werden.

Den meisten Gewerbetreibenden schmeckt das aber nicht, weswegen die sich meist querstellen. Somit ist es nicht immer sicher dass die Löhne angepasst werden.

Es gibt leider so Firmen, die nur darauf aus sind, den Angestellten möglichst wenig zu zahlen, würde es keinen Kollektivvertrag geben würden die den Arbeitern am liebsten gar nichts zahlen.

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Kommentar von martinzuhause
17.04.2016, 19:03

"Es gibt leider so Firmen, die nur darauf aus sind, den Angestellten möglichst wenig zu zahlen,"

das funktioniert nur bei tätigkeiten die jeder machen kann. gut ausgebildete fachkräfte werden gesucht. die können sich da aussuchen wo sie anfangen wollen. und können ihre arbeitsbedingungen da gut mitbestimmen

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"Gehen wir mal aus, dass die Preise aus dem Jahr 2015 für den Warenkorb
bei 100% liegt, dann müsste (wenn alles so läuft wie die Ezb will, was
derzeit ja nicht der Fall ist) in 50 Jahren die Preise für den Warenkorb
bei 200% Prozent,"

wie kommst du darauf das bei einer steigerug von 2%/a die preise dann in 50 jahren 200% sind. da ist ein gewaltiger rechenfehler drin.

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Kommentar von abcd123e
17.04.2016, 18:58

ja ich weiß, ich habe den zinseszins vergessen. es ist ja sogar noch mehr

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Deine Denkweise ist falsch, weil deine Ausdrucksweise viel zu ungenau ist. Wenn die Inflation in 50 Jahren bei 200% liegt, dann ist Geld nicht "nichts mehr wert". Es hat noch die Hälfte der Kaufkraft, die es heute hat. Und das ist ein großer Unterschied!

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Kommentar von abcd123e
17.04.2016, 16:15

gut da hast du recht. in 100 jahren wäre es dann aber nichts mehr wert, richtig?

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Hallo Kapitalist mit 17..... Wieviel Kaipital hast Du denn schon????? Geh nicht von soviel aus von dem Du nicht viel verstehst und lass zunächst vieles auf Dich zukommen. Erstens kommt es anders. 2. tens als man denkt!

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Kommentar von abcd123e
17.04.2016, 15:41

Woher weißt du, wie alt ich bin? Ich habe noch gar kein Kapital, habe ich auch nie gesagt, jedoch sind wir in Deutschland kapitalistisch ausgelegt, deshalb sind wir, meiner Meinung nach, auch Kapitalisten ;)

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Kommentar von abcd123e
17.04.2016, 15:42

& wirtschaftliches Interesse hat noch niemandem geschadet 😁

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