INDUSTRIELLE REVOLUTION (MASCHINEN) ZUSAMMENFASSUNG GESUCHT!

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1 Antwort

Liebes Aliiinchen, da Du in derartiger zeitlicher Bedrängnis bist, will ich Dir zumindest mit einigen Einführenden Darstellungen- und nachstehendem Link eine kleine Eselsbrücke bauen.

Als im 18. Jahrhundert zunächst noch > 90% der Bevölkerung auf dem Land und von der Landwirtschaft lebte, entwickelte sich Parallel aus zunächst noch bescheidenen Verhältnissen der Handwerkerschaft in den Städten eine allmähliche Mechanisierung der technischen Gerätschaften in den jeweiligen Handwerken, die in der Folge eine wachsende Produktionssteigerung mit zunehmendem Personalbedarf zur Folge hatte.

Aus zunächst noch einfachen Geräten wurden komplexe Maschinen entwickelt, was eine technische- und gesellschaftliche Revolution bewirkte; denn die wachsende Nachfrage nach Produkten führte zwangsläufig zu einer Verbesserung- und Modernisierung des Maschinenparks. Das machte einen schier unersättlichen Bedarf an Maschinenarbeitern- und Fachleuten für die Instandhaltung sowie Konstruktion der Anlagen erforderlich. Völlig bis dahin unbekannte neue Berufsbilder entstanden. Es setzte eine regelrechte Landflucht ein, mit der Hoffnung auf mehr Unabhängigkeit mit geregelterem Einkommen was eine Verstädterung mit allen unangehmen Begleiterscheinungen bewirkte. Es bildeten sich die Klassen der besitzenden Arbeitgeber, das Kapital, gegenüber einer verarmten Arbeiterschaft, dem Proletariat heraus!

Maschinen, die im besonderen Maße das industrielle Zeitalter prägten waren zunächst die neu erfundenen Dampfmaschinen, die in allen Bereichen der Technik- und dem Transportwesen zum Einsatz kamen. Man denke z. B. an die Fördertechnik im Bergbau, an die ersten Eisenbahnen- oder als Antriebseinheiten für Maschinen jedweder Art. Desweitern sind zu nennen die Spinn- und Webereimaschinen mit einem ungeheuren Bedarf an moderner Kleidung etc. Unter nachstehendem Link findest Du weitere ausführliche Beschreibungen zu jener Zeit. Viel Erfolg für Deine Prüfung und

lG G

http://de.wikipedia.org/wiki/Industrielle_Revolution#Beginnendes_Maschinenzeitalter

KHLange 01.04.2012, 00:08

Als Wirtschaftshistoriker mit Hochschulabschluss darf ich sagen: Eine blendende komprimierte Darstellung der Fakten.

Vielleicht noch ein paar Erweiterungen im Detail: Die Bauernbefreiung von der Lehnsherrshaft gab es nicht zum Nulltarif; die Gutsherren forderten und erhielten Kompensationen in Form von Land, das den Bauern für die eigene Bewirtschaftung verloren ging, sie mussten sich also wieder zu recht niedrigen Löhnen beim Gutsherrn verdingen, da die eigene Scholle oft nicht mehr genug abwarf. Im Grunde hatte sich nur so viel verändert, dass es keine Fürsorgepflicht des Grundherrn bei Missernten mehr gab.

Aber auch Rekordernten, wie zu Beginn der 20er Jahre des 19.Jahrhunderts waren von Nachteil, denn sie ließen die Preise fallen, Raiffeisenkassen gab es noch nicht, ebensowenig staatliche Beihilfen. Die oben genannte Verdingung bei den Gutsherren konnte nur einem kleinen Teil der Bauernkinder kargen Lohn und wenig Brot geben.

Der große Teil der bäuerlichen Bevölkerung landete in den Manufakturen, im Verlagswesen (Heimarbeit an geleasten Maschinen ---> vgl, Gerhart Hauptmann: Die Weber) und in den Fabriken. Da der Produktionsfaktor Mensch unerschöpflich war (Familenplanung, so sie überhaupt möglich war, galt den etablierten Kirchen, nicht nur der katholischen, als Sünde wider Gott und die Natur), gab es stets billige Arbeitskräfte für die harte und gefährliche Arbeit der Männer; die Mädchen konnten sich glücklich schätzen, wenn sie in herrschaftlichen Haushalten als Dienstpersonal ein Unterkommen fanden und nicht in Bordellen ihren Lebensunterhalt verdienen mussten. Die schlimmsten Auswüchse verhinderte gerade das vielgescholtene preußische Militär, das die Wehrfähigkeit bedroht sah, wenn der Rekrutennachwuchs schon durch Kinderarbeit ruiniert, die Wehrfähigkeit des Staates nicht mehr gewährleisten konnte.

Wie verantwortungslos manche (nicht alle) Kapitaleigner handelten, zeigt sich darin, dass es im 19.Jahrhundert weitgehend Usus war, einen Teil des Lohnes in Form von billigem Branntwein auszuzahlen, weil das billiger war als Brot; manche starke Fabrikarbeiterfrau nahm dem Alten gleich am Fabriktor den Wochenlohn ab, damit er den zahlreichen Kindern zugute kam und nicht schon im Wirtshaus verbraten wurde.

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Gabi40 01.04.2012, 13:25
@KHLange

Vielen Dank für Deine gute Wertung meiner relativ komprimierten Antwort- und ein herzliches Dankeschön für Deine umfassende Ergänzung lieber KH. Ich denke wenn Aliiiinchen das alles Original übernimmt, dürfte eine "Eins" sicher sein? Viele von Dir geschilderte Details waren in dieser Präzision auch mir nicht bekannt. Gestern Abend wurde auf Bayern 3 übrigens ein toller Film mit dem Titel "Tausend Jahre Bayern" mit Führung durch einen Kommentator ausgestrahlt. Es ging dabei schwerpunktmäßig um den Bau des Bamberger Doms durch Auftraggeber Kaiser Heinrich II. In dem Film wurde besonders deutlich, daß die einfachen Bauernfamilien Frondienste leisten mußten, ohne Rücksicht auf Verluste. Dem heutigen "armen Adel" sollte man auch mal die provozierende Frage stellen, mit welchem Recht sie selbst im 21 Jhdt. große Güter ihr Eigen nennen? Vielleicht mit dem Recht, daß sie den Deutschen Einigungsproßess im 19. Jhdt. so energisch blockiert haben? Fragen über Fragen! Unser kleiner Kreis scheint sich wohl immer mehr zu einer Elite-Community zu entwickeln? LG G

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