Induktive Hochspannungsteiler

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2 Antworten

Spannungswandler sind induktive Hochspannungsteiler, die hoch belastet werden können. Da sie aber einen Eisenkern benötigen, um Mindestanforderungen bezüglich ihrer Linearität zu genügen, sind sie schwer und dadurch unhandlich. Auch die Isolierung erfordert einen großen Aufwand, da über die gesamte Wicklung und insbesondere am Hochspannungsanschluß die Spannungsfestigkeit gegenüber dem Eisenkern gewährleistet sein muß. Dieser Aufwand kann etwas verringert werden, wenn man den Eisenkern nicht erdet sonder ihn auf das „mittlere“ Potential der Hochspannungwicklung legt. Dann muß allerdings die Unterspannungswicklung gegen den Kern ebenfalls entsprechend isoliert werden.

Kapazitive Spannungteiler oder gemischt kapazitive Teiler (sogenannte "Schnelle Teiler") erfordern bezüglich ihrer Isolation geringeren Aufwand, da sie aus Einzelbauteilen bestehen, die einfach „übereinandergestapelt“ werden. Allerdings sind sie empfindlich gegen Fehlsteuerung der Spannungsverteilung durch Streu- bzw. Erdkapazitäten und haben deshalb meist eine große Elektrode am Kopf. Auch der Aufstellungsort (Abstände zu anderen Geräten und/oder geerdeten Wänden) hat einen Einfluß auf das Übertragungsverhalten. U.u. müssen solche Umstände bei einer Kalibrierung berücksichtigt und entsprechend korrigiert werden.

Kapazitive Spannungteiler sind wenig belastbar. Das ist aber bei den heutigen Möglichkeiten der Elektronik bzgl. Verstärkung der Ausgangssignale keine wirkliche Einschränkung ihrer Anwendbarkeit mehr. Allerdings würde ihr Einsatz in Freiluftschaltanlagen wiederum mit einem vermehrten Aufwand an äußerer Isolation verbunden sein, um sie auch wetterfest zu machen.

Für gasisolierte Schaltanlagen (GIS-Anlagen), bei denen alle Baugruppen vor äußeren Einflüssen geschützt sind, wird verstärkt an der Entwicklung kapazitiver Spannungswandler gearbeitet, sofern sie nicht sogar schon auf dem Markt sind. Allerdings bestehen hier noch gewisse Vorbehalte der Betreiber, insbesondere wenn solche Geräte Teile der Meßsysteme zur Leistungserfassung und –verrechnung sind.

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kapaz. Teiler sind bei geringen Leistungen billiger. Es gibt induktive "Teiler", nämlich Trafos.

In welchem Zusammenhang/Umgebung soll es keine ind. Teiler geben??

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Kommentar von stefanloether
15.07.2013, 17:06

Hallo, vielen Dank für die Antwort.

Ich habe mich wohl wirklich viel zu undeutlich ausgedrückt, wollte die Frage kurz halten. "Geograph" hat ja auch schon sehr ausführlich geantwortet und sich auch (logischerweise) auf den normalen Netzbetrieb bezogen.

Ich bezieh mich aber eher auf die Hochspannungsmesstechnik z.B. in Prüflaboren, sorry dass ich das nicht klar gemacht hatte. Für die Stoßspannungsmessung und ähnliches gibt es so weit ich weiß nur ohmsche, kapazitive und gemischt kapazitve Teiler (z.B. Zaengl-Teiler). Nachdem es ja die induktiven Spannungswandler im Netz gibt, hab ich mich gefragt, warum die in der Hochspannungsprüftechnik nicht verwendet werden.

Vielleicht liegt das auch an der Bandbreite der Wandler mit Eisenkern, die evtl. zu niedrig ist, um die schnellen Stoßspannungen usw. zu messen.

Wisst ihr da noch was dazu oder habt Erfahrungen?

Schönen Gruß und vielen Dank, Stefan

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