Indianer Projekt

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Hallo Mia,

 

hier ist eine Seite, auf der Indianer selber Material zusammen stellen um Schülern und Lehrern zu helfen.

 

http://www.native-languages.org/kids.htm

 

Soll es nur um klassische, "alte" Indianer gehen? Oder auch um deren heutige Lebensweise?

 

Tipi ist natürlich nur was aus der Vergangenheit. Und sooooo typisch. Wie wärs mit ner Übersicht und Unterschieden der diversen Stämme? Tipi hatten nur die Prärieindianer. Pferde gabs nur ca 100 Jahre lang. Was könnt Ihr machen? Indianische Alltagsdinge? Medizinrad (Kreuz in Kreis), Breech cloth, Schaber zum Gerben .....

 

Hier einfach mal ein paar Anregungen und Infos, die mir spontan einfallen und die vielleicht nicht so allgemein bekannt sind:

 

* Der berühmteste und typischste Indianer von allen war Crazy Horse. Ein Lakota, der besonders um das Wohl seines Stammes bemüht war, sehr bescheiden (er trug nie eine Federhaube oder Festgewänder. Er war ein sehr erfolgreicher Krieger und Jäger und zusammen mit Sitting Bull und Gall hebelte er die Strategien von Gen. Custer aus das gemeinsame Lager der Lakota und Cheyenne niederzumachen und besiegte die amerikanischen Truppen. Für Reservatsindianer ist er heute immer noch ein Held. Er hatte übrigens auffallend helle Haut und helle, gelockte Haare und  von Zufall, Albinismus, Halbblut gibt es alle möglichen Theorien, woran das liegt. Es gibt kein Foto von ihm.

 

* Frauen: Was viele nicht wissen: Wenn Frauen wollten konnten sie Jäger und sogar Krieger werden. Genauso war es ok, wenn Männer Frauenkleidung trugen und bei den Frauen bleiben statt jagen wollten. Homosexualität wurde offen toleriert (Wir brauchten bis zu Homo-Ehe noch 100 Jahre länger)

Bekanntester weiblicher Häuptling ist Crow Kriegerin Womanchief. Sie war von den Gros Ventre, wurde als 9 oder 10 jährige von den Crow geraubt. Ihr Adoptivvater unterstütze sie darin, den Weg der Krieger zu lernen. Sie heiratete erste eine, dann noch 2 oder 3 weitere Frauen.

Ebenfalls zu Ruhm brachte es Apachin Lozen, die an der Seite von Geronimo kämpfte, aber leider selten erwähnt wird, obwohl sie sogar auf Fotos mit Geronimo zu sehen ist.

Dann wär da noch Cheyenne Frau Buffalo Calf Road Woman.

 

* Ehe / Polygamie: Da das Kriegerdasein mit Überfällen und der gefährlichen Büffeljagd die Anzahl der Männer oft stark dezimierte und zudem das Arbeitsleben der Frauen recht hart war war die pragmatischste Lösung, dass ein Mann mehrere Frauen hatte. Ich weiß, dass die Lakota Polygamie praktizierten. Oft wurden gleich Schwestern geheiratet, die kamen oft besser miteinander aus. Bei Liebesheiraten beriet sich der Mann aber mit seiner ersten Frau, ob sie es ok fände, eine weitere Frau ins Tipi aufzunehmen. Der Hausstand gehörte bei den Lakota den Frauen, sie konnten sich scheiden lassen, in dem sie die Sachen ihres Mannes vor die Tür setzten.

 

* Familie: Indianer waren und sind meist Familienmenschen. Familien hielten eng zusammen und wenn der Stamm in Langhäusern wohnte teilten sie sogar den Wohnraum, nur getrennt von Grasmatten.

 

* Kindheit: Eigene Kinder wurden allgemein sehr liebevoll erzogen, nie geschlagen. Die ganze Familie erzog mit. Die Kinder hatten immer einen Ansprechpartner, junge Mütter waren nicht überfordert, weil die Arbeit geteilt wurde. Ab ca 4-6 Jahren fingen die Junge an Reiten und Bogenschießen zu üben.

 

* Boarding Schools / Internatsschulen. Ab den 1890er bis in die 1970! wurden Kinder den Eltern entrissen und "erzogen" nach dem Motto "Kill the Indian, safe the man" inklusive physicher und sexueller Gewalt -> Boarding School Healing Projekt.

 

* Essen: Ein Essen mit Kultstatus ist das "Fry Bread". Die Navajo erfanden es aus der Not, dass sie im Reservat nur Mehl und Öl hatten. Heute ist es weit verbreitet und sehr beliebt.

 

* Indianer heute: Dazu kann ich Dir das Buch "Das absolut wahre Tagebuch eines Teilzeitindianers" von Sherman Alexie empfehlen. Er (Jahrgang 66) erzählt darin halbautobiographisch seine Reservats- und Schulzeit. Sehr witziges, tolles Buch. Mein absolutes Lieblingsbuch. Der Film "Smoke Signals" ist auch klasse, total witzig und in gut verständlichem Englisch gedreht. Wäre auch was zum Vorführen in der Klasse, über das Reservatsleben von Heute.

 

*** Wichtige Stichworte noch

- Wounded Knee 1973, AIM, American Indian Movement,

- Sand Creek Massaker, Washita Massaker, Grattan Massaker, Schlacht am Little Big Horn, Wounded Knee 1890

- Personen früher: Sitting Bull, Red Cloud, Cochise, Geronimo, Crazy Horse, Chief Joseph

- Personen Neuzeit: Ira Hayes, Navajo-Funker im 2. WK, Dennis Banks, Leonard Peltier, Russel Means.

- indigene Schauspieler: Graham Greene, Wes Studi, Tantoo Cardinal, Adam Beach, Chief Dan George, Rodney Grant, Nathanial Arcand, Michael und Eddie Spears, Eric Schweig, I

Medicine wheel - (Schule, englisch, kreativ)

..... ach und noch was, mit dem Du klugscheißen kannst (Wir schauen immer Klugscheißer-Sendung "Wissen macht Ah", ich liebe diesen Ausdruck)  :-)

 

Man liest ja desöfteren "für unsere kleinen Krieger und Squaws" oder ähnliches. Oder bei "Winnetoons" auf Kika nennt Winnetou seine Schwester schonmal "tapfere Sqaw"

 

Ich an ihrere Stelle würde ihm dafür den Stinkefinger zeigen, denn "Squaw" kommt aus der Algonkin-Sprachfamilie und heißt nicht etwa Indianerin, sondern Schlampe! Das Wort war und ist ein absolut negativ belegtes Schimpfwort!

 

Wird dennoch gern und oft falsch verwendet.....

Warum baut Ihr nicht etwas mit Playmobil? Vielleicht hat ja der eine oder andere noch Indianer-Playmobil. Oder baut aus Naturmaterialien selbst etwas und stellt Schilder mit den passenden Vokabeln dazu. Hier noch ein Link zu Materialien in PDF:

http://www.schoolhistory.co.uk/year8links/native_worksheets.shtml

ich glaub kaum dass jmd noch playmobil hat ;) wir sind in der 9. klasse ^^

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