Inangemessene hohe Farhtkosten können unterhaltsrechtlich nicht in Ansatz gebracht werden?

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4 Antworten

Von solch einer Richtlinie habe ich ganz ehrlich gesagt noch nie etwas gehört oder gelesen. Vielleicht fragst du am besten einfach mal einen Anwalt, der kann dir sicherlich besser helfen als wir hier.

Wenn er noch bei einem Elternteil wohnt, steht ihm gegen beide Eltern Barunterhaltsanspruch nach der Düsseldorfer Tabelle zu. Die kann man hier finden: http://www.finanztip.de/duesseldorfer-tabelle/ Davon abgezogen wird die Ausbildungsvergütung und die Pauschale für Fahrkosten etc. in Höhe von 90,--€. Dann gewichtet nach den Einkommensverhältnissen der Eltern anteilig von Vater (bei dem er wohl verzichtet, da er dort lebt) und der Mutter. Ob sie dann noch leistungspflichtig ist ergibt sich aus der Berechnung. Bei dieser kann er sich, auch als volljähriger, aber noch unter 21, vom Jugendamt helfen lassen. Sie können es natürlich auch selbst ausrechnen und er die Forderung gegen seine Mutter beziffern. Zahlt sie nicht, bleibt nur der Weg über das Gericht für ihn. Egal, wie er zur Arbeit kommt, ob mit Öffis, dem eigen Auto, dem Taxi oder dem Flugzeug- es gibt nur die Pauschale von 90,--€, die angerechnet wird, mehr nicht.

Ein Auszubildender hat einen bestimmten "unterhaltsrechtlichen Bedarf", von dem er alle seine Kosten zu decken hat.
(Der Bedarf des Sohnes errechnet sich hier - da er ja noch bei einem Elternteil wohnt - anhand der Einkommen beider leiblicher Eltern zusammen, s. "Düsseldorfer Tabelle".)

Nur, wenn dieser Bedarf nicht vollständig durch sein eigenes Einkommen und das Kindergeld abgedeckt wird, hat er überhaupt noch einen Unterhaltsanspruch an seine beiden leiblichen Eltern.

    Nun soll es eine Richtlinie geben, die aussagt, dass unangemessene hohe Fartkosten nicht unterhaltsrechtlich in Ansatz gebracht werden können sonden nur höchstens 15 % des monatlichen Nettoeinkommens.

Für seine "ausbildungsbedingten Ausgaben" wie Fahrtkosten, Schulbücher, Arbeitskleidung etc...." kann er darüber hinaus ggf.einen Freibetrag von 90 Euro geltend machen.
(Für zwei Tankfüllungen dürfte das ja ausreichend sein...)

und darf jeder junger Erwachsener, der von einem Elternteil Unterhalt während seiner Ausbildung fordert, nicht mit seinem PKW zur Arbeit fahren?

Er darf selbstverständlich mit seinem PKW fahren - wenn er sich das leisten kann....

Auch die beiden unterhaltspflichtigen Eltern können zur Ermittlung ihrer "unterhaltsrelevanten Einkommen" ja nur einen bestimmten Freibetrag für ihre eigenen Fahrtkosten ansetzen.....

hier geht es aber darum, dass die gefahrenden Kilometer im Monat nicht mit Euro 0,30 zu berechnen wären, sondern nur was die monatliche Fahrt mit öffentlichen Verkehrsmitteln oder mit einem Roller kosten würde. Bei den öffentlichen Verkehrsmitteln wäre er für die 20 km jeweils pro Fahrt länger als 2 Stunden unterwegs, wenn überhaupt ein Bus fährt (Verbindung nicht jeden Tag). Wenn die 0,30 Euro pro gefahrende km anerkannt werden, steht ihm noch Unterhalt zu.

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@Gohrgi

Ihm wird im "ausbbildungsbedingten Freibetrag" bereits ein angemessener Pauschal-Betrag für seine Fahrtkosten eingeräumt, wenn er diesen überschreitet, muss er die erhöhten Kosten selber tragen.

Wenn die 0,30 Euro pro gefahrende km anerkannt werden, steht ihm noch Unterhalt zu.

Er kann bei den Eltern keine Fahrtkosten wie in einer Steuererklärung geltend machen.

Wenn er tatsächlich noch einen über den Freibetrag hinausgehenden Mehrbedarf geltend machen könnte (Nachweis, dass ein Auto zwingend erforderlich ist o.ä.....) so müsste er diesen wiederum jeweils anteilig auf die Unterhaltsanteile beider Eltern aufschlüsseln.....

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Hat die Mutter vorher keinen Unterhalt bezahlt?

Nein, er hatte bis vor einem Jahr noch bei seiner Mutter gelebt, ist aber vor gut einem Jahr zu uns gezogen, da er es dort nicht mehr ausgehalten hatte. Seitdem versucht er von ihr seinen zustehenden Unterhalt einzufordern.

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@violatedsoul

ja, sie ist laut ihres Verdienstes unterhaltsfähig. Sie meint aber, er könne ja die 20 km pro Fahrt mit einem Roller fahren und bräuchte kein Auto. Auch öffentl. Verkehrsmittel wären möglich, allerdins wäre er dann ja pro Fahrt über 2 Stunden unterwegs, und ob dieses Zumutbar ist?

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@Gohrgi

Was mit dem Unterhalt gemacht wird, kann jedem Unterhaltszahler wurscht sein. Jedes Elternteil ist bis zum Ende der Erstausbildung unterhaltsverpflichtet.

Wenn sie unterhaltsfähig ist, hat sie nicht herumzudiskutieren.

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@violatedsoul
Jedes Elternteil ist bis zum Ende der Erstausbildung unterhaltsverpflichtet.

... falls ein Unterhaltsanspruch nachgewiesen werden kann.

Sollte der Auszubildende selbst so viel verdienen, dass durch sein Einkommen + Kindergeld sein "Bedarf" bereits gedeckt wäre, so hätte er keinen Unterhaltsanspruch an die Eltern mehr.

Wenn sie unterhaltsfähig ist, hat sie nicht herumzudiskutieren.

Wenn die Mutter ein "bereinigtes Nettoeinkommen" über 1300 Euro erzielt, so ist sie vom darüber liegenden Betrag im Rahmen des zu ermittelnden "Bedarfs" des Sohnes anteilig unterhaltspflichtig.

Dieser Bedarf erhöht sich ggf. um den "ausbildungsbedingten Freibetrag" für Fahrtkosten etc. in Höhe von 90 Euro (der sich ja dann ebenfalls anteilig auf beide Eltern aufteilt).

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