In wieweit korrespondieren Amerikas Vorstellungen von Demokratie mit der Rassendiskriminierung?

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1 Antwort

Hi,- manchmal muß man den Mut zur eigenen Meinung auch gegenüber Lehrern haben und die Beantwortung einer Frage wegen unklarer Formulierung oder aber auch wegen offensichtlicher logischer Probleme im thematischen Aufbau ablehnen. Die Frage könnte auch genauso lauten ob es "Nachts kälter ist als Draußen". - Allerdings sollte man, insbesondere wenn man Lehrern widerspricht,  dann einenguten  Alternativvorschlag in der Tasche haben.

Natürlich "korrespondieren" beide nicht miteinander außer man denkt mehrfach um die Ecke. Aber vielleicht sollt ihr das ja lernen. Wenn das der Fall ist könnte man sagen, dass die amerikanische Verfassung als Ausgangspunkt der zutreffenden Behauptung, dass dieses politische System demokratisch sei, den Diskrimminierungsopfern den konstitutionell verbrieften Anspruch auf Unterlassung einer Ungerechtigkeit gibt. Ob sie auch die reale Möglichkeit haben, ihr Recht auf Unrechtsbeseitigung durchzusetzen ist aber eine ganz andere Frage. Und wie uns der Alltag eines real existierenden "Demokratismus" lehrt steht dazwischen der Unterschied zwischen dem Gesetz als formulierte Rechtsnorm und dem Alltag als realexistierendes Recht des Stärkeren. Schon Karl Marx hat darauf hingewiesen, dass es keinen Sinn macht, Gerechtigkeit politisch zu verkünden wenn das konkrete Verhalten des Staates ein Liberalismus ist, der sich für die Durchsetzung der formulierten Rechtsnormen als nicht zuständig erklärt. Das führt nur zum Fortbestehen alter Ungerechtigkeiten und sogar zu deren Vertiefung. Das ist so als würde ich ein Gesetz zur Fairness erlassen und real müssen auch weiterhin ein 30-jähriger Vollprofi mit 1,90 m und 100 Kg und ein 16-jähriger Amateur mit 1,65 m und 60 Kg zusammen in den Boxring steigen.

Prinzip verstanden?

Und deshalb korrespondieren die beiden Aspekte der Frage nur indirekt miteinander. Nämlich indem sie aufzeigen, dass es sich in den USA (und auch anderswo) nicht um eine tatsächliche Demokratie handelt solange dieser Staat nicht auch konkret im Alltag seiner Bürger Chancengleichheit durchsetzt. Denn Demokratie in der ureigenen Bedeutung des Wortes setzt vorraus, dass ein Bürger als der eigentliche Souverän auch egalitär Beteiligungs- und Entfaltungsmöglichkeiten im Gemeinwesen hat - und zwar konkret.

Gruß

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