In wie weit kann man von Demokratie ohne Demokraten sprechen?

3 Antworten

Gerade beim Übergang in die Demokratie sind die Bürger noch aus der alten Ordnung (Königreich, Diktatur) gewohnt, selbst keine Entscheidungen zu treffen, keine Kritik üben zu dürfen, obrigkeitshörig zu sein. Sie kennen die demokratischen Regeln noch nicht, lehnen sie vielleicht sogar ab und sind eben keine Demokraten. In der Weimarer Republik waren vielen gesellschaftliche Gruppen gegen die Demokratie eingestellt und "sehnten" sich geradezu nach autoritäer Führung - haben sie ja denn auch bekommen. Und genau das ist die Gefahr der Demokrtie ohne Demokraten.

In Norafrika und Ägypten sind Diktaturen durch Volksaufstände beseitigt worden. Es gibt zwar dort jetzt Demokratien, aber die Menschen sind noch weit davon entfernt, Demokraten zu sein. Es gibt immer wieder verfeindetet Gruppierungen die mit Gewalt ihre Meinung durchzusetzen versuchen, statt auf demokratischem Wege über Wahlen.

Ein zweites Beispiel,die DDR. Sie hieß zwar Deutsche DEMOKRATISCHE Republik. Die Menschen waren aber in so fern keine Demokraten, als sie nur die Wahl einer einzigen Partei, die SED, hatten.

3.Beispiel. In den USA gibt es zwei große Parteien. Die Demokraten und die Rpublikaner. Die Republikaner sind aber ebenso gute Demokraten ( und deren Wähler) wie die Demokraten.

Meist bezieht man sich mit dieser Formulierung auf den Endphase der Weimarer Republik. Die Staatsform und die Verfassung waren demokratisch, aber viele Menschen wählten Parteien, die die Demokratie abschaffen wollten (KPD, NSDAP). Außerdem gab es Straßenkämpfe zwischen diesen Parteien. Das Parlament konnte seiner Aufgabe nicht mehr nachkommen, Gesetzt zu machen, weil die Parteien untereinander sehr zerstritten waren und ein keine stabilen Mehrheiten gab.

Heute sind wir nicht in einer vergleichbaren Sitaution. Aber es gibt einige bedenkliche Entwicklungen: Sinkende Wahlbeteiligung, mangelndes Vertrauen in das demokratische System, rechte Parteien in Landtagen.

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