In wie weit ist das Umfeld daran schuld, wenn man unter einer psychischen Krankheit leidet?

6 Antworten

Auf was psychische Erkrankungen zurückgehen, kann man nicht verallgemeinern. Zum Einen hat nicht jede psychische Erkrankung dieselbe Ursache und zum Anderen gibt es diverse mögliche Ursachen und in der Regel kann man gar nicht die Ursache bestimmen, die die psychische Erkrankung ausgelöst hat.

Es ist normalerweise eine Kombination mehrerer Ursachen - sowohl endogene (individuell, genetisch), als auch exogene (Umfeld, Familie, Erziehung) und autogene (Selbstbestimmung). So wächst der eine in einer Familie auf, bei der Erziehung mittels Gewalt auf dem Tagesplan steht, wohingegen die Eltern beim Anderen fast noch zu schüchtern sind, um ihren Sohn anzufassen. Beides ist nicht optimal.

Der wieder Andere hat eine genetische Disposition, wächst in einer Familie auf, in denen die Eltern oder ein Elternteil bereits depressiv ist/war und hat entsprechend gar keine Möglichkeit, sich dagegen zu wehren.

Oftmals kommen mehrere der Faktoren zusammen - etwa das Aufwachsen in einer vorbelasteten Familie, womöglich noch ein belastendes Ereignis wie Tod eines Familienmitglieds und aufgrund der elterlichen Vorbelastung noch eine schwierige Erziehung. Das würde das Risiko beispielsweise stark heben, an einer psychischen Erkrankung, hier vor allem an einer Depression zu erkranken.

Das Umfeld ist oft ein entscheidender Faktor, wenn es um verfestigte Werte von Moral, Selbstbild und Fremdbild geht, aber oft ist das eben nur die eine Seite der Medaille. Das Umfeld kann noch so positiv und gut sein und trotzdem kann man psychisch erkranken. Das Risiko steigt durch ein schlechtes Umfeld aber definitiv.

Ich wünsche Dir alles Gute.

Willst du jetzt die Prozentzahlen haben? Die gibt es nicht. Und das Wort Schuld ist auch der falsche Begriff. Meistens jedenfalls.

Nehmen wir ganz normale Eltern. Die lieben ihre Kinder, wollen das Beste für sie, machen aber vieles falsch. Aber das machen sie ja nicht absichtlich, weil sie ihre Kinder quälen wollen. Sondern weil sie es vielleicht nicht besser wissen, weil sie selbst in ihren eigenen Sorgen gefangen sind, weil die Ehe bescheiden ist, weil sie selbst eine schlimme Kindheit hatten... Schuld sind sie meistens nicht am Schicksal der Kinder.

Man muss jedes einzelne Schicksal anschauen, um zu beurteilen, welchen Anteil die Umwelt hat und welchen eben nicht. Es gibt ja auch die Gene und auch körperliche Erkrankungen.

Manche Menschen sind verletzbarer, verwundbarer als andere. Natürlich hat meistens auch die Umwelt einen Anteil an der seel. Entwicklung. Aber eine klare Ursache/Wirkung - wie in der Physik - gibt es nicht. Umwelt, die persönliche Geschichte, die genetische Ausstattung, etc.. sind miteinander verschränkt. Wie? das hängt vom Einzelfall ab.

Jedenfalls gibt es nicht DIE EINE Ursache für die Entwicklung von seel. Fehlentwicklungen, sondern die Ursachen sind immer mehrdimensional zu sehen.

Woher ich das weiß:
Studium / Ausbildung

Sehr gute Antwort. Ich möchte ergänzen:
Es braucht sehr viel Einsicht und Persönlichkeit, Verletzungen, die jemandem in der Kindheit/Jugend zugefügt wurden, in dieser Art zu reflektieren, sich davon frei zu machen und ggf. diese dann nicht wieder, vielleicht auch unbewußt, an sein Umfeld/seine Kinder weiterzugeben. Das schafft nicht jede(r)...

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Das kommt doch sehr auf die Krankheit und die Umstände an, aus der sich die Krankheit entwickelt hat (wenn es einen Grund gibt).

An sich bringt aber eine Schuldfrage nichts. Die Mobber können sich entschuldigen, die soziale Angst, die aus Mobbing entstehen kann, bleibt dennoch.

Wenn jemand die Sorge hat, Depressionen oder sonstiges zu haben, liegt es in der eigenen Hand dafür zu sorgen, dass es einem wieder besser geht.

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