In wie weit brauchen Menschen die Religion aus emotionellen gründen?

17 Antworten

Dazu gibt es ein schönes Zitat von Sigmund Freud:

Die
Religiosität führt sich biologisch auf die langanhaltende Hilflosigkeit und
Hilfsbedürftigkeit des kleinen Menschenkindes zurück, welches, wenn es später
seine wirkliche Verlassenheit und Schwäche gegen die großen Mächte des Lebens
erkannt hat, seine Lage ähnlich wie in der Kindheit empfindet und deren
Trostlosigkeit durch die regressive Erneuerung der infantilen Schutzmächte zu
verleugnen versucht.

Kurz gesagt: Religiöse Menschen kriegen es nicht auf die Reihe dass die Welt kein Märchenland ist und erfinden deshalb eine fiktive Vaterfigur (=Gott) die zumindest in ihrer Fantasie alles zum Wünschenswerten/Erwünschten wendet.

Ich denke, das ist der einzige Grund, warum Religionen von manchen "Gebraucht" werden.

Sie liefert bequeme Antworten auf viele Fragen, wenn man bereit ist sie einfach zu "Glauben" ohne weiter nachzufragen.

Sie tröstet, weil man meint, es gäbe ein Leben nach dem Tod, und man sieht alle seine liebsten wieder.

Am meisten aber weil die Menschen ihre eigene innere Kraft nicht fassen können. Wenn jemand z.B. betet um die Lösung für ein Problem zu finden, und dann eine Lösung findet, dann wird diese Lösung Gott zugeschrieben.

In Wahrheit kam die Antwort aber vom Menschen selbst, aus dem Unterbewusstsein. Aber viele können sich nicht vorstellen, das ihr Unterbewusstsein so etwas kann, und schreiben es daher eine "höheren Macht" zu.

Das gleiche bei Spontanheilungen. Das sind keine Wunder, sondern einfach die unglaublichen Heilungskräfte des Menschlichen Körpers.

Dann schau mal hier rein:

YouTube: erf mensch gott mediathek

Es ermüdet schon langsam etwas, aber ist weiss nicht, woher die Weisheit stammt, dass Gläubige die Religion nicht hinterfragen. Bei den Leuten, evangelisch-reformierte Christen, die ich kenne, ist es nicht so. Da kann über Bibelhinhalte zum Teil heftig gestritten werden.

Wie ist ein Text zu verstehen?

Was sagt er einem zum Leben heute?

 Muss man den Kontext mitberücksichtigen?

Gibt es Wunder oder sind es wissenschaftlich erklärbare Vorkommnisse?

usw. usw.

Das ist ja zum Teil auch ein Grund, weshalb Leute die Kirchgemeinde verlassen.

 

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@Bodesurry

Sorry, aber ich schau mir keine Videos an ;)

Ich sage übrigens nicht, das kein Gläubiger seine Religion hinterfragt. Ansonsten würden die Atheisten nicht immer mehr werden, aber für viele liefert es eben schon praktische Antworten.

Gestern z.B. habe ich "Die Tierklinik" geschaut, da war eine Familie mit 6 Kindern, und die haben sich im Wartezimmer über Gott unterhalten. Die Kinder haben angefangen, von der Evolutionstheorie zu erzählen, die sie gerade in der Schule lernen, und das z.B. das Steißbein ein Überrest des Affenschwanzes ist.

Der Vater meinte dann: Ja, das ist eine Theorie, an die manche Wissenschaftler glauben, aber wir glauben das nicht, wir glauben das Gott uns genau so gemacht hat, wie wir sind, weil er uns soo lieb hat.

Die Kinder haben dann weiter gefragt, und von der Ursuppe und vom Urknall erzählt, und dann kam vom Vater ein "ganz tolles" Beispiel:

"Guck mal, ich lege jetzt hier nichts hin, und nächste Woche kommen wir wieder, und dann liegen hier 20€. Kann das klappen? Nein oder? Aus nichts kann nichts entstehen, daher hat Gott uns gemacht"

Ich dachte echt ich spinne, und habe mich gefragt, wie man so.. so.. naja, so verdammt unwissend sein kann, und auch so wenig interessiert an Wissen. Diesem Menschen hat "Gott wars" für alles als Erklärung ausgereicht o.O

Ich meine hier aber auch nur die, die Religion "Brauchen" nicht die, die einfach aus Gewohnheit, Erziehung oder Tradition einer Religion angehören. Da besteht für mich ein großer Unterschied.

 

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@Bodesurry

aber ist weiss nicht, woher die Weisheit stammt, dass Gläubige die Religion nicht hinterfragen. B

Wenn man Religion hinterfragt, kann man kein Gläubiger mehr sein, denn man würde dann erkennen was für ein Lügenkonzept Religion ist.

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@wildcarts2

Genau, gläubige die ihren Glauben wirklich (ehrlich) hinterfragen, werden Atheisten ;)

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Menschen, die mit der Wirklichkeit nicht
zurechtkommen, können in der Religion
schon einen Halt finden. Es ist bestimmt
tröstlich, sich vorzustellen, dass z. B. ein
Verstorbener "im Himmel" ist und dass man
ihn dort womöglich irgendwann wiedersieht.

Vermutlich sind die jeweiligen Religionen,
zumindest die drei "Erlösungsreligionen",
aus diesem Grund erfunden worden.

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