In wie viele Länder als DDR-Bürger?

6 Antworten

Eigentlich konnte man damit in so ziemlich jedes Land reisen. Voraussetzung war allerdings das einem die Ausreise erlaubt war und man gegebenenfalls ein Visum des jeweiligen Staates hatte.

Spätestens ab Mitte der 80er Jahre war es nicht mehr nur Rentnern erlaubt in den Westen zu reisen. Meine Eltern war z.B: da bereites mehrfach in Westberlin. Da sie Beide gleichzeitig fahren durften war dann so eher eine Überraschung, damit hatten sie nicht wirklich gerechnet.

Für Jugendliche war die Chance in den "Westen" reisen zu können sogar besser als für den Durchschnitt der DDR-Bevölkerung. Jugendtourist hat zu der Zeit sein Angebot für Reisen in das NSW (Nicht sozialistisch Wirtschaftsgebiet) ständig erweitert. Ich war im Frühjahr 1990 im Saarland. Die Reise hatte ich bereits im Sommer 1989 gebucht und genehmigt bekommen, also noch vor der Öffnung der Mauer. Und Nein, ich war weder jemals in der Partei noch ein FDJ-Funktionär.

Tschechoslowakei, Ungarn, Rumänien und Bulgarien waren problemlos möglich, auch wenn du für die letzten 3 eine besondere Genehmigung brauchtest (die hast du aber meist bekommen). Nach Polen war es in den 80er Jahren schwierig wegen Solidarnocs. Zuvor kamst du auch dorthin nur mit Personalausweis. In die Sowjetunion konntest du nur mit Reisegruppe oder mit Einladung reisen, und dann durftest du dich nur dort, wo du angemeldet warst, aufhalten. Es gab aber auch Leute, die das System austricksten und dann dorthin eine wochenlange Entdeckungsreise machten.

Eine Zeitlang gab es auch Reisebüro-Reisen in die Mongolei, nach Vietnam und Kuba. Diese waren aber so teuer, dass man dazu schon gut verdienen oder lange sparen musste. Jugoslawien ging noch in den 60er Jahren, danach aber lange nicht mehr und vor allem nicht auf eigene Faust.

Und, wie hier schon geschrieben, gab es in den 80er Jahren auch Jugendtourist-Reisen in westliche Länder. Dazu musste man sich jedoch vorher anmelden und ein Genehmigungsverfahren durchlaufen. Eine Freundin von mir hatte damals auch schon eine Genehmigung für Finnland. Aber bevor es losging, fiel die Mauer.

Woher ich das weiß:eigene Erfahrung

PS.: Wenn du von 1988 redest, da hättest du, vor allem als junger Mensch, bei der Einreise nach Polen schon Probleme bekommen. Die DDR-Führung wollte nicht, dass der Solidarnocs-Virus auf uns überspringt und hat vor allem ihrer Jugend misstraut.

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@Claud18

Noch etwas: In den 80er Jahren gab es Reiseerleichterungen, wenn man zu Verwandten nach Westdeutschland fahren wollte - aber nur aus einem triftigen Grund: runder Geburtstag bei Älteren, Todesfall, Hochzeit usw. Das betraf jedoch nur Verwandte ersten und zweiten Grades - genehmigt werden musste es auch. Mein Vater durfte z. B. seine Tante zum Geburtstag besuchen, ich jedoch nicht, da es nur meine Großtante war.

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Prinzipiell wurde der Reisepass in sehr vielen Ländern anerkannt. Für manche Länder braucht man ein Visum. Ähnlich wie heute. Das Problem war nicht der Pass sondern die Vergabepraxis und die Genehmigung zur Ausreise

danke. Kannst du auch sagen, in wie viele Länder man als DDR-Bürger normalerweise reisen konnte?

In Bezug auf die Genehmigungspraxis der DDR-Behörden?

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Ein weiteres Problem war, an die für Auslandsreisen benötigten Fremdwährungen zu kommen.

Einfach so in eine Bank gehen und seine DDR-Mark in z.B. US-Dollar, Schweizer Franken, Österreichische Schillinge oder Pfund Sterling umtauschen konnte man nicht.

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@Rolf42

Mit dem "Reisepass der DDR" kam man schon weit. Nur - den bekamen die meisten DDR-Bürger nicht. Erst nach der Wende (noch vor der Maueröffnung) bekam ihn jeder.

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Wer kein Rentner war, der durfte nur innerhalb des Ostblocks reisen. Aber auch dort durfte man nicht überall hin. Zum Beispiel durfte man die Sowjetunion nicht allein und auf eigene Faust kreuz und quer bereisen. In der Regel waren nur Gruppenreisen in ganz bestimmte Städte erlaubt.

Ganz allein durfte man nach Polen, in die CSSR, Ungarn, Rumänien und Bulgarien. Nach Kuba durfte man auch, aber das war schon wieder nicht mehr ganz so einfach. Dafür musste man viele Bedingungen erfüllen und eventuell auch lange darauf warten. Es gab einfach keine Regeln an denen man sich festhalten konnte um nach Kuba zu reisen. Bei manchen ging es auch ganz schnell, bei anderen dauerte es ewig.

Reisen in den Westen gab es nur Ausnahmsweise zum Beispiel für Künstler oder Wissenschaftler. Man musste schon einen sehr guten Grund vorweisen, wenn man in den Westen wollte. Für die meisten Bürger gab es keinen Grund den die Stasi gelten ließ. Sie durften nicht in den Westen, denn genau für sie hatte man die Mauer gebaut.

In fast alle sozialistische Staaten, nach Jugoslawien wurde selektiert.

Ins westliche Laender unter gewisse Bedingungen wie besondere Anlaesse, Rentner und Primivilierte.

Privilegierte, ich war keiner, deshalb-------.

Nach 1961.

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