In wie fern hängt die Absicht mit der Fahrlässigkeit zusammen?

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4 Antworten

Absicht, definiert als "zielgerichteter Wille" ist für eine moralische oder unmoralische Handlung meiner Meinung nach nicht erforderlich.

Wenn man mit niedrigem Alkoholpegel Auto fährt, aufgrund der verschlechterten Reaktionszeiten dann jemanden tot fährt, dann wird das in aller Regel als fahrlässige Tötung durchgehen. Jedenfalls hat man nicht zielgerichtet jemanden angefahren.

Aber es gibt auch bewusste Fahrlässigkeit. Wenn man aber im Bewusstsein, dass man andere gefährden könnte, auch wenn man es nicht will, etwas macht, dann finde ich das schon unmoralisch.

Genauso, wenn man sich z.B. jedes Jahr ein neues Handy kauft. Dafür werden Rohstoffe verbraucht, deren Abbau große Umweltschäden verursacht und auch Kinderarbeit bedingt.

Das will man dann natürlich nicht. Aber letztlich ist es einem egal, das Handy ist einem wichtiger. Lässt sich gut als unmoralisch einstufen.

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Hm. Etwas vom Balkon werfen wäre fahrlässig, aber ohne Absicht dahinter. Man denkt "was wäre..." und lässt in dem Moment bereits los. Es war ein spontaner Impuls.

Absicht wäre, wenn man denkt "ach da unten läuft der alte ekelhafte Herr Müller, dem zeig ichs jetzt" und dann mit Absicht den Gegenstand gezielt fallen lässt.

Fahrlässig handelt man auch, wenn man immer wieder "vergisst", seine Bremsen reparieren zu lassen und dann deswegen ein Unfall passiert, welcher mit neuen Bremsen vermieden worden wäre.

Es steckt keine Absicht dahinter, das Gegenüber zu Brei zu fahren.

Hoffe, du konntest meiner Argumentation folgen.

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Kommentar von Manuel129
20.03.2016, 12:31

aber man entscheidet sich doch dafür etwas wenig Bedeutung beizumessen, obwohl man sich der möglichen Konsequenzen bewusst ist.

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Kommentar von ichweisnix
21.03.2016, 22:15

Etwas vom Balkon werfen wäre fahrlässig

Das Werfen selbst ist zunächst mal vorsätzlich.

Fahrlässig wäre das Treffen von Herrn Müller, wenn man beim Werfen darauf vertraut hat, das man niemanden trifft.

Genauso wäre es fahrlässig, wenn einen bei der Arbeit auf den Balkon aus der Hand fällt.

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Fahrlässigkeit ist das Außer-Acht-Lassen der erforderlichen Sorgfalt

Auch hier treten also eine moralische Komponenten auf, nämlich einerseits die gebotene Sorgfalt, um Schaden von anderen abzuwenden, und andererseits das Einstehenmüssen, also die Verantwortung für das, was man durch sein Handeln bewirkt -- gerade auch dann, wenn die Folgen fahrlässig herbeigeführt wurden.

Fahrlässige Folgen werden nie absichtlich herbeigeführt, denn dann nennt man sie Vorsatz. 

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Mit Absicht = vorsätzlich

Aus Versehen, nicht richtig aufgepasst, also ohne Absicht = fahrlässig.



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