In welcher Höhe dürfen Mahngebühren berechnet werden?

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1 Antwort

Die Antwort auf die Frage ist gar nicht so schwer:

Mahngebühren sind erlaubt, sobald die Notwendigkeit einer Mahnung gegeben ist und dabei Kosten entstanden sind. Die Höhe sollte sich nach den Auslagen richten, die einem für Porto und Versand (normaler Brief, Einschreiben, Einschreiben mit Rückschein, Versand aus dem Ausland, etc.), Fax, Telefon, beigefügte Kopien, usw. entstanden sind. Einschreiben mit Rückschein kostet halt nunmal mehr als ne Briefmarke. Es bleibt immer noch in der Entscheidungsfreiheit des Gläubigers die Höhe und die Einforderung einer Mahngebühr zu bestimmen. Sollte es zur Klage gegen den Schuldner kommen und neben der Hauptforderung und den Verzugszinsen auch die Mahngebühr eingeklagt werden, wird das Gericht entscheiden, ob die Mahngebühren angemessen waren. Wer also zuviel verlangt, kann darauf auch sitzen bleiben und unter Umständen die Klage diesbezüglich verlieren. In der Praxis haben sich Mahngebühren von 0-20 Euro bewährt. Unter Geschäftspartnern/Händlern wird aus Gründen der Kulanz meist keine oder nur eine geringe Mahngebühr bei der ersten Mahnung verlangt.

Mahngebühren dürfen auch von Privatpersonen verlangt werden. Nehmen wir an, der Mieter Ihrer Eigentumswohnung zahlt nicht. Selbstverständlich dürfen bei Mahnung Mahngebühren verlangt werden.

Die Mahngebühren berechnen sich nicht nach der Zeit, die Sie als Psychotherapeut gebraucht haben. Sie verlangen bei Rechnungsstellung schließlich auch keinen Extraposten für das Führen einer Patientenkartei. Dass Sie Mahnen müssen liegt nunmal im Risiko eines Selbstständigen. Falls es Ihnen um die verlorene Zeit geht, dann geben Sie doch einfach die Einforderung des berechtigten Rechnungsbetrages ab Verzug des Schuldners an einen Rechtsanwalt ab. Diese Kosten des Rechtsanwaltes muss der Schuldner dann nämlich ersetzen.

Eine wirklich gute Antwort. Vielen Dank.

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