In welcher Branche soll ich arbeiten?

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4 Antworten

Hallo Brezel74, aus Deiner Frage lassen sich eine ganze Menge verschiedener Wege ableiten - und Du selbst kommst bestimmt auf noch viel mehr Ideen. Ich fang mal an:

1) Wenn Dich Pädagogik so sehr interessiert, dann könntest Du ein Fern- oder Präsenzstudium Pädagogik machen: In der Lebensmitte noch mal studieren, das gibt vielleicht den "Antrieb", den der Mensch braucht, um bis 65 durchzuhalten - ohne Begeisterung kann das schwierig werden. Je nach Art des Studiengangs könnte sich die spätere Arbeit dann gestalten: mehr mit Kleinkindern arbeiten, z.B. ein einer Krippe, oder mit Jugendlichen, oder mit Familien in einer Beratungsstelle? Auf jeden Fall würde ich mir an Deiner Stelle ein Mal "erlauben", Deinen Neigungen nach zu gehen!

2) Es gibt berufsbegleitende Erzieherinnen-Ausbildungen. Darüber wird wenig geschrieben, aber ich kenne 2 Leute, die das gerade machen bzw. gemacht haben. Diese Menschen haben entweder schon einen Job in einer KiTa, oder selbst Kinder groß gezogen und machen parallel in paar Tage Praktikum die Woche. Zusätzlich gibt es dann 1 Abend Unterricht die Woche und ab+zu ein Wochenende. Es gibt Kurse, die auf diese Prüfung vorbereiten. Die Bundesländer gehen mit diesem Thema unterschiedlich um, aber da es einen großen Bedarf gibt, wird die Zahl dieser Prüfungen und Kurse auch steigen:

http://www.erzieherin-online.de/beruf/ausbildung/nichtschueler.php

3) Erzieherinnen arbeiten in vielen Berufsfeldern, auch in Kinderheimen, mit psychisch kranken Erwachsenen oder in Beratungsstellen. Informiere Dich doch mal, welche Berufsfelder es dort gibt, z.B. im Berufsberatungszentrum oder bei der GEW, und dann überlege Dir, welches Arbeitsfeld für Dich in Frage käme: vielleicht "springt" Dich ein Feld direkt an?

4) Mir fällt gerade ein: In meinem Wohnort werden gerade Kursleiterinnen gesucht, die jungen Eltern bei der Umstellung nach der Geburt des 1. Kindes helfen. Dafür soll man aber eine pädagogische Ausbildung mitbringen oder Krankenschwester sein. Das ist nicht unbedingt ein Vollzeit-Job, aber bestimmt interessant - und man lernt Tausend Leute kennen, manchen Menschen gefällt das :-)

5) Überlege mal: Willst Du lieber mit Kindern oder alten Menschen arbeiten? Oder mit Menschen mit Föderbedarf? Dann käm nämlich auch Altenpflegerhelferin oder Ergo-Therapeutin in Frage, oder sogar direkt Altenpflegerin. Auf jeden Fall viel Erfolg und Spaß auf Deinem Weg, die Arbeit sollte nämlich auch Freude machen!

Brezel74 19.09.2014, 16:26

Hallo aida99,

vielen Dank für deine Antwort. Ich gehe einfach mal der Reihe nach auf deine Vorschläge ein.

Zu 1. Wie ich ja schon oben geschrieben hatte, habe ich hier noch Lernbriefe zu einem Pädagogik-Fernkurs zu liegen, die ich auch noch beenden möchte. Ich hatte den Kurs nur immer nach hinten geschoben, weil ich dachte der Fachwirt ist das bessere weil ich ja aus dem kaufmännischen Bereich komme, aber glücklich bin ich damit nicht. Ich habe mich ja eigentlich auch schon für das Fernstudium Bildungswissenschaften angemeldet, aber wieder überlegt es abzumelden, weil ich mir so unsicher bin.

Der letzte Satz hat mich etwas gerührt, danke das du geschrieben hast ich soll meinen Neigungen nach gehen. das Problem ist nur, das ich meinen Weg in Gedanken schon gegangen bin, aber mir der Mut fehlt ihn in die Realität umzusetzen.

Zu 2. und 3. Von der berufsbegleitenden Erzieherausbildung habe ich auch schon gehört, es ist aber so man findet relativ schnell eine Bildungseinrichtung wo man den Unterricht absolvieren kann, aber eine pädagogische Einrichtung zu finden die einen in der Zeit einstellt, ist eher schwierig. ich wohne in Berlin. Mit psychisch erkrankten Menschen wollte ich bis vor ein paar Jahren gern arbeiten, aber durch einige Schicksalsschläge bei mir, bin ich davon weg.

Zu 4. Das mit der Kursleiterin hört sich sehr interessant an.

Zu 5. Das ist ein guter Denkanstoß, so habe bin ich da noch nicht ran gegangen. Mich erstmal zu fragen wo, mit wem und was ich arbeiten möchte. Also ich weiß das ich nicht mit alten Menschen arbeiten möchte, weil ich wäre wahrscheinlich viel zu lieb, ich würde sie wahrscheinlich viel zu sehr verwöhnen. Ich habe vor ein paar Jahren mal für 7 Monate in einer Schwangerenberatungsstelle gearbeitet, als Aushilfe das hat mir sehr viel Spaß und deshalb würde ich gern wieder in einer Beratungsstelle arbeiten. Danke.

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aida99 20.09.2014, 10:45
@Brezel74

Hallo Brezel74,

es freut mich, wenn ich ein wenig helfen konnte. Zu Deiner Antwort sind mir wieder ein paar Dinge eingefallen:

Erzieherinnenprüfung als Externe: die Bekannte von mir, die diese Ausbildung gerade macht, arbeitet für den praktischen Teil als Tagesmutter bei einer anderen Tagesmutter - ich denke, solch einen "Job" bekommt man VIIIEL leichter als einen entsprechenden Job in einer KiTa. Denk doch mal über das Thema "Tagesmutter" nach - nicht als Lösung Deines Problems, sondern als Übergang.

Studium: Wenn Du Dich nicht um Deine eigenen Wünsche kümmerst - wer mach es dann? Meist lautet die Antwort: niemand, weil niemand Deine Wünsche so gut kennt wie Du. Das Arbeitsamt wird Dich nicht zu einem Studium drängen, sonst wahrscheinlich auch niemand. Dagegen wird es genügend Leute geben, die sagen: "Warum tust Du Dir das in Deinem Alter an?" Anstrengung wird hierzulande leider oft negativ gesehen - andererseits hat man ohne Arbeit "vor anderen" auch ein Problem. Das ist eine verdrehte Situation, durch die man sich aber nicht verrückt machen lassen darf.

Aber ein Studium ist ja mehr als eine Weltreise oder ein Sammelleidenschaft: Es öffnet einem oft den Weg in eine interessantere, besser bezahlte berufliche Zukunft. Und in Deinem Fall führt es zu Zufriedenheit und nebenbei zu mehr Bildung (es gibt viele Menschen, die sich freuen, sich weiterbilden zu dürfen - vor allem, wenn sie schon mittelalt sind und gar nicht mehr damit gerechnet haben).

Was mit dem Studium hinterher machen? In Berlin gibt es ja viele soziale Einrichtungen. Ich kenne etliche studierte Pädagoginnen, die als Erzieherinnen in KiTas oder Kinderheimen arbeiten: einerseits sind sie dafür "überqualifiziert", aber wenn Du andererseits das Studium aus Deinem innersten Wunsch heraus machst, dann ist dieser Punkt am Ende doch egal: Du bekommst einen "Schein", mit dem Du hinterher in einem Beruf arbeiten kannst, der Dir voraussichtlich Freude machen wird. Und vorher bekommst Du Dein Traum-Studium... zumal Du Dich anscheinend nicht stressen musst, wo die nächste Miete herkommt. Das ist doch eine tolle Chance!

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Vorab: Du wirst bei einem Bewerbungsgespräch gut erklären müssen, was Du mit den ganzen Fachrichtungen bzgl. der Weiterbildungen bezweckst, sonst wirkt es ziel- und planlos.

Als erstes solltest Du dir eine Prioritätenliste über deine Wünsche erstellen. Psychologische Kenntnisse lassen sich in allen Berufsfeldern verwenden. Für Führungskräfte und bei Projekten ist das gut zu gebrauchen.

Ansonsten suche dir Unternehmen mit einer grossen Bandbreite ab Jobs. So genannte Verbundgruppen oder auch Einzelhandelsketten sind da z. B. gute Anlaufstellen. Bei denen kannst Du auch gut via Praktikum un alle Bereiche reinschnuppern.

In welcher Gegend suchst Du denn?

Brezel74 19.09.2014, 16:40

Hallo lfm001,

vielen dank für deine Antwort. Na so viele Fachrichtungen sind es ja nicht, die Umschulung zur Kauffrau im Groß- und Außenhandel musste ich damals vom Amt aus machen, das ist ja im kaufmännischen Bereich genauso wie meine Ausbildung zur Einzelhandelskauffrau, der Handelsfachwirt den ich machen wollte ist ja eine Stufe über der Einzelhandelskauffrau. Und meine Fachhochschulreife ist mir für Handel angerechnet worden.

Das ist war, ich muss mich unbedingt hinsetzen und genau überlegen wo ich hin will und was ich will. Ich habe heute mir auch den ganzen Tag den Kopf zerbrochen warum ich so kopflos bin und nicht weiß wo ich hin will, ich glaube es hat vielleicht auch etwas damit zu tun, meine beiden Kinder sind jetzt raus der Schule, es gibt keine Hausaufgaben mehr die man mal zusammen macht, sie machen jetzt mehr ihr Ding und ich muss mich jetzt auch wieder irgendwie neu finden, klingt irgendwie komisch, aber ich glaube das trifft es ganz gut.

Ich wohne in Berlin.

LG Brezel

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Hast du schon mal drüber nach gedacht, Berufsschullehrerin (in deinem erlernten Zweig) zu werden? Über die Schiene des zweiten Bildungswegs kannst du echt Glück haben. Mir wurde es damals direkt von der Berufsschule angeboten, als ich meine 2. Ausbildung (mit 32) gemacht habe. Frage doch einfach mal beim Direktor einer Berufsschule nach, wie da der Weg ist.

Vielleicht ist das ja auch etwas für dich.

Brezel74 19.09.2014, 16:34

Hallo XXungerechtXX,

vielen Dank für deine Antwort. Ich hatte darüber nachgedacht als Dozentin an einer VHS anzufangen, weil ich die Information hatte das man als nicht studierte Lehrkraft an einer Schule nicht arbeiten darf. Ich hatte auch gedacht in der Erwachsenenbildung anzufangen als Dozentin, sprich bei Bildungseinrichtungen die Umschulungen anbieten, aber ich habe mich bis jetzt noch nicht getraut den Schritt zu gehen. Arbeitest du als Berufsschullehrerin?

LG Brezel

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XXungerechtXX 19.09.2014, 20:57
@Brezel74

Als Dozentin solltest du aber unbedingt den pädagogischen Teil haben (sprich die Ausbilder Eignungsprüfung ADA). Das halte ich für unabdingbar. Ich habe diese "Möchtegern-Lehrer" bei der VHS gehasst. Klöppeln in der Toscana.....

Nein, ich arbeite nicht als Berufsschullehrerin. Ich habe 2000 noch meine Prüfung zum EHK gemacht und mich 2005 selbstständig gemacht. 2001 haben wir ein neues Geschäftsgebäude gebaut und 2002 haben wir eröffnet. 2005 habe ich das dann übernommen von meinen Eltern.

Als ich 2000 die Prüfung mit Auszeichung des Landes bestanden habe, bat mir die Berufsschule an, noch ein 1 Jahr ein "Studium (Aufbaulehrgang)" zu machen und dann als Fachlehrerin einzusteigen...hätte mich gereizt.

Es war einfach nicht die richtige Zeit. Ich habe aber 12 Jahre in der Erwachsenenbildung gearbeitet Bei der DAA, IWK, VHS und IHK. War auch bei der IHK als Pfüfer tätig für Groß/Aussenhandel und Einzelhandel sowie für ADA.

Wenn du den ADA machst, hast du das pädagogische Rüstzeug und brauchst keine Angst mehr haben, das gibt Sicherheit.

Ich habe auch im Rahmen einer Forschungsarbeit, in Zusammenarbeit mit dem Bildungsministerium und der Bundeswehrakademie in einem Team gearbeitet, dass ein Buch herausgebracht hat für Lehrkräfte....hat unheimlich Spaß gemacht.

Ich hätte nie gedacht, dass das alles möglich ist....ich habe Hauptschulabschluß.... Das hat mir so viel Selbstvertrauen gegeben....

Mach es, hab keine Angst davor!

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Ganz schwer...aber vielleicht solltest Du einfach mal anfangen Dich irgendwo
zu bewerben. Spätestens dann wirst Du merken WAS man überhaupt auf dem
Arbeitsmarkt noch "Wert" ist. Du bist lange raus. Eine Woche lang wieder
von morgens bis abends "zu arbeiten"...das wird nicht jedem leicht fallen.

Brezel74 19.09.2014, 16:29

Hallo Koifrau,

danke für deine Antwort. Ich bin schon die ganze Zeit am Bewerbungen schreiben und verschicken, aber entweder kommen nur absagen oder gar keine Rückmeldungen. Ich bewerbe mich auf alles wo ich denke nur einen Hauch an Chance zu haben, Minijob, Teilzeit und Vollzeit, im kaufmännischen, Büro oder auch sozialen Bereich. Ich habe bis letztes Jahr August in meinem alten Beruf auf 400 € Basis gearbeitet.

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