In welchen Bereichen haben sich minderwertige Technologien durchgesetzt?

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4 Antworten

zum Beispiel Video 2000, qualitativ deutlich unterlegen war.

Da müssen wir uns nun mal aber ganz genau den Begriff "Qualität" anschauen. Das ist nämlich ein sehr vielschichtiger Begriff. Was der eine als Qualität ansieht, ist dem anderen total schnuppe. Und gerade bei den Video-Systemen besteht die Qualität des Systems aus verschiedenen Aspekten. Von der technischen Qualität her war Video2000 und Betamax dem VHS-System sicherlich überlegen, allerdings gab es für VHS ein wesentlich größeres Filmangebot. Und die Anzahl/Auswahl der verfügbaren Filme ist nun mal ein gewichtiges Qualitätsmerkmal. Was hast Du von einem fantastischen Ton und perfektem Bild, wenn Du kaum Filme dafür bekommst. Ein System mit mittelmäßiger Technik und gutem Filmangebot kann in Summe eine höhere Qualität für den Nutzer darstellen als ein System mit fantastischer Technik und schlechter Auswahl.

Hallo,

Der Formulierung des Fragestellers entnehme ich, dass es ihm um die technische Qualität geht und die Gründe, die dazu führen, dass die bessere Technik auf der Strecke bleibt.

Zu Beginn der Realisierung der Videorecordertechnik, bezahlbar für jedermann, gab es noch kein nennenswertes Angebot an Filmen (auf allen Seiten). Auch als der Kampf losging, welcher potentielle Hersteller zu überzeugen war, sich für das eine oder das andere System zu entscheiden, hielten sich die Rechteinhaber der Filmindustrie noch zurück. Erst als die VHS-Gruppe es schaffte, die meisten Hersteller durch überaus geschickte und billige Lizenzvergabe in ihr Boot zu holen, setzte die Filmindustrie auf diese Technik und schuf in kurzer Zeit ein deutlich größeres und preiswerteres Angebot an sehenswerten Filmen auf VHS.

Das größere Filmangebot war also nicht die Ursache für den Siegeszug der VHS-Technik, sondern die Folge. VHS hatte in dem Augenblick gewonnen, als klar zu erkennen war, dass die sich gerade gebildete VHS-Allianz wirtschaftlich erfolgreicher sein würde, und in diesem Fall hat eben nicht David gewonnen, sondern Goliath....

Grüße

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Das bekannteste Beispiel sind die Videorekorder-Systeme Betamax und VHS. Obwohl Betamax technisch wesentlich besser war, hat sich VHS durchgesetzt.

Vielleicht bei den Fernsehern!

LCD hat sich gegen Plasma durchgesetzt. Plasma hat die bessere Bildqualität/ Kontrast, aber LCD verbraucht weniger Strom.

Da müsst man an Monopolisten denken, die bestimmte Sache in bestimmten Marktsegmenten durchgedrückt haben.

Kaffee war früher auch besser. Die Deutschen wurden nach dem 2. Weltktrieg systemaschtisch an schlechteren Kaffee gewöhnt.

Was ist mit den Zahnriemen bei den Autos? Heute werden immer mehr Zahnriemen verbaut. Früher hatten die Autos "Steuerketten", die mussten man nicht tauschen, und hielten länger!

Ich denke, der Verbrennungsmotor ist das beste Beispiel. Hybridfahrzeuge sollten schon lange die Zukunft sein, aber der Ölmarkt ist einfach zu stark.

Ebenfalls ist hier Nikola Tesla und sein Wechselstrom/Drehstrom zu nennen, der eigentlich die deutlich bessere Technologie vorliegen hatte, sich aber aus unbekannten Gründen nicht gegen den Gleichstrom durchsetzen konnte. Warum weiss ich auch nicht.

Also der Wechselstrom hat sich quasi durchgesetzt! Du hast Wechselstrom in der Steckdose!

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Du hast recht, ohne es zu wissen, denn: zu anfang der Automobilität waren der größte Teil der Autos batteriebetrieben. Nur hat sich irgendwann der Verbrennungsmotor durchgesetzt -leider! Denn streng genommen ist ein Verbrennungsmotor -als reiner Antriebsmotor genutzt- eine Fehlkonstruktion, da er so viel Verluste (z.B. in Form von Abwärme) produziert, dass er gekühlt werden muss (und das nicht zu knapp; mit einem Benzinmotor aus einem Auto kann man locker 100m² Wohnfläche heizen) und im Endeffekt bestenfalls 36% der Energie, die im Kraftstoff enthalten ist, den Weg bis auf den Apshalt schafft. Der Rest geht an Reibung und Abwärme verloren.

Etwas besser sieht es hingegen bei der Nutzung von Verbrennungsmotoren in Blockheizkraftwerken (BHKW) aus, denn dort produziert er -an einen Generator angeschlossen- elektrische Energie vor Ort, also ohne die großen Leitungsverluste der konventionellen Stromversorgung und nebenbei entsteht noch (Ab)Wärme, mit der die Wohnung bzw. das Warmwasser geheizt werden kann.

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@Franek

vollkommen richtig, alle Fakten stimmen. Weißt du, was aus den Plänen von VW geworden ist, kleine Generatoren mit preiswerten Motoren aus deren Fahrzeugproduktion zu kombinieren und sie als Klein-BHKW in großen Stückzahlen auf den Markt zu bringen?

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