In welchem Maße sind Überstunden gerechtfertigt und wie sind sie abzubauen/auszubezahlen?

4 Antworten

Vom Fragesteller als hilfreich ausgezeichnet

Je nach dem anzuwendenden Tarifvertrag Deiner Leihfirma ( meist IGZ oder BAP / DGB ) gibt es zu Deinem Arbeitsvertrag auch einen zugehörigen Mantel-Tarifvertrag, der in der Niederlassung Deiner Leihbude auch jederzeit zur Einsicht bereitliegen muss. Dort ist dann u.A. auch näher beschrieben, wie Mehrarbeit, Überstunden , Überstundenzuschläge etc. und das Zeitkonto zu behandeln sind.

Grundlegend muss sich Dein AG aber auch an das Arbeitszeit-Gesetz halten, welches bei einer regulär im Vertrag vereinbarten 5-Tage Woche eine Wochen-Arbeitszeit von 40 Stunden vorsieht. 

Mehrarbeit / Überstunden dürfen sich im Ausnahmefall zeitweise auf max. 60 Stunden pro Woche aufsummieren, wenn hier binnen 6 Monaten durch Freizeitausgleich ein mittleres Arbeitspensum von 40 Wochenstunden erreicht wird.

Pro Halbjahr dürften also grob vereinfacht betrachtet 3 Monate mit je 4 x 60 Wochenstunden vorkommen, wenn dafür die restlichen 3 Monate im Ausgleich je nur 4 x 20 Stunden gearbeitet wird. ( dieses jetzt als reines Beispiel )

Wenn ich mich weiters nicht irre, müsste Dir nach einer Woche mit 7 aufeinander folgenden Schichten ( Vollzeit ) zudem direkt im Anschluss ein Freizeitausgleich von 2 aufeinanderfolgenden Tagen zustehen. 

Bezüglich Deiner Rechnung wärest Du in Anlehnung des Arbeitszeitgesetzes momentan 16 Stunden über Soll. ( 35 × 8 + 56 - 40 × 8 = 16 ) die gemittelte Wochenzahl pro Monat wird mit 4 gerechnet . 

Wenn Du nächsten Monat also nochmals über insgesamt 160 Stunden kommst, dann muss Dir Dein AG in den darauf folgenden 3 Monaten gewähren, insgesamt höchstens noch auf 480 - 16 - ( 160 - 160-x für August ) zu arbeiten.

Vielen Dank für deine ausführliche Antwort! Mein Betrieb ist Mitglied der IGZ und hat den IGZ DGB Tarifvertrag. In meinem Arbeitsvertrag wird auf den Tarifvertrag bezüglich der Regelungen der Arbeitszeit verwiesen. Laut Tarifvertrag, wenn ich mich jetzt nicht irre, ist eine wöchentliche Arbeitszeit von 35 Stunden festgelegt. Das bedeutet ich mache planmäßig jeden Tag eine Überstunde + jede weitere Schicht die ich zb an einem Samstag oben drauf legen muss. Wenn ich dich also richtig verstanden habe, ist dies am Stück zb über einen Zeitraum von mehr als drei Monaten nicht zulässig? Was mir übrigens noch zusätzlich aufgefallen ist: Die 8 Stunden dauernden Schichten haben keine gesetzlichen Pausenzeiten, welche ja eigentlich ab einer Schichtlänge die 6 Stunden übersteigen vorgeschrieben sind. Es gibt zwar in der Regel genügend Zeit zwischendurch um ins Brötchen zu beißen oder einen Kaffee zu holen aber man kann keine Pause am Stück nehmen. Darüber beschwert sich natürlich niemand, weil die 8 Stunden voll bezahlt werden... Aber soweit ich weiß müsste der Betrieb sich ja eigentlich dennoch daran halten.

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@Hank22

Dein Tarifvertrag benennt in diesem Falle ja nur die Mindest-Arbeitszeit pro Woche, für Die Dein Arbeitgeber im mindesten Fall im eigenen unternehmerrischen Risiko der Verfügung auch direkt Dir gegenüber einstehen müsste. 

Hätte der AG ( Deine Leihfirma ) zeitweise mal weniger als 4x35 Stunden im Monat Beschäftigung für Dich, müsste er aber dennoch mindestens den Monat mit 4 x 35 Euro vertraglich vereinbartem Grundlohn vergüten. Ob und wann dann zum Ausgleich für den unverschuldeten Ausfall an Beschäftigungszeiten etwas vom Zeitkonto abgezogen werden darf, regelt Dein IGZ-Manteltarif.

Natürlich arbeitest Du mit z.B. regelmässig ~ 40h pro Woche bislang schon mehr als die vertraglich vereinbarten Regel-Arbeitsstunden, aber hier regelt dann auch Dein AV / MV, ab der wievielten Stunde pro Tag ( gemittelt 7 h/D bei 5 Tagen ) dann direkt Überstundenzuschläge oder bei regelmässig anfallender Einsatzzeit über 5x7h /D Zuschläge fällig werden )

Das Bundes-Arbeitszeitgesetz deckelt hier ja wie beschrieben nur die tatsächlich rechtskonformen Beschäftigungszeiten in täglichen Überstunden / regelmässiger Mehrarbeit über die Vereinbarungen in Deinen AV / TV hinaus.

Mit den Pausenzeiten an sich hast Du natürlich Recht im Bezug auf festgesetzte Mindest-Pausenzeiten ( zusammenhängend ) bei Netto-Schichtzeiten > 6 Stunden hinaus.

Da hast Du jetzt Deine eigene Zwickmühle. Recht haben und Recht bekommen sind hier leider stets ein ganz schwieriger Grat, wenn Deine Leihbude da nicht 100% hinter Dir steht. ( Deine Leihfirma wäre diesbezüglich dann auch Dein ERSTER Ansprechpartner als direkter Arbeitgeber )

Im Kundenbetrieb kannst Du ganz schnell mal abgemeldet werden, wenn Du gegen den dortigen Strom zu schwimmen versuchst. :-(

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@Parhalia2

Vielen Dank für deine ausführliche und verständliche Erläuterung :) Ich denke ich werde das ganze erstmal so mitspielen und mich nebenher nach einem vernünftigen Arbeitgeber, welcher nichts mit Zeitarbeit zutun hat, umsehen! Auch wenn das leider in der heutigen Zeit sehr schwierig zu sein scheint...

Ich hasse diese Leihbuden. Man kann kaum mal etwas unangenehmes ansprechen, ohne Angst davor haben zu müssen Abgemeldet zu werden. Das der deutsche Staat soetwas zugelassen hat, ist ein Schlag ins Gesicht für jeden und jede Gewerkschaft, die je für Rechte von Arbeitnehmern gekämpft hat. Hauptsache die Gewinne der Unternehmen stimmen.

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@Hank22

Gerne geschehen und THX für die Auszeichnung. 😉

Ich war zeitweise auch mal in den Händen dieser leidigen "Zuhälter" und weiss somit genau wovon Du sprichst. Vor 2002 hatte ich als Helfer in einer Leihfirma sogar einen höheren Stundenlohn, als ( dank Schröders Agenda 2010 ) zuletzt 2007 als Facharbeiter ... 😎

Wenn die Kohle stimmt, gibt es an freiwilliger Mehrarbeit noch nicht mal was auszusetzen.

Einfach kontinuierlich nebenbei immer weiter Bewerbungen an die Betriebe streuen.

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@Parhalia2

Sehr gerne, hast sie dir verdient :D Tja, wenn sich das denn Geld-technisch wenigstens lohnen würde... Das werde ich tun. Vielen Dank für deine Auskunft

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@Hank22

Gerne geschehen und viel Erfolg mit Deinen Bewerbungen. ☺

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Das steht doch eigentlich in deinem Vertrag.

Die Höhe des Stundenkontos (bei mir waren das z. B. 150 Stunden, erst dann wurde ausbezahlt) sollte dort zu finden sein.

Wir hatten dann auch Zettel auf denen wir Urlaub oder Freizeitausgleich beantragen konnten.

lass dir die stunden auszahlen und wer weiss wie lange du da noch arbeitest...sklaventreiber halt eben...bin da schon lange drüber weg und bin viel glücklicher :D

lass dir die stunden auszahlen und wer weiss wie lange du da noch arbeitest

Der Arbeitgeber will das aber nicht; auch nicht der Entleiher.

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