In welchem Alter sollten Kinder "flügge" werden und von zuhause ausziehen?

28 Antworten

Ich mit 19 wegen dem Studium, mein Mann mit 20. Unser Sohn mit 19. Die Tochter bleibt noch länger, das ist schon abzusehen.

Aber es ist sooooo schön selbständig zu sein, gerade in dem Alter, mit dem Wissen, man hat liebende und hilfreiche Eltern im Hintergrund. So ein gutes Gefühl und auch wenn die Eltern noch so lieb sind, man will doch danach nicht mehr nach Hause ziehen.

Deshalb auch für mich: Liebevolles-aus-dem-Nest-schubsen und moralische Unterstützung lebenslang. Das tut allen gut und auch der persönlichen Entwicklung und dem Selbstvertrauen der Kinder. Deshalb auch für mich: Mit eigenem Einkommen ein eigenes Leben.

Ob der eine oder andere die Nestwärme noch ein paar Jahre länger braucht, ob er ein Umfeld von lieben Menschen braucht... Das ist auch sehr wichtig, daran muss man rechtzeitig arbeiten. Keinen Einzelgänger rausschmeißen und dann alleine lassen, das geht nicht. An die persönliche Entwicklung seiner Kinder muss man schon auch denken. Nur muss das Kind das irgendwann selber leisten, eigene soziale Kontakte bilden und aufrecht erhalten, in eine WG ziehen...

Hast du sehr schön geschildert! Für dich ein DH!

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sehr schöne Antwort, Wurzel verleihen und Flügel schenken. Habe ich mal irgendwo gelesen. DH

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Ich bin mit 21 Jahren ausgezogen, obwohl meine Mutter das damals nicht wollte und sie meinte ich schaffe das nie mit dem eigenen Haushalt und dem eigenen Geld einteilen und es sei so schwer und hart und .... Als ich dann meine eigene Wohnung hatte war es am Ende garkein Problem, klappte sogar viel besser als Zuhause, da ich mir alles selber einteilen konnte und nicht mehr die Eltern rumkommandierten. Also trau deinen Kindern was zu, auch wenn es so scheint, als seien sie noch nicht reif, das täuscht.

Ich bin eher unfreiwillig mit 19 ausgezogen da mein Vater weiter weg gezogen ist und ich bleiben und meine Ausbildung fertig machen wollte... Bereit war ich dazu damals absolut nicht, ich habe dann im ersten Jahr in ziemlich heruntergekommenen WG's gewohnt, meine komplette Wäsche blau gefärbt weil ich keine Ahnung vom Waschen hatte und hatte nie wirklich was zu essen im Haus - geschweige denn was gesundes. Ohne regelmäßige Care-Pakete meiner Verwandschaft hätte es übel ausgesehen - habe zu diesem Zeitpunkt nur knapp 600 DM in der Ausbildung verdient + Kindergeld 200 DM, - musste aber alles selbst zahlen. Trotzdem bin ich heute mit über 30 für diese Zeit dankbar, - es war der berühmte Wurf ins kalte Wasser mit allen Konsequenzen. Wer mal eine zeitlang in einer Bude gehaust hat, bei der es durch die Decke reinregnet, zusammen mit einem Typen frisch aus dem Knast, einer "ewig" Arbeitslosen und nem (sehr netten) Heavy Metal Fan die nur am Saufen sind - in der du jede Nacht dein Zimmer absperrst und mit nem Baseball Schläger im Bett liegst, weil sich draussen im Flur ein paar Sturzbesoffene Typen prügeln die du noch nie im Leben gesehen hast, zum wiederholten Mal die Polizei auf der Suche nach Drogen die Türe eintritt.... - ja dann lernst du zu schätzen was es heisst ein gewisses Maß an Wohlstand dein eigen zu nennen und es lehrt dich vor allem eine gewisse Demut die ich bei vielen jungen Menschen heute sehr vermisse.

Alles was ich oben geschrieben habe, habe ich wirklich genau so erlebt - und es hat mir nicht geschadet, im Gegenteil... (auch wenn es mich natürlich auf die "dunkle Seite" hätte ziehen können) - heute kann ich drüber lachen. Vor allem bin ich denke ich ein gutes Beispiel dafür, das junge Menschen viel mehr Verantwortung übernehmen und viel mehr leisten können - wenn Sie es denn müssen. Daher kann vielleicht auch ein "Rauswurf" bei manchen Leuten durchaus ein schwieriger, aber positiver Schritt in die richtige Richtung sein. Bei mir war es auf jeden Fall so.

Wenn das Studium bzw Ausbildung abgeschlossen ist. Vorher nur auf freiwillige Basis. Danach dann bei "Bedarf" "sanft aus dem Haus schubsen".

Bei mir sind die Kinder sehr unterschiedlich ausgezogen. Mein Sohn ist nach Abschluss der Ausbildung ausgezogen. Die erste Tochter mit Beginn des Studiums und meine andere Tochter wohnt noch daheim und ist inzwischen 26. Sie wird nach Ende der Ausbildung wohl auch in ihre eigenen 4 Wände ziehen. Rauswerfen ist mir nie in den Sinn gekommen, jedes Kind ist anders und das eine braucht einfach länger die Nestwärme als das andere.

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