In welche Religion seid ihr gewechselt?

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9 Antworten

Von der evangelischen Kirche zur "Kirche Jesu Christi - Der Heiligen der Letzten Tage". Christlich sind diese nach meinem Verständnis beide, auch wenn einige dies anders sehen, wie hier bei gf schon deutlich gemacht wurde, was aber entweder nur aus Unkenntnis gegenüber letzterer Kirche geschah oder vielleicht auch dem Unwillen oder der Unfähigkeit die Bibel in ihrer Klarheit zu lesen, ohne dabei stets interpretieren zu müssen.

Ich bin als Kind ohne Einfluss meiner Eltern der evangelischen Kirche aktiv geworden. Meine Eltern haben mich zwar taufen lassen, mich aber dahingehend in keiner Weise weiterhin beeinflusst. Als Jugendlicher, als ich die Gelegenheit bekam, vermehrt in der Bibel zu lesen, kamen mir Zweifel auf, wie ich weiter unten aufzeige.

Ich bin deshalb gewechselt, weil ich verschiedene Diskrepanzen zwischen den klaren Aussagen der Bibel und der Lehre der evangelischen Kirche sah, weil mir die Klarheit der Bibel wichtiger ist, als irgendwelche Interpretationen dieser Aussagen und weil mein eigener Glaube das ist, was mich mein Leben lang angetrieben hat und mit dieser Klarheit in der Bibel so nahe kommt, wie ich es mit größter Annäherung nur bei der Kirche bisher erfahren habe, der ich mich durch meinen Wechsel angeschlossen hatte.

Das Einzige, was mich an dieser Kirche, der ich mich angeschlossen habe, stört, ist die inkonsequente Sichtweise in Bezug auf die in der Bibel als geistige Gaben bezeichneten Eigenschaften. Mormonen glauben zwar, dass es diese gibt, aber wenn es darum geht, Hilfe zu bekommen, diese zu verwirklichen, steht man allein da.

Obwohl es dieser Kirchenlehre entspricht, dass es sowohl ein ewiges Vorher, als auch ein ewiges Nachherdasein gibt, was auch meinem persönlichen Glauben entspricht, glaube ich eher, dass aus der Perspektive dieses ewigen Daseins das irdische nur einem kollektiven Traum entspricht und ich nach meinem irdischen Tod wie aus einem solchen kollektiven Traum aufwache und irgendwann wieder an einem solchen teilnehme, wodurch ich in einem irdischen Dasein wiedergeboren werde. Zumindest an eine solche Wiedergeburt glauben Mormonen meines Wissens nach, zumindest entsprechend ihrer Kirchenlehre, nicht. 

Was mich am Anfang dazu brachte, mich für die Kirche Jesu Christi - Der Heiligen der Letzten Tage zu interessieren, war mein Glaube an die wahrhaft ewige Liebe, die nach meinem Verständnis und Empfinden nicht durch den irdischen Tod getrennt werden kann und dass es nur mit einem liebenden Gott vereinbar ist, wenn man das größte Glück, das man auf Erden finden kann, auch in der Ewigkeit weiter erleben kann und nicht mit der Erinnerung daran in der Ewigkeit allein bleiben muss. Manch einer wird hierzu schreiben, dass im Himmel nicht mehr geheiratet wird, aber eben das ist auch nicht notwendig, denn es steht auch in der Bibel, dass entsprechend mit den Schlüsseln des Himmelreiches geschlossene Bündnisse auf Erden wie im Himmel gültig sind und entsprechend gelöste sowohl auf Erden wie im Himmel ungültig geworden sind. Zudem wird behauptet, dass die Menschen im ewigen Dasein später wie die Engel seien, aber wo steht in der Bibel, dass alle Engel Singles seien? (Schriftstellen siehe http://www.bibleserver.com/text/EU/Matthäus22,30 und http://www.bibleserver.com/text/EU/Matthäus16,19 )

rubicon66 31.07.2016, 08:20

...wie schaffst du es, die bibel zu lesen, OHNE interpretieren zu müssen?!

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JTKirk2000 31.07.2016, 08:30
@rubicon66

Indem ich mich beim Lesen nicht von Lehren beeinflussen lasse. Das ist nicht anders, als würde ich Fachliteratur, einen Roman oder ein Märchenbuch lesen. Ich kann das direkt aufnehmen, was ich lese. Insbesondere wenn es dabei darum geht, das was entsprechend klar geschrieben ist, um eben das zu vermitteln, sollte man darauf bedacht sein, nicht zu interpretieren, sondern die Klarheit, die ohnehin gegeben ist, entsprechend als solche anzunehmen. Bei Fachliteratur ist dies zwingend notwendig, um die Aussage zu verstehen. Bei der Bibel, wenn man die Fülle der Segnungen erfahren will, ist das nicht viel anders, nur kommt spätestens da auch der ernsthafte Versuch mit dazu. Beispielsweise wird man die Segnungen des Fastens, des Gebets oder der Nächstenliebe nicht allein dadurch wirklich herausfinden, indem man allein in der Bibel liest (ohne zu interpretieren), sondern nur dann, wenn man selbst so lange geübt hat (beim wirklichen Fasten nicht auf Dauer am Stück, denn das wäre definitiv ungesund), dass man es nicht mehr als Herausforderung oder gar negativ empfindet, zum Beispiel dass man beim wirklichen Fasten nicht mehr andauernd oder immer wieder an den Hunger und den Durst denken muss. Ich schreibe deshalb von wirklichem Fasten, weil der Verzicht auf ein Genuss- oder Nahrungsmittel bzw. eine Zutat kein wirkliches Fasten ist, sondern der komplette Verzicht auf Essen und Trinken über eine bestimmte Zeit.

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JTKirk2000 31.07.2016, 08:33
@rubicon66

Nur um das klarzustellen: Ich sehe kein Problem damit, wenn man seine Phantasie spielen lässt, um sich eine beschriebene Situation bildlich vorzustellen, solange dadurch nicht die klare Aussage verändert wird. Das sehe ich nicht als Interpretation. 

Was ich aber zwangsläufig als Interpretation sehe ist, wenn von der eigentlich klaren Aussage abgewichen wird, was im Extremfall dafür sorgt, dass von der eigentlichen Aussage in ihrer Klarheit kaum noch etwas erhalten ist oder die Interpretation sogar im Widerspruch der eigentlichen Aussage steht.

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rubicon66 31.07.2016, 12:06
@JTKirk2000

....jeder gläubige macht das gerade so, wie es ihm gefällt, mal interpretiert er,... mal ist es ein mysterium, und wenn alles nicht hilft ,ein dogma.... kein wunder--die gibt es nicht.., dass bei den myriaden von untergruppierungen einer jeden religionsrichtung, und derer gibt es auch noch unzählige, und dann noch die vielen falschübersetzungen, ob bewusst oder unbewusst, keine einheitliche line zu erkennen ist....da halte ich mich doch lieber an meine vernunft, und lege mir den kategorischen imperativ dar!

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JTKirk2000 31.07.2016, 18:22
@rubicon66

jeder gläubige macht das gerade so, wie es ihm gefällt, mal interpretiert er,... mal ist es ein mysterium,

Das ist eben das Problem. Die Bibel in ihrer Klarheit ist gut genug, um darauf einen starken Glauben aufzubauen, ohne dass man an irgendeinem Verständnisproblem hängen bleibt. Erst indem man gewissermaßen durch Interpretation herum eiert, kommt man an Grenzen der Vorstellung oder des Verständnisses, wo man ein Mysterium zu sehen meint.

kein wunder--die gibt es nicht..,

Scheinbar ist Dir nicht klar, was ein Wunder eigentlich ist. Es ist nichts weiter als die Nutzung von Wissen, welches anderen nicht offensichtlich ist. Oder um es mit Worten von Arthur C. Clarke zu beschreiben: "Jede hinreichend fortschrittliche Technologie ist von Magie nicht zu unterscheiden." Dasselbe gilt auch für angewandtes Wissen anstatt von Technologie und Wunder anstatt von Magie.

da halte ich mich doch lieber an meine vernunft, und lege mir den kategorischen imperativ dar!

Sozusagen Fortschritt nur durch Erkenntnis anderer? Viel Spaß bei Deinem persönlichen Erkenntnisstillstand kann ich da nur schreiben. Auch dahingehend fällt mir etwas von Arthur C. Clarke ein: "Wenn ein angesehener, aber älterer Wissenschaftler behauptet, dass etwas möglich ist, hat er mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit recht. Wenn er behauptet, dass etwas unmöglich ist, hat er höchstwahrscheinlich unrecht." 

Beide Zitate kann man unter anderem hier finden: https://de.wikipedia.org/wiki/Clarkesche_Gesetze

Vielleicht meint manch einer, dass Arthur C. Clarke nur ein Science-Fiction-Autor gewesen ist und in Sachen Wissenschaft vielleicht nicht viel Ahnung hatte, aber das ändert nichts daran, dass diese Aussagen, besonders in Anbetracht der Menschheitsgeschichte, ihre wissenschaftliche und technische Entwicklung und ihr Verständnis entsprechend, sich immer wieder als wahr erwiesen hatten.

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Erstmal : Man "kann" nicht ins Judentum "wechseln", da das sehr ungerne gesehen ist und man normalerweise nur als Jude akzeptiert wird, wenn man hineingeboren wurde. Das Judentum ist keine missionarische Religion, der man einfach beitreten kann, wie das im Christentum und Islam der Fall ist.

Ich bin in einem atheistischen Haushalt aufgewachsen und meine komplette Familie ist sich darüber gewiss, das es nach dem Tod nichts gibt und meine Mutter ist sogar so ehrlich und sagte mir als Kind immer:

Ich glaube nicht an Gott, bisher stand er noch nicht vor meiner Tür. Ich weiß, es heißt immer man kommt in die Hölle wenn man nicht glaubt, aber weißt du was ? Es ist mir egal. Ein Gott, der seine "Kinder" liebt, sie aber an einen Ort schickt, nur weil diese den Verstand verwenden, den er ihnen selbst gab, ist für mich kein Gott. Mit solch einem Gott, will ich nichts zu tun haben. In diesem Sinne, sollte es diesen Mist wirklich geben, freue ich mich sehr auf meinem Platz neben Satan, mal sehen, was er so zu erzählen hat."

Ich informierte mich schließlich über sämtliche Religionen, hatte mehrere Phasen und Erfahrungen mit dem Christentum, kam aber schließlich auch darauf, das diese Ideologie nichts für mich ist und ich konvertierte zum (Zen) Buddhismus. Die Lehre Buddhas ist in meinen Augen perfekt. Es ist eine Lebensweise die Leid vermeidet, ethisch korrekt ist aber gleichzeitig unabhängig von irrationalen Vorstellungen und Wünschen. Ich muss mich an nichts binden und niemandem folgen, der denkt er müsse mir was erzählen. Alles liegt an mir, alles ist bereits in mir.  Auch an irgendwelche extra Regeln bzw. Dogmen muss ich mich nicht halten, es ist nur wichtig das ich meine Taten vor mir selbst verantworten kann. 

Freier kann man gar nicht sein. Denke ich zumindest. 

In diesem Sinne, hab einen schönen Tag ^^

Ich bin in einer religiös toleranten Umgebung ohne besondere Prägung aufgewachsen, weder getauft noch sonst etwas.

Habe dann freiwillig den evangelischen Religionsunterricht besucht und bin schließlich aus eigener Entscheidung Buddhist geworden.

Der Grund für jede sinnvolle religiöse Konversion kann eigentlich nur die vermeintliche oder tatsächliche bessere Alternative sein.

Von den verschiedenen Religionen - Judentum, Christentum, Islam ausgehend, müssten sich demnach alle Konvertiten dem Christentum zugewandt haben, weil dieser Glaube unzweifelhaft das beste Angebot Gottes auf dem "Markt der Religionen" enthält. - Der Mensch muss sich dabei zu seiner Errettung nicht ein Leben lang mühsam und doch erfolglos im Gesetzesdschungel der jeweiligen Lehre abstrampeln, sondern hat den "Jackpot" bereits mit seiner Glaubensentscheidung an das Evangelium von Jesus Christus unauslöschlich gewonnen. 

Wer aus anderen Gründen die Religion gewechselt hat, muss einen  zentralen Denkfehler begangen haben.

rubicon66 30.07.2016, 23:24

... könntest nicht auch du einen zentralen denkfehler begangen haben??

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MoseGoldstein 30.07.2016, 23:34

Nein derjenige sagt genau das richtige

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hummel3 31.07.2016, 09:31
@MoseGoldstein

Danke "MoseGoldstein"! - An deinem Kommentar erkenne ich, dass du religionserfahren bist und daher meine Antwort zu würdigen weißt.

LG hummel3

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rubicon66 31.07.2016, 12:11
@hummel3

hey, hummel, ich bin auch religionserfahren!..das solltest du auch würdigen!

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hummel3 31.07.2016, 12:15
@rubicon66

Rubicon, bei dir dauert das noch etwas. Du bringst mir noch zu viel durcheinander.

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rubicon66 31.07.2016, 12:54
@hummel3

...da hast du recht alles dauert bei mir länger!!

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Vom Christentum zum Agnostizismus.

Die Frage nach einem Gott ist nun uninteressant geworden, aber christliche Leitsätze sind geblieben.

Warum ich gewechselt bin? Ich möchte nicht Teil einer Sache sein, die sich als absolut sieht. Daher war auch der Atheismus keine Alternative die für mich in Frage kam. 

rubicon66 31.07.2016, 08:22

...dann lieber etwas opportunistischer??

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earnest 31.07.2016, 10:06
@rubicon66

Das empfinde ich als unnötige Unterstellung - um es mal ganz vorscihtig auszudrücken.

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rubicon66 31.07.2016, 12:09
@earnest

..vielleicht unnötig, da niemals einsichtig, aber keine unterstellung!

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HumanistHeart 05.08.2016, 16:57

An welchen Gott glaubst Du jetzt?

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Ich habe so mit 30 den Katholizismus zornig ins Eck gefegt und alle frömmlerischen Schriften verbrannt. Nur die Naturwissenschaft ist für einen aufgeklärten Menschen akzeptabel.

@Aboutme9,

ich habe nicht die Religion gewechselt, ich habe die Religion verlassen.

Dhalwim 01.08.2016, 21:59

Ich auch.

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Ich bin am Ende meiner  langen Suche nach Gott, in die Römische Katholische Kirche eingetreten .

Da ich Jesus Christus in mir  erkannt und ihn in den Sakramenten der Kirche gefunden habe.

So bekam ich meine Würde als Mensch und Frau wieder welche mir einst die Welt genommen hatte.

So habe ich seit 18 Jahren Frieden im Herzen . Ich bin zuhause angekommen .

HumanistHeart 03.08.2016, 09:49

So bekam ich meine Würde als Mensch und Frau wieder welche mir einst die Welt genommen hatte.

Ah! Ich sehe das Problem bei Dir. Nun wundert es mich nicht mehr. Flucht in den Fanatismus um die Narben zu überdecken. 

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Hallo Aboutme9

Ich bin vom Atheismus zum Christentum (Katholizismus) gewechselt

LGKlaus

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